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Kulturnachrichten

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ossietzky-Medaille für Snowden, Poitras und Greenwald

Internationale Liga für Menschenrechte setzt sich für Schutz von Whistleblowern ein

Der Whistleblower Edward Snowden erhält die Carl-von-Ossietzky-Medaille 2014. Gemeinsam mit dem US-Amerikaner werden die Dokumentarfilmerin Laura Poitras und der Journalist Glenn Greenwald gewürdigt, teilte die Internationale Liga für Menschenrechte heute in Berlin mit. Sie hätten die "umfangreichste verdachtsunabhängige Überwachung aller Zeiten" aufgedeckt und sich damit um Demokratie und Menschenrechte im digitalen Zeitalter verdient gemacht, hieß es zur Begründung. Die Liga fordert Asyl für Snowden in Deutschland und will erreichen, dass er als Zeuge vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags auftritt. Der frühere NSA-Mitarbeiter lebt heute in Russland. Benannt ist die Auszeichnung nach dem deutschen Pazifisten und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, der 1938 an den Folgen der Haft im Konzentrationslager starb. Snowden, Poitras und Greenwald sollen die Auszeichnung am 14. Dezember in Berlin erhalten.

Museumsdirektoren in NRW auf den Barrikaden: Kunst darf nicht für die Haushaltskasse veräußert werden

Die geplante Versteigerung von Andy-Warhol-Kunstwerken durch ein landeseigenes Unternehmen empört.

26 Direktoren von Kunstmuseen in Nordrhein-Westfalen haben die Landesregierung aufgefordert, das Vorhaben zu stoppen. "Unseres Wissens ist eine solche Vorgehensweise der öffentlichen Hand in Deutschland bisher einzigartig - im negativen Sinne", heißt es in dem Brief, aus dem die Deutsche Presseagentur zitiert. Sie wäre "ein Tabubruch", der einen "Präzedenzfall" schaffe. Denn es sei bemerkenswert, dass der geplante Verkauf ausschließlich finanziell begründet sei - um die Verluste der Westdeutschen Spielbanken auszugleichen, den Neubau einer Spielbank zu dienen oder Schulden des Landes NRW zu tilgen. Dies mache den Sachverhalt "zu einem brisanten Politikum mit erheblicher Sprengwirkung."

Falls die frühen Warhol-Werke in New York tatsächlich versteigert würden, müsste zumindest der Erlös in die Kunst "reinvestiert" werden, so die Unterzeichner. "Das ist der einzige Weg, einen internationalen Ansehensverlust zu vermeiden."

Andy Warhols "Triple Elvis" von 1963 und "Four Marlons" von 1966 sollen im November verkauft werden. Sie hatten Jahrzehnte im Aachener Casino gehangen. Seit 2009 sind sie unter Verschluss.

Die Unterzeichner des Briefes an die nordrhein-westfälische Landesregierung sind:

Dr. Brigitte Franzen, Ludwig Forum für internationale Kunst Aachen
Dr. Marion Ackermann,Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf
Dr. Friedrich Meschede, Kunsthalle Bielefeld
Beat Wismer, Museum Kunstpalast, Düsseldorf
Dr. Hans Günter Golinski,Kunstmuseum Bochum
Dr. Tobia Bezzola, Museum Folkwang Essen
Prof. Dr. Stephan Berg, Kunstmuseum Bonn
Dr. Stephan Mann, Museum Goch
Dr. Heinz Liesbrock, Quadrat Josef Albers Museum Bottrop
Dr. Tayfun Belgin, Osthaus Museum Hagen
Prof. Dr. Kurt Wettengl, Museum Ostwall im Dortmunder U
Roland Nachtigäller, MARTa Herford
Dr. Renate Goldmann, Leopold Hoesch-Museum Düren
Prof. Harald Kunde, Museum Kurhaus Kleve
Dr. Yilmaz Dziewior, (des. Dir.) Museum Ludwig, Köln
Dr. Hermann Arnhold, LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster
Dr. Martin Hentschel, Kunstmuseen Krefeld
Dr. Uta Husmeier-Schirlitz, Clemens-Sels-Museum Neuss
Dr. Markus Heinzelmann, Museum Morsbroich Leverkusen
Prof. Dr. Ferdinand Ullrich, Kunsthalle Recklinghausen
Georg Elben, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl
Dr. Eva Schmidt, Museum für Gegenwartskunst Siegen
Susanne Titz, Museum Abteiberg Mönchengladbach
Dirk Steimann, Märkisches Museum Witten
Dr. Beate Reese, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
Dr. Gerhard Finckh, Von der Heydt-Museum Wuppertal

