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Samstag, 23.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 28. August 2021

Opernsängerin Teresa Zylis-Gara ist tot

Die polnische Opernsängerin Teresa Zylis-Gara ist im Alter von 91 Jahren gestorben. "Eine Künstlerin mit außergewöhnlichem Talent, mit Charisma und Energie ist von uns gegangen", teilte die Nationaloper in Warschau mit. Mit ihrer unvergleichlichen Stimme und ihrem bezaubernden Timbre habe die Sopranistin Opernhäuser von New York über München bis Mailand erobert. Geboren in Litauen, studierte Zylis-Gara an der Musikakademie in Lodz. Nach einem dritten Platz im Internationalen Musikwettbewerb der ARD ging sie nach Deutschland - mit Stationen am Theater Oberhausen, dem Opernhaus Dortmund und der Deutschen Oper am Rhein. 1968 folgte ihr erster Auftritt an der Metropolitan Opera in New York, die für sie bis 1984 zu ihrer neuen Heimat wurde. Zylis-Gara war vor allem für ihre Rollen in Opern von Mozart, Puccini und Verdi bekannt. Im Laufe ihrer Karriere trat sie mit Dirigenten wie Herbert von Karajan und neben Sängerkollegen wie Kurt Böhme und Luciano Pavarotti auf.

Karlsbader Hauptpreis geht an Flüchtlingsdrama

Das Flüchtlingsdrama "As far as I can walk" des serbischen Regisseurs Stefan Arsenijevic hat den Hauptpreis des 55. Internationalen Filmfestivals von Karlsbad gewonnen. Der 44-Jährige nahm den Kristallglobus am Samstagabend bei der Abschlussgala entgegen. Der Preis ist mit umgerechnet knapp 22 000 Euro dotiert. Der Film handelt von Strahinja und seiner Frau Ababuo, die Ghana verlassen, um in Europa ein besseres Leben zu finden. Hauptdarsteller Ibrahim Koma wurde zudem als bester Schauspieler ausgezeichnet. Der Deutsche Dietrich Brüggemann gewann mit der Tragikomödie "Nö" die Auszeichnung für die beste Regie. Die Preise des Festivalpräsidenten gingen an den US-Schauspieler und Drehbuchautor Ethan Hawke sowie den tschechischen Regisseur Jan Sverak.

Europäische Kulturpreise verliehen

In der Bonner Oper sind am Samstagabend die diesjährigen Europäischen Kulturpreise verliehen worden. Die zehn undotierten Auszeichnungen wurden an Kunstschaffende, Musiker und Sportler überreicht. Die Gala zur Preisverleihung fand im Rahmen des Beethoven-Jahres statt. Wegen der Corona-Pandemie war das Jubiläumsprogramm zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven auf dieses Jahr verschoben worden. Unter den Preisträgern sind die georgisch-britische Sängerin Katie Melua, der Trompeter Till Brönner sowie der Schauspieler Tobias Moretti, der in einem Spielfilm zu Ehren des Komponisten Ludwig van Beethoven die Hauptrolle spielte. Die Verleihung der Europäischen Kulturpreise würdigt Persönlichkeiten, Initiativen, Künstler, Politiker oder Institutionen für herausragende Verdienste und Leistungen um und für Europa.

Steinmeier würdigt NS-Opfer Lüdke mit Stolperstein

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Schauspieler Mario Adorf haben mit der Verlegung eines Stolpersteins an das NS-Opfer Bruno Lüdke erinnert. Adorf hatte 1957 in einer Verfilmung über Lüdkes Leben die Hauptrolle gespielt. Bis 1994 galt der geistig behinderte Mann als einer der schlimmsten Serienmörder der deutschen Kriminalgeschichte. Nachdem er 1943 unschuldig in die Fänge der Polizei geriet, wurde er zu einem 50-fachen Mörder stilisiert. Wissenschaftliche Forschungen fanden später heraus, dass gebürtige Köpenicker keinen der Morde begangen haben konnte. Steinmeier dankte der Initiative der Stolpersteine, weil sie auch jüngere Generationen über die eigene Geschichte stolpern und nachdenken ließe. Auf den Stolpersteinen sind Namen und Daten von Menschen in Messing eingraviert, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden, aus Deutschland fliehen mussten oder die Lager überlebten. Sie werden in die Bürgersteige vor den letzten freiwilligen Wohnorten der Opfer eingelassen.

