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Kulturnachrichten

Sonntag, 13. Juni 2021

Original-Weltraumfotos werden versteigert

Weltall-Fotos von den Anfängen der Raumfahrt werden ab 20. Juni vom Auktionshaus Ketter Kunst online versteigert. Die 377 Originalaufnahmen aus der Sammlung von Victor Martin-Malburet aus Paris entstanden zwischen 1958 und 1972. Berühmte Astronauten wie John Glenn, Buzz Aldrin oder Neil Armstrong hatten sich gegenseitig fotografiert ebenso wie die atemberaubenden Blicke auf Mond und Erde. Viele der Aufnahmen im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde NASA sind ikonisch, etwa der Fußabdruck im Staub des Mondes. Sammler Victor Martin-Malburet hat im Lauf der Jahre mehr als 3000 Raumfahrt-Fotos angereichert, auch durch Kontakte zu den Raumfahrern und deren Familien.

Franziska Biermann erhält Preis der Jungen Literaturhäuser

Die Kinderbuchautorin Franziska Biermann erhält den erstmals vergebenen Preis der Jungen Literaturhäuser. Die Hamburger Autorin erhielt den mit 5000 Euro dotierten Preis während einer digitalen Preisverleihung, wie das Netzwerk und die Stadt Wiesbaden mitteilten. Auch das Literaturhaus Wiesbaden gehört dem Netzwerk der Literaturhäuser an. Seit ihrem ersten Werk "Das Glücksbuch" (1998) hat Biermann zahlreiche Kinderbücher illustriert und eigene verfasst. Neben ihr waren Finn-Ole Heinrich und Ferdinand Lutz für den Preis der Jungen Literaturhäuser nominiert. Die Auszeichnung ergänzt den schon seit 20 Jahren bestehenden Preis der Literaturhäuser und soll Schriftsteller auszeichnen, die "phantastische Bücher für junge Leserinnen und Leser erfinden".

Treffen mit der Queen war für Merkel "einzigartiges Erlebnis"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Treffen mit der britischen Königin Elizabeth II. am Rande des G7-Gipfels als "einzigartiges Erlebnis" bezeichnet. "Es war eine große Ehre, dass drei Generationen der königlichen Familie mit uns gesprochen haben und zu uns kamen, insbesondere natürlich The Majesty The Queen, die Königin", sagte Merkel im englischen Carbis Bay. Zusammen mit anderen Mitgliedern der britischen Königsfamilie hatte Elizabeth II. die Teilnehmer des G7-Gipfels am Freitag im botanischen Garten "Eden Project" empfangen. Für Merkel war das dreitägige Treffen im malerischen englischen Küstenort bereits der 15. G7-Gipfel - und aller Voraussicht nach ihr letzter als Bundeskanzlerin. Ein Abschiedsgeschenk habe sie von ihren Kollegen der großen demokratischen Industrienantionen nicht bekommen: Nur "viele gute Wünsche", so Merkel.

Verdi: Behörden halten mindestens drei Journalisten in Erbil fest

Irakische Sicherheitsbehörden haben nach Angaben der Gewerkschaft Verdi mehrere Journalisten festgesetzt, die mit einer Delegation von Düsseldorf in den Irak unterwegs waren. Die Journalisten begleiten eine "Friedensdelegation", deren Mitglieder von der Bundespolizei bereits in Düsseldorf über Stunden festgesetzt und teilweise an der Ausreise gehindert worden waren. "Was wir wissen ist, dass mindestens drei Journalist*innen direkt nach ihrer Ankunft in Erbil festgesetzt wurden", erklärte die Hamburger Landesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi. Unbekannt sei jedoch, wie es ihnen gehe, was ihnen vorgeworfen werde, wann sie freikämen und welche Rolle deutsche Behörden in dieser Angelegenheit spielten. Unter den Festgesetzten war auch die Vorsitzende der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Cansu Özdemir. Verdi fordert die deutsche Bundesregierung und ihre Vertretung in Bagdad dringend auf, umgehend für die Freilassung der Journalisten und Journalistinnen zu sorgen.

"Abkommen zu Kolonialverbrechen eine Beleidigung"

Die Vereinbarung zwischen Deutschland und Namibia zu den deutschen Kolonialverbrechen ist nach Ansicht des Afrika-Experten Henning Melber eine Beleidigung. Die vorgesehene deutsche Zahlung von 1,1 Milliarden Euro über 30 Jahre sei schäbig, sagte der frühere Forschungsdirektor des Afrikainstituts der schwedischen Universität Uppsala dem Evangelischen Pressedienst. Der Bau des Berliner Flughafens habe sieben Milliarden Euro gekostet, der Umbau des Bahnhofs in Stuttgart sei derzeit mit acht Milliarden Euro veranschlagt. "Setzen Sie das mal in Relation zu den 1,1 Milliarden für den eingestandenen Völkermord an den Ovaherero und Nama!" Daher rühre auch die Empörung in Namibia, wo die Vereinbarung derzeit hohe Wellen schlage. Er bedaure das Ergebnis dieser wichtigen Initiative. Denn es sei ein einzigartiger Schritt, betonte der deutsch-namibische Politologe. Die Bundesregierung sei die erste westliche Regierung, die bereit sei anzuerkennen, dass man einen Völkermord begangen habe. Die deutschen Kolonialtruppen hatten zwischen 1904 und 1908 im damaligen Deutsch-Südwestafrika Aufstände der Herero und Nama brutal niedergeschlagen. Mehr als 80.000 Menschen kamen ums Leben.

