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Kulturnachrichten

Freitag, 5. Februar 2021

Oscar-Preisträger Christopher Plummer gestorben

Der kanadische Schauspieler und Oscar-Preisträger Christopher Plummer ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte sein Manager Lou Pitt mit. Plummer galt als einer der großen Charakterdarsteller seiner Generation. Seine lange Karriere wurde 2012 mit einem Oscar für seine Rolle als Hal Fields in dem Filmdrama "Beginners" gekrönt - er wurde so mit 82 Jahren der älteste Oscar-Gewinner der Filmgeschichte. Plummer spielte unter anderem in "Der rosarote Panther kehrt zurück", "Star Trek VI: das unentdeckte Land", "12 Monkeys" und "Wes Craven präsentiert Dracula". In Fernsehserien von "Die Dornenvögel" bis "Counterstrike" war er mehr als hundert mal zu sehen. 2017 ersetzte Plummer nur sechs Wochen vor dem Kinostart Kevin Spacey als J. Paul Getty in "Alles Geld der Welt". Die Rolle brachte ihm die dritte Oscar-Nominierung ein.

Comic-Zeichner Mawil erhält Wilhelm-Busch-Preis

Der Berliner Comic-Autor Markus Witzel, bekannt als Mawil, wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von der Stiftung Sparkasse Schaumburg, der Schaumburger Landschaft und den "Schaumburger Nachrichten" verliehen, wie die Zeitung online berichtete. Mawil veröffentlicht Comics und Graphic Novels, außerdem zeichnet er für Magazine und Tageszeitungen. 2019 gestaltete er als erster Deutscher einen Band der international bekannten Reihe "Lucky Luke". Bisherige Preisträger des Wilhelm-Busch-Preises waren unter anderem Robert Gernhardt, Vicco von Bülow (Loriot) und Ralf König.

Türkei: Kavala bleibt in Haft

In der Türkei muss Kulturförderer Osman Kavala im Gefängnis bleiben. Er ist im Zusammenhang mit dem Putschversuch 2016 angeklagt. Ihm soll nun gemeinsam mit vermeintlichen Anführern der Gezi-Proteste von 2013 der Prozess gemacht werden. Ein Istanbuler Gericht beschloß die Zusammenlegung beider Verfahren. Oppositionspolitiker kritisierten die Entscheidung scharf. Ein Antrag der Anwälte des Angeklagten auf Freilassung wurde abgelehnt. Der 63 Jahre alte Kavala fördert zahlreiche zivilgesellschaftliche Projekte in der Türkei. Er ist auch Gründer der Stiftung Anadolu Kültür, die unter anderem mit dem Goethe-Institut und anderen deutschen Stiftungen zusammenarbeitet. Seit November 2017 sitzt Kavala in Untersuchungshaft, ohne verurteilt worden zu sein.

Theaterpreise in Venedig an Warlikowski und Tempest

Der polnische Theaterregisseur Krzysztof Warlikowski wird in der Theatersparte der Biennale in Venedig 2021 mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt. Das teilte die Festivalleitung in der Lagunenstadt mit. Der 1962 in Stettin geborene Warlikowski sei eine der prägenden Persönlichkeiten des postkommunistischen Theaters in seiner Heimat, hieß es zur Begründung. Der Silberne Löwe geht an Kae Tempest aus London für ein vielfältiges Werk mit Theaterstücken, Rap und Erzähltexten. Tempest (geboren 1985) gab 2020 den Wechsel des Vornamens in Kae bekannt, nachdem unter dem Namen Kate Tempest in Deutschland etwa auch der Debütroman "Worauf du dich verlassen kannst" auf dem Markt gekommen war. Die Preise sollen beim 49. Internationalen Theaterfestival vom 2. bis 11. Juli in Venedig verliehen werden.

DDR-Plattenbauten in Berlin unter Denkmalschutz

Am Berliner Gendarmenmarkt sind mehrere DDR-Plattenbauten sowie die aus den 1980er Jahren stammende Platzgestaltung unter Denkmalschutz gestellt worden. "Auch dieses Erbe muss bewahrt werden", erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Der frühere "Platz der Akademie", sei "schließlich der bedeutendste Platzraum der Postmoderne in der DDR". Zu den neuen unter Schutz gestellten Denkmälern gehören mehrere Bauten an der südlichen, östlichen und westlichen Platzseite. Diese wurden ab 1976 geplant und bis in die 1980er Jahre gebaut.