Rihm komponiert Konzert für Dresdner Frauenkirche

Die wiederaufgebaute Frauenkirche in Dresden begeht den 10. Jahrestag ihrer Weihe mit einer Festwoche

Vom 22. bis zum 31. Oktober 2015 seien zahlreiche Konzerte geplant, teilte die Stiftung Frauenkirche heute in Dresden mit. Dabei wird auch ein Doppelkonzert für Violine und Cello uraufgeführt, das Wolfgang Rihm, einer der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Komponisten, eigens für diesen Anlass komponiert. Die Frauenkirche Dresden war im Zweiten Weltkrieg zerstört und mit Spenden aus aller Welt wiederaufgebaut worden. Im Oktober 2005 folgte die Weihe des Gotteshauses, das als Symbol für Frieden und Versöhnung gilt. Jährlich kommen etwa zwei Millionen Menschen in die Frauenkirche.

12 Jahre Arbeit: Richard Flanagan mit Man-Booker-Preis ausgezeichnet

Die Jury ehrte den 53-Jährigen Australiers für seinen Kriegsroman "The Narrow Road to the Deep North" ("Die enge Straße in den tiefen Norden").

Der Roman sei eine bemerkenswerte Liebesgeschichte über menschliches Leiden und Kameradschaft, heißt es in der Begründung des wichtigsten Literaturpreises von Großbritannien.
Der Roman spielt im 2. Weltkrieg. Er handelt vom Schicksal der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen, die die Gleise der Thailand-Burma-Eisenbahn verlegen mussten - wie Flanagans Vater.

"Ich habe in 12 Jahren fünf verschiedene Versionen dieses Buchs geschrieben", sagte Flanagan der australischen Zeitung "Sydney Morning Herald". Am Tag, als er das Manuskript seinem Verleger übergeben habe, sei sein Vater im Alter von 98 Jahren gestorben.

Der in Tasmanien geborene Flanagan ist der dritte Australier in der 46-jährigen Geschichte des Man-Booker-Preises, der die Auszeichnung erhält.

Praemium Imperiale Award für Komponisten Pärt

Der japanische Prinz Hitachi hat dem estnischen Komponisten Arvo Pärt den wichtigsten internationalen Kunstpreis verliehen

Der jüngere Bruder des japanischen Kaisers Akihito überreichte die Auszeichnungen feierlich in Anwesenheit zahlreicher geladener Gäste des öffentlichen Lebens in der Meiji-Gedächtnishalle. Der Preis, gestiftet von der Japanischen Kunst-Vereinigung (Japanese Art Association), ist für jeden Preisträger mit 15 Millionen Yen (110 000 Euro) dotiert und wird von den Organisatoren auch als «Nobelpreis der Künste» apostrophiert. Weitere Preisträger sind der südafrikanische Dramatiker Athol Fugard, der französische Maler Martial Raysse, der italienische Bildhauer Giuseppe Penone und US-Architekt Steven Holl. Seit Bestehen des Praemium Imperiale wurden bisher 129 Künstler geehrt, im vergangenen Jahr unter anderem Regie-Altmeister Francis Ford Coppola, Startenor Plácido Domingo und der britische Architekt David Chipperfield.

„Ara Güler - Das Auge Istanbuls" – Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus

25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Istanbul und Berlin

Der wohl berühmteste türkische Fotograf, Ara Güler (geb. 1928), bereiste mit seiner Leica die ganze Welt. Aber seine große Leidenschaft galt immer seiner Heimatstadt Istanbul. Der Stadt am Bosporus widmete er eine einzigartige Hommage. Wie kein anderer hat er seit den fünfziger Jahren das Straßenleben, den Trubel der Großstadt und das Alltagsleben der Bewohner festgehalten. Seine Bilder sind angefüllt mit Impressionen der verwunschenen Villen und verwilderten Gärten, den melancholischen Gassen, den Läden und dem Gewirr der Straßen, vom Verkehr der Pferdewagen, den Bussen und Taxis. Ara Güler begann als Autodidakt, war aber schnell international als Fotograf gefragt. Mitte der fünfziger Jahre lernte er über Marc Riboud auch Henri Cartier-Bresson in Paris kennen und gelangte in den Kreis der Fotografenagentur Magnum. Als Nahost-Korrespondent war er für internationale Magazine wie Time-Life, Paris Match und Stern unterwegs. Er proträtierte auch die Prominenz, darunter Brigitte Bardot, Maria Callas, Winston Churchill, Indira Gandhi, Alfred Hitchcock, Pablo Picasso. Die Ausstellung „Ara Güler - Das Auge Istanbuls" wird anlässlich des 25. Jubiläums der Städte-Partnerschaft zwischen Istanbul und Berlin heute im Willy-Brandt-Haus in Berlin eröffnet.