Visa für afghanische Journalisten gefordert

Vor der Reise von Bundesaußenminister Heiko Maas nach Tadschikistan, Usbekistan und Pakistan hat "Reporter ohne Grenzen" gefordert, afghanischen Medienschaffenden, die sich in Nachbarländern aufhalten, "grundsätzlich schnell und unbürokratisch Visa für Deutschland" auszustellen. Da sich das Zeitfenster für Evakuierungen mit dem Flugzeug aus Kabul in wenigen Tagen schließe, versuchten gefährdete Journalistinnen und Journalisten, in Drittländer zu fliehen oder seien dort bereits angekommen. Geflüchteten afghanischen Staatsangehörigen in Drittstaaten erteile die Bundesrepublik allerdings nur im Einzelfall Visa, zitiert die Organisation das Auswärtige Amt. Nur Tage, nachdem die Taliban behauptet hätten, die Pressefreiheit respektieren zu wollen, häuften sich Berichte über Drohungen, Schikanen und Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten in Afghanistan, so "Reporter ohne Grenzen".

Afrika bekommt erstes "Unterwassermuseum"

Vor der Küste Kenias soll "Afrikas erstes Unterwassermuseum" entstehen, wie die südafrikanische Zeitschrift "The Continent" berichtet. Ein bedeutender Teil der Ausstellung am Meeresboden seien knapp 600 Jahre alte Schiffe, die auf ihrem Weg aus dem alten China sanken. Die Schiffswracks aus der Ming-Dynastie wurden dem Bericht zufolge von chinesischen und kenianischen Archäologen entdeckt. Das Museum soll sich über einen Küstenabschnitt von 137 Kilometern in Nordkenia erstrecken. Neben den chinesischen Schiffen können Taucher auch portugiesische und arabische Schiffe erkunden - sowie gesunkene Boote, die den Sklavenhandel unterstützten.

Goethe-Medaillen für Kulturdialog vergeben

Bei einem digitalen Festakt in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar sind die diesjährigen Goethe-Medaillen vergeben worden. Ausgezeichnet wurden die chinesische Tänzerin und Choreografin Wen Hui, die kamerunische Sozialökonomin Princess Marilyn Douala Manga Bell und der japanische Komponist Toshio Hosokawa. Geehrt würden sie für ihr herausragendes Engagement im internationalen Kulturaustausch, sagte die Präsidentin des Goethe-Instituts, Carola Lentz. Bell wurde für ihre zukunftsweisenden Ideen zur Aufarbeitung kolonialen Unrechts und ihr internationales kulturelles Schaffen geehrt, Hosokawa für seine unverwechselbare Musiksprache. Die Choreografin Wen Hui zähle zur Avantgarde des Tanztheaters in China. Die Verleihung der Goethe-Medaille findet traditionell am 28. August statt, dem Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe. Seit 1955 wurden bereits mehr als 350 Persönlichkeiten aus 67 Ländern geehrt.

Belarus löst unabhängige Journalistenorganisation auf

Der oberste Gerichtshof in Belarus hat die Auflösung der größten unabhängigen Journalistenorganisation "Belarusian Association of Journalists" (BAJ) beschlossen. Im Zuge dessen wurden mehr als 30 Journalisten festgenommen, Zeitungsbüros durchsucht sowie die Internetseiten großer unabhängiger Medien gesperrt. Das PEN Zentrum unter der Leitung der Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch wure geschlossen. Als Urteilsbegründung wurde das angebliche Auslaufen der Büromietverträge der sechs Filialen der "Belarusian Association of Journalists" angegeben. Die Organisation widersprach dem, konnte aber keine Beweise vorlegen, da die Büros seit einer Razzia im Juli geschlossen sind. Man werde trotz des Gerichtsurteils weiterarbeiten, sagt der BAJ-Vorsitzende Andrej Bastunets der Nachrichtenagentur "Associated Press".