Sieben Stücke für Mülheimer Dramatikpreis nominiert

Sieben neue deutschsprachige Theaterstücke gehen in diesem Jahr ins Rennen um den renommierten Mülheimer Dramatikpreis. Erstmals vertreten ist die Autorin Ewelina Benbenek mit ihrem Theaterdebüt "Tragödienbastard", uraufgeführt im Schauspielhaus Wien. In dem Stück geht es um Familienerinnerungen und den "wütenden Gedankenstrom einer um ihre Sprache und ihren Platz in der Welt ringenden Protagonistin", wie es in einer Ankündigung hieß. Nominiert wurde außerdem "Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden" (uraufgeführt im Maxim Gorki Theater Berlin) von Sibylle Berg, die den Preis bereits zwei Mal gewann. Von Rainald Goetz wurde das Stück "Reich des Todes" ausgewählt (Deutsches Schauspielhaus Hamburg), von Rebekka Kricheldorf "Der goldene Schwanz" (Staatstheater Kassel). In dem Dokumentartheaterstück "9/26- Das Oktoberfestattentat" von Christine Umpfenbach (Münchner Kammerspiele) steht der rechtsextreme Terroranschlag 1980 in München im Mittelpunkt. Aufgeführt werden sollen auch "Stummes Land" von Thomas Freyer (Staatsschauspiel Dresden) sowie "Erste Staffel. 20 Jahre großer Bruder" von Boris Nikitin (Staatstheater Nürnberg). Die 46. Mülheimer Theatertage sind vom 8. bis zum 29. Mai geplant, wie die Veranstalter berichteten.

Claes Oldenburg schenkt Museum Ludwig Werk

Der schwedisch-amerikanische Pop-Art-Künstler Claes Oldenburg (92) schenkt dem Kölner Museum Ludwig das Werkensemble "Mouse Museum - Continued (I) und (II)" aus dem Jahr 2016. Die Arbeiten bestehen aus 81 Objekten auf zwei Holzregalen und sind eine Fortführung seines berühmten "Mouse Museums" von 1965/1977. Das Museum Ludwig beherbergt die größte Sammlung amerikanischer Pop Art außerhalb der USA.

Freizeitpark verklagt Taylor Swift

Ein Themenpark in der USA hat die Sängerin Taylor Swift Medienberichten zufolge auf millionenschweren Schadenersatz verklagt. Der Evermore Park im US-Bundesstaat Utah wirft der 31-Jährigen demnach wegen des Titels ihrer jüngsten Platte eine Markenrechtsverletzung vor: Das im Dezember 2020 erschienene Album heißt "Evermore". Die Parkbetreiber verlangten von der US-Musikerin mindestens zwei Millionen Dollar (rund 1,7 Millionen Euro) Schadenersatz, schrieb das Magazin "People" unter Berufung auf die Gerichtsdokumente. Sie argumentierten unter anderem, der Albumtitel habe den Verkauf von Merchandising-Artikeln des Parks sowie die Trefferquote für die Suche der Anlage im Internet beeinträchtigt.

Corona-Hilfe für Schauspielerinnen und Schauspieler

Die Bundesregierung hat sich auf Hilfen für kurzzeitig Beschäftigte in der Kulturszene wie etwa Schauspieler und Schauspielerinnen verständigt. Sie sollen Hilfen von bis zu 7500 Euro für Januar bis Juni 2021 beantragen können, wie es in einer Mitteilung heißt. Damit werden nicht fest angestellte Schauspielerinnen und Schauspieler unterstützt. Sie waren bei den Hilfsprogrammen bisher durch den Rost gefallen, weil sie jeweils nur für Gastspiele an Theatern oder für Filme beschäftigt sind. Daraus ergibt sich wegen kurzer Beschäftigungszeiten kein Anspruch auf Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld. Gleichzeitig haben sie in der Pandemie weitgehend keine Beschäftigungsmöglichkeiten.