Roswitha-Preis 2014 geht an Gertrud Leutenegger

Der älteste deutsche Literaturpreis für Schriftstellerinnen geht an Schweizer Autorin

Das gab die Stadt Bad Gandersheim heute bekannt. Die Auszeichnung wird der Schweizer Autorin am 19. November während einer Feier in der historischen Stiftskirche der südniedersächsischen Stadt verliehen. Der mit 5500 Euro dotierte Preis erinnert an die erste deutsche Schriftstellerin Roswitha, die im 10. Jahrhundert im Stift Gandersheim Legenden, Dramen und historische Gedichte schieb. Die Jury würdigte Gertrud Leutenegger als "herausragende Stilistin".
Sie beschreibe "seit vielen Jahren ein soziales Terrain, auf dem Traum und Wirklichkeit, Grauen und Unverletzlichkeit miteinander verglichen werden". Die Poetik dieser "ungewöhnlichen Schriftstellerin lebt von den stillen Tönen". Leutenegger (65) war zuletzt beim diesjährigen Deutschen Buchpreis mit ihrem jüngsten Roman "Panischer Frühling" bis in die Endausscheidung gelangt.

Künstler will Goitzsche im Süden Sachsen-Anhalts aufwerten

Der Künstler Raik Dalgas will dort einen Skulpturenpark errichten und den Raum für Kunstprojekte nutzen

Der Anfang ist getan - seit heute schwimmt eine von Dalgas kreierte Skulptur eines Kriegsflugzeugs auf einem Ponton auf dem See. "Es ist nicht mehr als die künstlerische Reflexion eines ästhetischen Körpers, eine Hülle", sagte der 38-Jährige über sein rostig anmutendes Werk, das etwa neuneinhalb Meter lang und eine Tonne schwer sei. "Es hat nicht einmal Flügel." Laut Dalgas ist das Werk ein "Anti-Kriegs-Projekt". Die Idee von Kunst im öffentlichen Raum werde in Absprache mit der Goitzsche Tourismus GmbH realisiert, die Skulpturen würden als Leihgabe überlassen. Die Goitzsche war nach der Wende aus einem ehemaligen Braunkohlentagebau entstanden, der ab 1999 mit Muldewasser geflutet wurde.

"NEO MAGAZIN mit Jan Böhmermann" kommt ins ZDF Hauptprogramm

Das ZDF hat den Moderator und Comedian ab 2015 für zwei Jahre verpflichtet

Die Grimme-Preis-gekrönte ZDFneo-Show "NEO MAGAZIN mit Jan Böhmermann" wird ab Februar wöchentlich und im erweiterten Umfang von 34 Folgen auch im Hauptprogramm zu sehen sein. Die Unterhaltungsshow wird weiterhin in Erstausstrahlung donnerstags um 22.15 Uhr auf ZDFneo gezeigt. Das ZDF strahlt die Sendung am Freitagabend aus, in der ZDFmediathek ist sie donnerstags bereits ab 20.15 Uhr abrufbar. Darüber hinaus hat das ZDF den Moderator und Comedian Jan Böhmermann ab 2015 für zwei Jahre verpflichtet. "Jan Böhmermann und die Bildundtonfabrik stehen mit dem ‚NEO MAGAZIN‘ für das Fernsehen von morgen: schlagfertig, provokant, unterhaltsam", so ZDFneo-Senderchefin Simone Emmelius. "Na gut", kommentiert Jan Böhmermann sein Engagement für das ZDF enthusiastisch. Bereits ab dem 23. Oktober zeigt ZDFneo zehn neue Folgen der satirischen Unterhaltungsshow mit Böhmermann, die aktuelle Staffel schließt mit einem Silvester-Special ab.

