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Interview | Beitrag vom 25.03.2021

Opposition in Belarus"Wir erwarten, dass wir nicht vergessen werden"

Vitali Alekseenok im Gespräch mit Ute Welty

Ein Protestierender mit weiß-rot-weißer Fahne überquert eine Straße in Minsk. (picture alliance/dpa/Sputnik/Viktor Tolochko)
Wegen Repressionen gab es zuletzt kaum noch Proteste in Belarus. Doch Vitali Alekseenok rechnet mit einem neuerlichen "Erwachen" der Oppositionsbewegung. (picture alliance/dpa/Sputnik/Viktor Tolochko)

Nach mehreren Monaten Pause soll es wieder mehr Proteste gegen das Regime in Belarus geben - trotz Angst vor weiteren Repressionen. Vitali Alekseenok, Dirigent in München, fordert die Unterstützung des Westens. Jeder könne etwas tun.

Verschleppungen, Verhaftungen, Folter: Das Lukaschenko-Regime in Belarus versucht, mit aller Gewalt die Protestbewegung im Land zu ersticken. Doch nach Monaten Pause rechnet der in München lebende Dirigent Vitali Alekseenok nun mit neuen Demonstrationen: "Ich erwarte mehr oder weniger ein Erwachen", sagt er. Die Menschen wollten wieder "die Luft der Freiheit schnuppern". Sein Buch "Die weißen Tage von Minsk. Unser Traum von einem freien Belarus" ist soeben erschienen.

Angst haben die Belarussen jeden Tag

Auch wenn viele Aktivisten in Gefängnissen oder im Exil seien: "Hunderttausende Menschen" seien mit dem Regime weiterhin nicht einverstanden und würden sich langsam wieder wagen, auf die Straße zu gehen.

Portrait des Dirigenten der einen Taktstock in der Hand hält. (schwarzweiß Fotografie) (Serhij Horobets )Lebt in München: der Dirigent Vitali Alekseenok. (Serhij Horobets )

Im Februar, als er zuletzt in seiner Heimat war, habe er eine deprimierende Stimmung erlebt, aber auch "heimliche Protestsignale" wahrgenommen, wie Aufzeichnungen oder Texte. Angst spiele gleichwohl eine große Rolle: "Die Angst ist jetzt eine der essentiellsten Emotionen, die Belarussen jeden Tag erleben müssen."

Mit Machthaber Alexander Lukaschenko, dem die Opposition Wahlbetrug vorwirft, könne es keine Zukunft in Belarus geben, so Alekseenok weiter. "Der Präsident ist illegitim", sagt er. "Der ist ein Mörder, der hat Blut an seinen Händen." Die belarussische Bevölkerung erkenne ihn nicht an.

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Ihr müsse vom Ausland geholfen werden: "Wir erwarten, dass wir nicht vergessen werden, dass das Thema Belarus immer noch in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union und im Westen generell bleibt und dass wir dann Unterstützung spüren." Weitere Sanktionen seien das eine. Doch jeder könne hilfreich sein: "Es gibt viele Wege, man muss es nur wollen."

(bth)

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