Leonard Bernstein Award für Pianistin Kanneh-Mason

Die britische Pianistin Isata Kanneh-Mason erhält den diesjährigen Leonard Bernstein Award. Die 24-jährige Pianistin besteche in ihrem Spiel "durch eine erfrischende Vielseitigkeit", teilte die Jury mit. Mit ihrem Debütalbum mit Interpretationen von Clara Schumann erreichte Kanneh-Mason Platz 1 der Klassik Charts in Großbritannien. Der mit 10.000 Euro dotierte Nachwuchspreis wird am 20. August im Rahmen des Schleswig-Holstein Musikfestivals verliehen.

Club 100: Land Bremen finanziert Konzerte

Rund 30 Konzerte von Musikern wie Selig, Sofia Portanet, Pohlmann, Madsen und Catt sind bis Ende Mai in Bremen geplant. Je nach Corona-Lage spielen die Bands und Künstler vor oder ohne Live-Publikum. Solange Veranstaltungen mit Zuschauern verboten sind, werden die Auftritte im Veranstaltungszentrum Pier2 nur per Live-Stream gezeigt. Finanziert wird das rund 1,1 Millionen Euro teure Projekt mit dem Namen Club100 durch das Land Bremen. Sollte der temporäre Club Einnahmen durch Live-Tickets erzielen, wird die staatliche Förderung entsprechend reduziert, wie Olli Brock vom Projekt-Gründungsteam und Betreiber des Pier2 sagte. Ein Ziel des Programms ist demnach, Beschäftigten der Veranstaltungsbranche Arbeit und Perspektive zu geben. An dem temporären Club beteiligen sich 19 Veranstalter.

Karin Hollweg Preis für Kate Andrews

Der Karin Hollweg Preis 2020 geht an die die Künstlerin Kate Andrews. Die gebürtige Kanadierin und Meisterschülerin der Bremer Hochschule für Künste bekommt die Auszeichnung für ihre Arbeit "To be Decided", wie das Bremer Museum für moderne Kunst "Weserburg" mitteilte. In ihrer Installation setze Andrews verschiedene Medien und Materialien spannungsreich in Beziehung, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Karin Hollweg Preis ist mit 15.000 Euro dotiert, wobei eine Hälfte direkt ausgezahlt wird und die zweite Hälfte für die Realisierung einer Einzelausstellung reserviert ist.

Proteste gegen Bildungsreform in Griechenland

In Griechenland haben tausende Studierende und Lehrende in der Hauptstadt Athen und in der nordgriechischen Stadt Thessaloniki gegen eine Bildungsreform protestiert, die Kontrollen auf Universitätsgelände vorsieht. Die griechische Mitte-Rechts-Regierung will die jahrzehntelange Verbannung der Polizei von Liegenschaften der Universitäten abschaffen. Sie erklärte, die Regelung sei regelmäßig missbraucht worden, um gewaltsame Proteste und teils kriminelle Aktivitäten zu organisieren. Die neue Campus-Polizei soll mit Hilfe von Kontrollen den Eintritt an den Universitäten und Hochschulen auf Studenten, Mitarbeiter und andere Angestellte sowie Gäste beschränken. Der Gesetzentwurf, über den in der kommenden Woche abgestimmt werden soll, sieht außerdem Änderungen bei Zulassungsbeschränkungen und zeitliche Limits für den Abschluss von Lehrveranstaltungen vor.

Donald Trump tritt aus Schauspielergewerkschaft aus

Der frühere US-Präsident Trump ist aus der Schauspieler-Gewerkschaft SAG ausgetreten. Damit kam der Republikaner einem drohenden Ausschluss zuvor. Trump hatte der Gewerkschaft seit 1989 angehört. Er sei "sehr stolz" auf seine früheren Film- und Fernsehauftritte, betonte er in seiner Kündigung. Unter anderem hatte er 1992 einen Auftritt in "Kevin allein in New York" und war Gastgeber der Reality-Fernseh-Show "The Apprentice". Die Gewerkschaft, zu deren Mitglieder auch Fernsehreporter gehören, hatte Trump vorgeworfen, ihre Statuten verletzt zu haben. Der Ex-Präsident soll zu Krawallen aufgestachelt haben. Damit habe er auch Journalisten in Gefahr gebracht, hieß es.