«Mona Lisa» ist meistzitiertes Bild in deutscher Literatur

Nach der "Mona Lisa" rangieren die Sixtinische Kapelle sowie die Meisterstiche von Dürer auf den nächsten Plätzen

Leonardo da Vincis berühmtestes Werk wird nach einer Studie der Universität Wien besonders oft in der deutschsprachigen Literatur erwähnt. Das geht aus der "Datenbank literarische Bildzitate" der Universität hervor, die seit kurzem online ist. In mühevoller Kleinarbeit hat ein Team mehr als 1000 Texte von rund 280 Autoren - von Rainer Maria Rilke bis Elfriede Jelinek - ausgewertet. Die Datenbank steht laut Universität künftig Wissenschaftern, Journalisten und allen Interessierten zur freien Verfügung. Die Erwähnungen der 130 Kunstwerke, die in der Datenbank geführt werden, sind nicht durchweg positiv. So spottet der Satiriker und Publizist Karl Kraus (1874-1936), dass es "nicht bald etwas Reizloseres, Altjüngferlicheres geben könnte als das Lächeln der Mona Lisa".

Kent Nagano sorgt sich: Pisa untergräbt die klassische Bildung

Für Kent Nagano ist Pisa ein "Diktat". Das schreibt der Dirigent in seinem neuen Buch.

Im "Zeitalter ökonomischer Obsession", so der 63jährige gegenüber der Deutschen Presseagentur, unterliege auch die klassische Musik einem "Kosten-Nutzen-Kalkül", also dem Abwägen von Einsatz und Ertrag. Doch die Rendite eines Konzertbesuchs ließe sich genauso wenig berechnen, wie der persönliche Ertrag, ein Instrument zu lernen.
Das Bildungssystem gelte dann als vorbildlich, wenn ein Land bei Pisa gut abschneide. Aber weder Sprachen noch die Künste spielten dabei eine Rolle: Philosophie, Literatur, Malerei, die klassische Musik - nach Pisa für ein leistungsstarkes Bildungssystem alles unbedeutend, so Nagano. Dieser "bornierte" Bildungsbegriff mache ihm große Sorgen.

Vorreiter? Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern verzichtet auf Social Media

In Facebook und Twitter sehe man keinen größeren Nutzen, der den Einsatz des dafür erforderlichen Personals rechtfertigen würde, teilte die Landesregierung in Schwerin mit.

Mecklenburg-Vorpommern sei das erste Bundesland, das die Nutzung von social media einstellt, sagte der stellvertretende Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Gabriel Schulz, auf Anfrage der Katholischen Nachrichtenagentur.

Schulz begrüßte diesen Schritt ausdrücklich. Er habe bereits seit längerem die betroffenen Einrichtungen des Landes aufgefordert, die Nutzung sozialer Netzwerke einzustellen, da diese Plattformen nicht im Einklang mit deutschen und europäischen Datenschutzstandards stünden. Auch das hätten Medienwissenschaftler der Technischen Universität Berlin in einem Gutachten unterstrichen. Das Papier soll bei der Landespressekonferenz am 21. Oktober vorgestellt werden.

Geraubte Kulturgüter: Auch damit finanzieren sich die Terroristen des IS

Terrororganisationen in vielen Regionen der Welt, besonders der sogenannte "Islamische Staat", finanziere sich wesentlich durch den Handel mit geraubten Kulturgütern.

Das sagte Staatsministerin Maria Böhmer der Nachrichtenagentur dpa. Vor allem Syrien und der Irak erlebten derzeit einen "dramatischen kulturellen Aderlass", sagte die Christdemokratin, die im Auswärtigen Amt für Kultur zuständig ist. Böhmer appellierte an die Weltgemeinschaft, diesen Handel zu unterbinden.

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Fazit

Uffizien in FlorenzGroße Gruppen müssen extra zahlen
Touristen stehen vor den Uffizien, Florenz 22.07.2014. Florenz Italien PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMichaelxGottschalkx Tourists Stand before the Uffizi Gallery Florence 22 07 2014 Florence Italy PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright xMichaelxGottschalkx (imago stock&people)

Viele Museen in Italien drohen am Andrang der Touristen zu ersticken. Eike Schmidt, Leiter der Uffizien in Florenz, hat nun eine Gruppensteuer von 70 Euro eingeführt: Große Gruppen würden anderen Besuchern die Sicht auf die Kunstwerke versperren.Mehr

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