Preis des Westfälischen Friedens in Münster verliehen

Der ehemalige griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und der aktuelle nordmazedonische Regierungschef Zoran Zaev sind mit dem Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet worden. Die Ehrung erhielten sie für ihre Einigung im mazedonischen Namensstreit und die dadurch entstandene Stabilität auf dem Balkan. Mazedonien als Nachbarstaat von Griechenland hatte sich nach einem jahrelangen, erbitterten Streit in Nordmazedonien umbenannt. Die beiden Preisträger hätten drei Leitideen umgesetzt: Den Willen zum Frieden, die kritische Selbstreflexion und Europa als Raum für ein friedliches Zusammenleben, sagte der lettische Staatspräsident Levits in seiner Laudatio. Die Umweltschutzorganisation "Plant-for-the-Planet" wurde mit dem Jugendpreis und damit mit der Hälfe des Preisgeldes von 100.000 Euro für ihren Kampf gegen den Klimawandel ausgezeichnet. Der Preis des Westfälischen Friedens erinnert an das Ende des Dreißigjährigen Krieges, das 1648 in Münster und Osnabrück beschlossen wurde.

Wahlprogramme werden immer unverständlicher

Die Parteiprogramme zur Bundestagswahl werden einer Studie zufolge immer unverständlicher. Sie enthielten zum Beispiel Bandwurm-Sätze mit bis zu 79 Wörtern, teilte die Universität Hohenheim mit. Nur 1994 seien die Programme im Schnitt noch unverständlicher gewesen, ergab die Analyse der Forschenden. Sie benutzten eine Software für komplizierte Wörter oder verschachtelte Sätze. Ein weiteres Ergebnis: Die Wahlprograme werden immer länger. Formulierten die Parteien bei der ersten Bundestagswahl 1949 ihre Vorhaben noch im Schnitt mit rund 5.500 Wörtern, sind es nun mit mehr als 43.000 acht Mal so viele.

Computerspielemesse gamescom beendet

Die virtuelle Computerspielemesse gamescom ist zu Ende. Die größte Spielemesse der Welt fand auch in diesem Jahr pandemiebedingt nicht in den Kölner Messehallen, sondern in Form verschiedener Video-Livestreams im Netz statt. Schwerpunkte waren diesmal unter anderem mobiles Spielen oder Lernspiele für Kinder und Jugendliche. Die Computerspieleindustrie wächst kräftig, auch durch die Pandemie. Allein in Deutschland beträgt der Umsatz mit Spielen und Hardware mehr als acht Milliarden Euro pro Jahr. Die Veranstalter zogen eine positive Bilanz der dreitägigen Veranstaltung.

FIL-Literaturpreis für Chilenin Diamela Eltit

Der FIL-Preis für Literatur in romanischer Sprache geht in diesem Jahr an die chilenische Schriftstellerin Diamela Eltit. Die Jury würdigte "die Tiefe ihres einzigartigen Werks, das das Nachdenken über Literatur, Sprache und Macht an der Jahrhundertwende erneuert". Die mit etwa 128.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als einer der wichtigsten Literaturpreise Lateinamerikas. Sie wird seit 30 Jahren bei der internationalen Buchmesse der mexikanischen Stadt Guadalajara vergeben. Die 1949 in Santiago de Chile geborene Roman- und Essay-Autorin hatte vor drei Jahren bereits den Nationalen Literaturpreis ihres südamerikanischen Heimatlandes erhalten. Eltit ist für Romane wie "Lumpérica" (1983) und "El cuarto mundo" (1988) bekannt.

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