Manifest von 185 Schauspieler*innen

185 schwule, lesbische, bisexuelle, trans, queere und nicht-binäre Schauspielerinnen und Schauspieler haben im "SZ Magazin" ein gemeinsames Manifest unterzeichnet, mit dem sie eine Debatte anstoßen wollen. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Maren Kroymann, Ulrich Matthes, Jaecki Schwarz und Mavie Hörbiger. "Bisher konnten wir in unserem Beruf mit unserem Privatleben nicht offen umgehen, ohne dabei berufliche Konsequenzen zu fürchten", heißt es in dem Beitrag. Im Interview fordern sechs der 185 Unterzeichner die Gesellschaft und die Filmbranche dazu auf, Diversität stärker sichtbar zu machen.

DJV beklagt Hetze gegen Journalisten

Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich kritisch zu einer Diskussion auf der Audio-App Clubhouse mit der Kabarettistin Idil Baydar und dem Berliner Clan-Chef Arafat Abou-Chaker geäußert. Zwar gelte die freie Meinungsäußerung auch auf Clubhouse. "Wenn aber gegen Journalistinnen und Journalisten gehetzt, Verschwörungserzählungen verbreitet oder sogar der Holocaust verharmlost werden, dann ist dort wie überall Schluss mit lustig", teilte DJV-Chef Frank Überall am Donnerstag mit. Die "Welt" berichtete, dass bei der Diskussion mit 5.000 Teilnehmenden am Mittwoch gegen Journalisten gehetzt und die Strafverfolgung krimineller Clans mit der Judenverfolgung verglichen worden sei. Idil Baydar bedauerte ihre Äußerungen am Donnerstag auf Twitter: "In der aufgeregten Debatte habe ich Dinge gesagt, die so nicht stehen bleiben dürfen. Natürlich ist die Berichterstattung über Clans nicht vergleichbar mit dem Antisemitismus der Nazi-Zeit."

Erster Rosenmontagszug in Puppenversion in Köln

Puppen statt Menschen: Der Kölner Rosenmontagsumzug findet in diesem Jahr Corona bedingt erstmals nur im Fernsehen statt. "Wir haben die geplanten Persiflage-Wagen in einem viel kleineren Maßstab original nachgebaut", sagte Zugleiter Holger Kirch am Donnerstag. Statt einer Zuglänge von sonst 8,2 Kilometern, stehe nun eine Zuglänge von 70 Metern auf einer Bühne. "Und statt 12.000 Zugteilnehmern haben wir in dieser Session 177 Puppen vom Hänneschen-Theater", erklärte er. Das Hänneschen-Theater ist ein Mundart-Stockpuppentheater in der Kölner Altstadt. Ein Fernsehteam des Westdeutschen Rundfunks (WDR) filmt die 32 Meter lange Zugstrecke ab. Die 90-minütige Dokumentation ist dann am Rosenmontag, dem 15. Februar, im WDR zu sehen.

Helena Zengel für weiteren Preis nominiert

Die zwölfjährige Schauspielerin Helena Zengel hat nach ihrer Golden-Globe-Nominierung Chancen auf einen weiteren wichtigen Filmpreis. Hollywoods Schauspielerverband SAG (Screen Actors Guild) nominierte die deutsche Schülerin in der Sparte "Beste Nebendarstellerin" für den Screen Actors Guild Award. Die Nominierungen wurden am Donnerstag bekanntgegeben. In der Sparte nimmt es Zengel unter anderem mit Olivia Colman und Glenn Close auf. Die Schülerin aus Berlin spielt in dem Western "Neues aus der Welt" an der Seite von Tom Hanks. Die SAG-Awards werden am 4. April zum 27. Mal vergeben. Sie gelten als Vorboten für die Ende April anstehende Oscar-Verleihung.

Kulturrat widerspricht Empfehlung des Ethikrats

Egal ob geimpft oder nicht geimpft: Der Deutsche Kulturrat fordert, dass Kultur für alle Menschen zugänglich sein muss. Egal welchen Impfstatus eine Person auch immer hat, wir möchten sie alle für die Kultur zurückgewinnen, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Er könne sich ein Zweiklassensystem bei der Nutzung von Kultureinrichtungen nicht vorstellen. Der Ethikrat hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, privaten Anbietern von Veranstaltungen die Möglichkeit einzuräumen, von Konzert- oder Kinogästen eine Impfbescheinigung zu verlangen. Denn, so der Ethikrat, Unternehmer seien "grundsätzlich frei in ihrer Entscheidung, mit wem sie einen Vertrag schließen".

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