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Montag, 17.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 1. Juni 2018

Ordre des Arts et des Lettres für Monika Grütters

Die Kulturstaatsministerin nahm die Auszeichnung in Paris entgegen

Der französische Offiziersorden für Kunst und Literatur: Mehr "als eine intellektuelle Freude" für die Christdemokratin Monika Grütters. Die Auszeichnung habe sie sehr bewegt, denn die deutsch-französische Freundschaft sei mehr nur als eine Etikette. Der Orden wird seit mehr als 60 Jahren an Personen verliehen, die durch ihren Beitrag zur Ausstrahlung der französischen Künste und Literatur in Frankreich und der Welt beitragen.

Berlins Pierre Boulez Saal geht neue Wege

Beethoven und Einstürzende Neubauten für Spielzeit 2018/19 angekündigt

Der Pierre Boulez Saal wagt sich in der Saison 2018/19 auf neues Terrain: In der kommenden Saison zeigt er die erste Hälfte der 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens genauso wie das Projekt "Lament" der Berliner Band Einstürzende Neubauten - obwohl Daniel Barenboim, der Gründer des Konzertsaales, sie nach eigener Aussage noch nie gehört habe. "Lament", das "akustische Mahnmal gegen Gewalt und Schrecken", entstand 2014 zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges. Über den Musikdienst von Apple soll außerdem eine Playlist mit eigenen Vorschlägen und Auftritten von Künstlern im Saal kuratiert werden. Der Pierre Boulez Saal ist der Kammermusik-Saal der Berliner Barenboim-Said-Akademie. Er ist benannt nach Barenboims Freund, dem französischen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez, und wurde von Stararchitekt Frank Gehry entworfen.

Trägerverein gegen sexuelle Belästigung in Film und TV gegründet

Das teilten das Bundesministerium für Kultur und Medien und die Gründungsmitglieder mit.

Verbände und Gewerkschaften der Film- und Fernsehbranche, Vertretungen der Produzent*innen, der Fernsehsender und der Theater und Orchester: Sie gehören zu den Gründern des Trägervereins, an die sich Betroffene sexueller Belästigung und Gewalt zukünftig vertraulich wenden können. Die Vertrauensstelle wünscht sie weitere Mitglieder aus dem Musikbereich und anderen Kulturbranchen. Sie werde, heißt es, "zügig" die Arbeit aufnehmen. Unterhalten wird der Verein derzeit vom Kulturressort der Bundesregierung, der ARD, dem ZDF, dem Deutschen Bühnenverein, dem Verband privater Medien und der Deutschen Produzentenallianz.

Stadt Köln prüft Führungskultur an Theatern

Das kündigte Oberbürgermeisterin Henriette Reker an.

"Es ist wichtig, insgesamt zu hinterfragen, wie an den Bühnen geführt wird." Das sagte die Kölner Oberbürgermeisterin der Deutschen Presse-Agentur. Damit stellt sich die parteilose Politikerin den Mobbing-Vorwürfen gegen den Intendanten des Schauspiels Köln, Stefan Bachmann und seiner Frau Melanie Kretschmann. "Es mag sein, dass künstlerische Organisationen ihre Besonderheiten haben", so Oberbürgermeisterin Reker, "aber natürlich müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überall wertgeschätzt werden". Sie könne sich derzeit kein Urteil über die Vorwürfe von Ensemble-Mitgliedern und Regisseuren erlauben, aber sie wolle "in jedem Fall, dass die Führungskultur dort jetzt untersucht wird." Dazu habe sie bei Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach einen Bericht angefordert. Bachmann und Kretschmann bestreiten die Vorwürfe.

