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Interview | Beitrag vom 24.09.2019

Organisierte KriminalitätKomplexe Strukturen, schwierige Ermittlungen

Arndt Sinn im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Polizeibeamte bewachen eine festgesetzte Person in Handschellen. (dpa / Daniel Reinhardt)
Polizeieinsatz bei einer Großrazzia in Frankfurt (dpa / Daniel Reinhardt)

Am heutigen Dienstag wird in Berlin das jährliche Lagebild zur Organisierten Kriminalität (OK) vorgestellt. In den letzten 30 Jahren hätten sich die Ansätze zur Bekämpfung dieser Verbrechen kaum weiterentwickelt, kritisiert Strafrechtsexperte Arndt Sinn.

Der Chef des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, stellt heute in Berlin das aktuelle Lagebild zur Organisierten Kriminalität (OK) vor. Nach einem Medienbericht hat das BKA 2018 deutlich weniger Tatverdächtige ermittelt als im Jahr davor, dafür aber fast dreimal mehr Vermögen konfisziert als 2017.

Der Rückgang der Tatverdächtigen könne viele Ursachen haben, sagt der OK-Experte Arndt Sinn. Gegen die Organisierte Kriminalität zu ermitteln sei aufwendig und erfordere vor allem personelle Ressourcen, so der Direktor des Zentrums für Europäische und Internationale Strafrechtsstudien. Da es aber auch andere ernste Bedrohungslagen gebe, wie zum Beispiel den internationalen Terrorismus oder Cyber-Crime, müssten die Sicherheitsbehörden die richtigen Prioritäten setzen.

Clan-Kriminalität ist nicht automatisch OK-Kriminalität

Seit 1990 hätten sich die Ansätze zur Bekämpfung der OK nicht nennenswert weiterentwickelt, kritisiert Sinn. Auch in der Forschung zum Thema müsse sich dringend etwas bewegen - nach 2004 habe es keine große, allumfassende OK-Forschung mehr gegeben.

Ein Schwerpunkt des BKA-Berichts liegt auf der Clan-Kriminalität. Die Familienverbände schotteten sich gegen Rechtsdurchsetzungsmechanismen ab, sagt Sinn - das dürfe nicht toleriert werden.

Zugleich weist Sinn aber darauf hin, dass Clan-Kriminalität nicht automatisch der OK zugerechnet werden darf. Und andere Bereiche der Organisierten Kriminalität werden dem Professor für deutsches und internationales Strafrecht zufolge viel zu wenig beachtet: so beispielsweise OK-Strukturen in Wirtschaftsunternehmen.

(ahe)

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