46. Hamburger Ballett-Tage eröffnen mit "Hamlet21"

Die 46. Hamburger Ballett-Tage eröffnen heute mit einer Neuinszenierung von John Neumeiers Choreografie "Hamlet". John Neumeier hatte seine Auseinandersetzung mit dem Stoff nach William Shakespeare erstmals 1976 mit den fragmentarischen "Hamlet Connotations" begonnen, 1985 dann "Amleth" in Dänemark inszeniert und 1997 eine Fassung mit der Musik von Michael Tippett herausgebracht. Die Neufassung mit dem Titel "Hamlet21" konzentriert sich auf den Hauptkonflikt, die Verantwortung eines jungen Mannes für die Vergangenheit. Die Hauptrolle tanzt Alexandr Trusch, als Ophelia ist Anna Laudere zu sehen.
Wegen der Corona-Pandemie wurden die Hamburger Ballett-Tage vom 13. bis 27. Juni neu konzipiert. Zur Aufführung kommen außerdem unter anderem Vorstellungen von "Ghost Light" und "Tod in Venedig".

Berlinale-Preisträger bekommen ihre Auszeichnungen

Auf der Berliner Museumsinsel werden am Sonntagabend die Auszeichnungen der Internationalen Filmfestspiele vergeben. Die Preisträger waren bereits im März bekanntgegeben worden, wegen der Pandemie erhalten sie ihre Statuen aber erst jetzt. Der Goldene Bär für den besten Film geht an die Satire "Bad Luck Banging or Loony Porn" des rumänischen Regisseurs Radu Jude. Darin bekommt eine Lehrerin Ärger wegen eines Sexfilms. Vergeben werden auch mehrere Silberne Bären, darunter für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle. Geehrt wird damit Maren Eggert für ihre Rolle in der Tragikomödie "Ich bin dein Mensch". Darin spielt sie eine Wissenschaftlerin, die einen humanoiden Roboter als Partner testen soll. Die 71. Berlinale war wegen des Coronavirus in diesem Jahr geteilt worden. Im März hatten Fachleute online Filme geschaut, nun werden Open-Air-Vorführungen fürs Publikum nachgeholt.

Regisseur Frljić wendet sich gegen anonyme Beschuldigungen

Der bosnisch-kroatische Theatermacher Oliver Frljić beklagt in einem Interview im Deutschlandfunk Kultur den Mangel an Fantasie und die konservative Grundeinstellung der Theater im Hinblick auf eine Zeit nach der Pandemie. Die Theater würden gerne „einfach so weitermachen wie zuvor", sagt Frljić. Die Pandemie habe ihn dazu gebracht, sich mit Theorien und Konzepten zum Ausnahmezustand zu beschäftigen. Denn dieser präge permanent das Leben in den neoliberalen Demokratien. In der Debatte um Machtmissbrauch an den Theaterhäusern spricht sich Frljić gegen anonyme Beschuldigungen aus, da diese zu viel Raum für Fehlinterpretation ließen. Er wünscht sich, dass Betroffene mit ihren Namen an die Öffentlichkeit gehen, wenn sie sich wirkliche Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse erhoffen.

Hadsch wegen Pandemie deutlich eingeschränkt

Saudi-Arabien will trotz der Coronapandemie 60.000 Gläubigen die Teilnahme an der islamischen Pilgerfahrt Hadsch nach Mekka gewähren.

Das gab das Ministerium für Pilgerfahrten laut einem Bericht der Nachrichtenagentur SPA bekannt. Auch letztes Jahr hatte die Pilgerfahrt wegen der Pandemie in stark reduzierter Form stattgefunden - nur rund 10.000 Gläubige waren zugelassen worden. Wie im vergangenen Jahr sind auch diesmal ausschließlich Gläubige mit Wohnsitz in Saudi-Arabien zugelassen.

Für das Königreich ist die Hadsch eine wichtige Einnahmequelle. Der Golfstaat erzielt jährlich umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro aus sämtlichen Pilgerreisen.

Pilotprojekt "Open Air" zum Tanzen während der Pandemie

Mit dem Pilotprojekt "Open Air" soll an diesem Sonntag im Berliner Club Revier Südost getestet werden, wie in der Corona-Pandemie sicher unter freiem Himmel getanzt werden kann. Geplant ist die Entwicklung eines Konzepts, das sowohl für Behörden als auch für Clubs eine Richtlinie sein kann. Dafür wurden 300 Freiwillige per Losverfahren ausgesucht. Alle, die mittanzen wollen, müssen entweder getestet, geimpft oder genesen sein. Am Einlass erhalten die Gäste einen Tracker, den sie um den Hals tragen und mit dem das Abstandverhalten gemessen wird. Auf der Tanzfläche selbst bewerten eingesetzte Beobachter, ob sich Gäste und Personal an die Regeln halten. Das Tragen einer Maske sei Pflicht. Ausgewertet werden sollen die anonym erhobenen Daten so schnell wie möglich. Die Forscher erhoffen sich, mit ihren Zahlen eine Grundlage dafür schaffen, dass in diesem Sommer wieder Veranstaltungen mit Hygienekonzept ermöglicht werden können.

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