NRW erhöht Förderung kommunaler Theater

Das meldete die "Westfälische Rundschau"

Nordrhein-Westfalen verdoppelt seine finanzielle Unterstützung für die kommunalen Theater bis zum Jahr 2022: Statt 20 Millionen Euro sollen es 40 Millionen Euro sein. Zusätzlich fordere die parteilose Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen von der schwarz-gelben Landesregierung eine zusätzliche Förderung von zehn Millionen Euro für die "Profilbildung" von Theatern und Orchestern, mit der "ungewöhnliche und mitunter kostspielige Projekte möglich werden" könnten. Die Bühnen Köln und das Gürzenich-Orchester sollen nach dem Bericht mit 2,8 Millionen Euro am meisten von der Erhöhung profitieren. In Dortmund und Bochum würde die Anhebung die Landesfördersumme verdoppeln. Nach Angaben der "Westfälischen Rundschau" mahnt Pfeiffer-Poensgen die Städte, im Gegenzug nicht die eigene Unterstützung zu kürzen.

Musikerkollegen trauern um Demba Nabé

Über die Todesursache ist nach wie vor nichts bekannt

"Ich bin fassungslos. Mir fehlen die Worte", twitterte Thomas D von den Fantastischen. "Wir werden die Voice von Berlin vermissen. Der Sound bleibt ewig", kondolierte die Stadt Berlin. Demba Nabé von Seeed war gestern mit nur 46 Jahren gestorben. Der auch als Boundzound bekannte Sänger gehörte neben Peter Fox und Dellé zu den Frontmännern der elfköpfigen Berliner Band.

Söder verteidigt Kreuz als Symbol für Identität

Heute ist der Erlass des bayerischen Ministerpräsidenten in Kraft getreten

Kreuze in allen Behörden des Freistaates Bayern: Die seit heute geltende Anordnung von Markus Söder wird immer kontroverser diskutiert und vom neuen bayerischen Ministerpräsidenten verteidigt: Das Kreuz sei "natürlich zuerst ein religiöses Symbol, aber es ist eben auch ein Symbol für die Identität". Deswegen stehe es auch in der bayerischen Verfassung. Weil Kreuze bereits in Gerichtssälen und Schulen hängen, sei sein Erlass "völlig angemessen." Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Ein souveräner Ministerpräsident würde den Fehler einräumen und den Erlass zurücknehmen." Sie wirft Söder vor, das Kreuz als "Wahlkampfmanöver missbraucht" zu haben. Die bayerischen Grünen gehen davon aus, dass der Erlass verfassungswidrig ist.

Fans von Kollegah vor der JVA Hagen

Der umstrittene Rapper begrüßte einen entlassenen Kollegen

"Hoch emotionalisiert" waren Fans von Kollegah: Das befanden Polizeibeamte vor der Justizvollzugsanstalt Hagen - und forderten vorsichtshalber Kollegen an. Letztlich verlief der Auftritt des Rappers aber "sittlich", sagte er Sprecher. Kollegah war gekommen, um einen Musikerkollegen abzuholen, der in Untersuchungshaft gesessen und für den Kollegah eine Kaution von 40 000 Euro aufgebracht hatte. Die Verleihung des Musikpreises "Echo" an Kollegah und Farid Bang führte zur Abschaffung der Auszeichnung für die meistverkauften Platten.

Franz-Hessel-Preis an Fatma Aydemir und Michel Jullien

Die Auszeichnung wurde in Paris überreicht

Sie sollen den literarischen und intellektuellen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich vertiefen: Deshalb haben die Taz-Autorin und Schriftstellerin Fatma Aydemir, deren Debütroman "Ellbogen" im vergangen Jahr veröffentlicht wurde, und der französische Autor Michel Jullien für "Denise au Ventoux" den deutsch-französischen Preis erhalten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters und ihre französische Amtskollegin Francoise Nyssen überreichten die mit je 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Der Schriftsteller und Übersetzer Franz Hessel war 1938 aus Berlin nach Paris geflohen. Der Preis in seinem Namen wird an Autoren vergeben, die im Nachbarland noch weitgehend unbekannt und unübersetzt sind.

Mannheimer Kunsthalle eröffnet Neubau

In Mannheim wird die Eröffnung der neuen Kunsthalle mit einem dreitägigen Bürgerfest gefeiert.

Bis Sonntag stehen Vorträge, Live-Musik, Workshops und freier Eintritt auf dem Programm. Das Haus, als "Stadt in der Stadt" entwickelt, umfasst neun "Kuben" mit 13 großen Galerien, die sich um das drei Stockwerke hohe Atrium mit gläsernem Dach gruppieren. Die neue Kunsthalle hat knapp 70 Millionen Euro gekostet. Nun stehen 13.000 Quadratmeter Nutzungsfläche zur Verfügung, sagte Direktorin Ulrike Lorenz. Die Realisierung des Entwurfs des Hamburger Architektenbüros gmp dauerte drei Jahre.

Nach einem Wasserschaden an dem alten Haus aus dem Jahr 1983 waren privat 50 Millionen Euro für einen Neubau gesammelt worden. Die Stadt Mannheim hatte die Summe aufgestockt. Die Kunsthalle beherbergt die wohl weltgrößte Privatsammlung mit Werken von Anselm Kiefer.

Beckmanns "Ägypterin" für 4,7 Millionen versteigert

Villa Grisebach erzielte damit Rekorderlös in Deutschland

Der "weibliche Kopf in Blau und Grau" hat einen neuen, unbekannten Besitzer. Das von Max Beckmann 1942 im holländischen Exil gemalte Porträt, das er "Die Ägypterin" nannte war auf zwei Millionen Euro geschätzt worden. Nun erzielte es mit knapp 5 Millionen Euro den bisher höchsten Preis bei einer Kunstversteigerung in Deutschland, teilte das Auktionshaus Villa Grisebach in Berlin mit. Das Bild stammt aus dem Nachlass von Barbara Göpel, einer engen Freundin des Malers.

Wetterprognose für Rock am Ring wieder durchwachsen

Heute beginnt das Musikfestival

Bis Sonntag werden 80 Bands in der Eifel erwartet. Auf dem Programm stehen die britische Formation Muse, Beth Ditto und Indie-Rapper Casper, Thirty Seconds to Mars, den Foo Fighters und Marilyn Manson. Die Rockfans müssen sich allerdings - wie schon in den Vorjahren - auf schlechtes Wetter einstellen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet schon ab Freitag mit Gewittern. 2015 und 2016 hatte das Festival auf dem Flugplatz Mendig mit heftigen Gewittern zu kämpfen. Im vergangenen Jahr wurde der Nürburgring wegen eines Terrorverdachts, der sich später glücklicherweise als unbegründet herausstellte, unterbrochen.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität ist Geschichte

Universität Greifswald trennt sich von ihrem Nazi-Namen

Nun ist es amtlich. Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität heißt ab heute "Universität Greifswald". Diesen Namen trug sie von 1456 bis 1933. Die Nazionalsozialisten hatten der Hochschule den völkischen Ideologen Ernst Moritz Arndt als Namenspatron verordnet. Alle Rektoren der Universität zwischen 1950 und 1978 waren Mitglied der NSDAP - das könnte ein Grund sein, weshalb solange an diesem Namen festgehalten wurde.

John Malkovich spielt Harvey Weinstein auf der Bühne

"Bitter Wheat" feiert 2019 in London Premiere

Der Hollywoodstar wird in einem Theaterstück den einstigen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein verkörpern. Das sagte John Malkovich dem Kulturmagazin Westart. Geschrieben wurde "Bitter Wheat" von US-Dramatiker David Mamet. Es "ist sehr lustig und sehr fies zugleich. Ich bin mir sicher, dass wir damit polarisieren werden", sagte Malkovich, Spezialist für abgründige Charaktere. Weinstein war am Mittwoch von einer Grand Jury in New York u.a. wegen Vergewaltigung angeklagt worden. Zahlreiche Frauen hatten Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Daraus entstand die Bewegung #MeToo.

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