Seit 22:03 Uhr Freispiel

Donnerstag, 17.10.2019
 
Seit 22:03 Uhr Freispiel

Fazit / Archiv | Beitrag vom 13.09.2018

Osterfestspiele Salzburg Nikolaus Bachler soll 2020 neuer Intendant werden

Jörn Florian Fuchs im Gespräch mit Andrea Gerk

Podcast abonnieren
Der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, aufgenommen am 03.04.2014 in München (Bayern) bei einer Pressekonferenz. Foto: Tobias Hase/dpa | Verwendung weltweit (Tobias Hase/ dpa)
Der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, wechselt nach Salzburg. (Tobias Hase/ dpa)

Der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, soll ab 2020 die Osterfestspiele Salzburg leiten. Unser Opernkritiker Jörn Florian Fuchs findet das eine interessante Entscheidung - und erwartet weitere Personalwechsel.

Neuer Intendant der Osterfestspiele Salzburg soll ab 2020 Nikolaus Bachler werden, zurzeit Intendant der Bayerischen Staatsoper in München. Er löst damit Peter Ruzicka ab, dessen Vertrag Ende Juni 2020 ausläuft. Die Osterfestspiele gelten als elitärstes Festival der Welt mit hohen Eintrittspreisen von rund 500 Euro pro Karte - und eher konservativem Programm.

Stärken und Schwächen

"Es ist eine interessante Wahl", sagte unser Münchner Opernkritiker Jörn Florian Fuchs im Deutschlandfunk Kultur. Zu Bachlers Stärken gehöre vor allem die bisherige Zusammenarbeit mit dem scheidenden Chefdirigenten Kirill Petrenko und sei mit dessen "fantastischer musikalischer Arbeit" verbunden. Außerdem seien dem Intendanten einige eigenwillige Regieverpflichtungen in München gelungen.

Der Generalmusikdirektor Kirill Petrenko (l) und der Intendant Nikolaus Bachler von der Bayerischen Staatsoper sprechen am 06.03.2014 während der Jahrespressekonferenz der Staatsoper in München (Bayern). Foto: Sven Hoppe/dpa | Verwendung weltweit (Sven Hoppe/ dpa)Sie feiern gemeinsame Erfolge in München: Dirigent Kirill Petrenko (l.) und Intendant Nikolaus Bachler. (Sven Hoppe/ dpa)

Allerdings zeigten sich im Laufe der Saison auch einige Schwächen, wie beispielsweise durch eigenwillige Konstellationen, die nicht funktionierten. Außerdem gebe es "zu viel Oberfläche", das zeige sich darin, dass das Marketing der Staatsoper Events ankündige, die sich aber nicht als solche entpuppten. Das könnte aber in Salzburg anders werden, da es dort nur eine szenische Premiere und eine Reihe von Konzerten gebe.

Weitere Wechsel erwartet

Kritische Stimmen, beispielsweise vom Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle, der seit 2013 künstlerischer Leiter der Osterfestspiele in Salzburg ist, erklärt sich unser Kritiker so: "Meine Prognose ist einfach, Herr Thielemann kann sich von Salzburg verabschieden." Er erwarte, dass Bachler den Dirigenten Petrenko nach Salzburg holen wolle. "Das war ein Tandem, das wirklich große Sternstunden geboten hat und sehr erfolgreich ist." Er erwarte 2021 eine Rochade, bei der Petrenko mit den Berliner Philharmonikern nach Salzburg gehe und Thielemann mit der Dresdner Staatskapelle nach Baden-Baden wechsele.

Mehr zum Thema

Vor 50 Jahren eröffnet - Die ersten Salzburger Osterfestspiele
(Deutschlandfunk, Kalenderblatt, 19.03.2017)

Salzburger Osterfestspiele unter Peter Ruzicka - Schwacher Designer-Otello
(Deutschlandfunk, Musikjournal, 22.03.2016)

Salzburger Osterfestspiele vor dem Aus
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 14.05.2011)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsAbschied vom Buch aus Papier
Ein stilisiertes Bücherregal steht als Bühnenbild während einer Probe in der Oper Leipzig auf der Bühne. | Verwendung weltweit (dpa-Zentralbild)

Nur der Inhalt von Büchern zähle, schreibt der Schriftsteller Malte Herwig in der "NZZ" und bekennt, dass seine Bibliothek nur noch digital ist. In der "Zeit" beschwört Rockveteran Neil Young dagegen das verlorengegangene Analogzeitalter.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 17Wirtschaftswunder, Winnetou und Wurst?
Olaf Hoerbe als Intschu-tschuna spielt während der Hauptprobe von "Winnetou " auf der Felsenbühne in Rathen, Sachsen. (dpa /  Matthias Rietschel)

Wie reagieren Theater auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus? In einer Umfrage haben 32 Theaterleiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen darauf geantwortet.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur