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Samstag, 25.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 25. April 2021

Opernsängerin Christa Ludwig gestorben

Die Sopranistin Christa Ludwig ist tot. Die gebürtige Berlinerin starb am Samstag im Alter von 93 Jahren in ihrer Wahlheimat Klosterneuburg bei Wien, wie die Familie der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Sonntag bestätigte. Ludwig galt als einer der großen Opernstars des 20. Jahrhunderts. 1994 hatte sie nach 769 Auftritten in der Wiener Staatsoper ihren Bühnenabschied gefeiert. 2018 hatte sie die Auszeichnung Opus-Klassik für ihr Lebenswerk erhalten. Ludwig kam nach Stationen in Darmstadt und Hannover 1955 an die Wiener Staatsoper. Seit ihrem ersten Auftritt bei den Salzburger Festspielen im selben Jahr war sie dort ebenso Stammgast wie in Bayreuth und bei vielen anderen bedeutenden Musikfestspielen und Häusern.

Gegen-Aktion zu #allesdichtmachen

Als Antwort auf die Schauspieleraktion "#allesdichtmachen" gibt es nun eine Gegeninitiative von Medizinern und Pflegekräften: "#allemalneschichtmachen". Die Notärztin und Bloggerin Carola Holzner, im Netz bekannt als "Doc Caro", rief die Schauspieler auf, mal für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten. "Ihr habt eine Grenze überschritten", sagte Holzner, Leitende Oberärztin am Universitätsklinikum Essen, in einem Instagramvideo. "Und zwar eine Schmerzgrenze all jener, die seit über einem Jahr alles tun." Unter dem Motto "#allesdichtmachen" hatten mehr als 50 Film- und Fernsehdarsteller mit aus ihrer Sicht ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert, darunter Jan-Josef Liefers, Heike Makatsch oder Ulrich Tukur.

Leben fast wie vor Corona in Australien und Neuseeland

Mehr als 50 000 Zuschauer haben in einem Stadion im neuseeländischen Auckland ein Live-Konzert der Band Six60 besucht. Abstandhalten und Kontaktbeschränkungen gab es nicht. Es sei surreal, wieder so viele Leute auf einmal zu sehen, sagte Fan Lucy Clumpas, die das vergangene Jahr in Großbritannien verbracht hatte. Auch in Australien kamen Menschenmassen zu einem Großereignis zusammen. Beim Spiel Collingwood gegen Essendon im Volkssport Australian Football wurden 78 000 Zuschauer im Melbourne Cricket Ground gezählt. Australien und Neuseeland haben seit dem Corona-Ausbruch schon mehrfach sehr große Zuschauermengen zugelassen, da das Virus durch frühe Schließungen der Grenzen, entschlossene Lockdowns und die geographische Lage in den beiden Ländern gut beherrscht wird.

Entwicklungsminister: Kampf gegen Malaria fortsetzen

Zum Welt-Malaria-Tag hat Bundesentwicklungsminister Müller eindringlich dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Tropenkrankheit nicht nachzulassen. Alle zwei Minuten sterbe ein Kind in Afrika an Malaria, sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Corona-Pandemie habe die Situation zusätzlich verschärft, weil Personal abgezogen worden sei, um Corona-Infizierte zu behandeln. Außerdem seien Versorgungsketten zusammengebrochen - oft mit tödlichen Folgen. Die Weltgesundheitsorganisation befürchte 100.000 zusätzliche Malaria-Tote für das Jahr 2020, sagte Müller den Zeitungen weiter. In Asien seien die Malaria-Behandlungen seit Beginn der Pandemie um 60 Prozent zurückgegangen, in Afrika um 15 Prozent. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich etwa 400.000 Menschen an Malaria, zwei Drittel davon seien kleine Kinder.

Modedesigner Alber Elbaz an Covid-19 gestorben

Der israelische Modeschöpfer Alber Elbaz ist im Alter von 59 Jahren in Paris gestorben. Er erlag den Folgen einer Covid-19-Erkrankung, wie der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont mitteilte. Elbaz habe einen wohlverdienten Ruf als eine der hellsten und beliebtesten Persönlichkeiten der Branche gehabt, sagte Richemont-Chef Johann Rupert. Der Designer arbeitete während seiner Karriere in mehreren Modehäusern. Nach Stationen bei Guy Laroche und Yves Saint Laurent war er viele Jahre lang für das Modehaus Lanvin tätig. Mit seinen schmeichelhaften Entwürfen wurde er zum Liebling von Hollywoodstars wie Cate Blanchett, Natalie Portman und Sienna Miller. Meryl Streep machte in einer von ihm entworfenen goldfarbenen Robe bei der Oscar-Verleihung Schlagzeilen.

Protest gegen Patent zu "Alzheimer-Affen"

Ein Patent zu Tierversuchen hat bei Tierschützern Protest ausgelöst. Das Patent stellt Nagetiere und Primaten bis hin zu Menschenaffen unter Schutz, die für Forschung der Pharmaindustrie gezielt dement gemacht und dann als Versuchstiere verwendet werden. Gegen das Patent sei nun Einspruch eingelegt worden, teilte die Organisation Testbiotech mit. Das Europäische Patentamt bestätigte den Eingang des Einspruchs. Bei dem patentierten Verfahren werden bei den Tieren per Gentechnik Symptome der Alzheimer-Krankheit ausgelöst. Das sei mit erheblichem Leid für die Tiere verbunden, der konkrete medizinische Nutzen scheine hingegen fraglich, sagte Christoph Then von Testbiotech. Nicht zuletzt könnten solche Patente wirtschaftliche Anreize für unnötige Tierversuche schaffen. Derzeit werden laut Testbiotech in der EU jährlich rund zehn Millionen Tiere in Versuchen "verbraucht".

Englische Fußballclubs boykottieren Social-Media

Aus Protest gegen rassistische Äußerungen im Internet haben englische Fußballclubs einen dreitägigen Boykott von Online-Netzwerken angekündigt. Der Boykott beginne am kommenden Freitag um 16.00 Uhr und dauere bis Dienstag um 00.59 Uhr, teilten der englische Verband "Football Association" sowie die erste und zweite Liga der Männer und die Top-Liga der Frauen mit. Dies sei eine Reaktion "auf den andauernden und fortgesetzten diskriminierenden Missbrauch" der Online-Netzwerke Facebook, Instagram und Twitter, um Spieler und andere im Fußball rassistisch zu beleidigen, teilten die Beteiligten mit. Die Internetplattformen müssten "mehr tun" gegen Hassbotschaften im Netz und für den "Kampf gegen Diskriminierung". Man erkenne zwar die Bedeutung und den Wert der sozialen Medien für den Fußball an, die mehrtätige Social-Media-Abstinenz solle aber den dringenden Handlungsbedarf bei der Bekämpfung von Rassismus aufzeigen.

Salzburger Pfingstfestspiele finden trotz Corona statt

Die Salzburger Pfingstfestspiele werden trotz Corona-Krise über die Bühne gehen, sagte die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, der Wiener Zeitung "Kurier". Die ab 19. Mai geltenden landesweiten Öffnungen in Österreich kämen gerade rechtzeitig für das vom 21. bis 24. Mai dauernde Festival. Den neuen Regeln zufolge dürfen nur die Hälfte der Saalkapazitäten ausgeschöpft werden. Man hoffe dennoch, kein Geld aus dem Kulturschutzschirm der Regierung zu brauchen, sagte Rabl-Stadler. Auch sei noch nicht endgültig geklärt, wie mit den Reisebeschränkungen und Quarantäneregeln für aus dem Ausland anreisende Künstler umgegangen werden soll. Das zentrale Werk der diesjährigen Pfingstfestspiele ist Georg Friedrich Händels Oratorium "Il trionfo del Tempo e del Disinganno".

Maler Lüpertz kritisiert "Verblödung" in der Kunst

Der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz hat sich in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" über eine "Verblödung" in der Kunstwelt beschwert. Das betreffe sowohl die Bildende Kunst als auch die Literatur. Künstler seien am Verdämmern, und Bildung und Schulung finde nicht mehr statt. Lüpertz gilt als einer der wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart und feiert heute seinen 80. Geburtstag, zu dem ihm auch Kulturstaatsministerin Grütters und Bundespräsident Steinmeier gratulierten. Grütters sagte, Lüpertz habe weder Grenzen noch Tabus gescheut und eine unbändige Schaffensfreude bewiesen. Zum Thema Tod sagte der bekennende Katholik Lüpertz im Interview: "Man kann natürlich glaubenslos leben, aber man kann auch mit Glauben leben. Beides ist einem persönlich überlassen. Also wenn ich bezüglich der Vorstellung meines Todes und der Ewigkeit, die daraus folgt, den Glauben an eine gewisse Zukunft habe, ist das doch angenehmer, als wenn man in ein Nirwana verfällt."

Oscar-Verleihung in der Nacht zu Montag

In Los Angeles werden am Sonntag (17.00 Uhr Ortszeit; Montag 02.00 Uhr MESZ) die Oscars verliehen. Als großer Favorit gilt das Roadmovie "Nomadland" der aus China stammenden Regisseurin Chloé Zhao. Das Sozialdrama mit Frances McDormand in der Hauptrolle ist in sechs Kategorien nominiert, unter anderem für den besten Film, die beste Regie, die beste Hauptdarstellerin und die beste Kamera. Gute Chancen auf Oscars werden auch der Netflix-Filmbiografie "Mank", dem Demenz-Drama "The Father", dem Gerichtsthriller "The Trial of the Chicago 7" und dem Musikdrama "Ma Rainey's Black Bottom" eingeräumt. Ein deutscher Film hat es nicht in die Endauswahl für den Auslands-Oscar geschafft. Wegen der Corona-Pandemie findet die Gala an zwei Orten statt, dem Bahnhof Union Station in Los Angeles und dem Dolby Theatre.

Cyberangriff beeinträchtigt Madsack-Zeitungsproduktion

Die Produktion von Regionalzeitungen in mehreren Bundesländern ist wegen eines Cyberangriffs auf die Madsack-Mediengruppe beeinträchtigt worden. Ein Unternehmenssprecher teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass dennoch die meisten Titel in annähernd vollem Umfang erscheinen konnten. Von Einschränkungen seien hauptsächlich die Lokalteile betroffen gewesen. Einige Publikationen hätten kurzfristig Bezahlschranken zum Online-Angebot als Ausgleich für die Leser aufgehoben. Auch seien sofort Maßnahmen gegen den Angriff eingeleitet worden. Zur Madsack Mediengruppe gehören u.a. die Tageszeitungen: "Hannoversche Allgemeine Zeitung", "Neue Presse", "Lübecker Nachrichten", "Märkische Allgemeine", "Leipziger Volkszeitung" und die "Dresdner Neueste Nachrichten". Zuletzt war die Funke-Mediengruppe in Essen Opfer eines schweren Hacker-Angriffs geworden.

Jean-Paul-Preis für Barbara Honigmann

Die Schriftstellerin Barbara Honigmann erhält den Jean-Paul-Preis des Freistaates Bayern. Die 72-Jährige werde damit für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, gab Kunstminister Sibler in München bekannt. Honigmanns Romane und Erzählungen ließen in vielen Facetten und Nuancen ein differenziertes Bild jüdischer Identität in Deutschland und Europa entstehen, so der CSU-Politiker. In ihrer Gesamtheit bildeten Honigmanns Geschichten eine eigene Chronik des 20. Jahrhunderts. Ihr Werk ist gleichermaßen Literatur und Geschichtsschreibung. Ihre Erzählweise sei unaufgeregt leise, manchmal fast karg und gleichzeitig eindringlich. Barbara Honigmann kam 1949 in Ost-Berlin zur Welt und lebt seit den 1980er-Jahren in Straßburg. Der Freistaat würdigt mit dem Jean-Paul-Preis das literarische Gesamtwerk eines deutschsprachigen Schriftstellers. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Friedrich Dürrenmatt, Botho Strauß, Brigitte Kronauer und Ursula Krechel.

Dekolonialisierung in Neukölln

Die Wissmannstraße in Berlin-Neukölln heißt jetzt Lucy-Lameck-Straße. Jahrelang hatten Initiativen wie "Berlin Postkolonial" für die Umbenennung der Straße gekämpft, die seit 1890 den für Kriegs- und Kolonialverbrechen verantwortlichen ehemaligen Reichskommissar und Gouverneur von „Deutsch-Ostafrika" Hermann von Wissmann ehrte. Nach Beteiligung der Anwohner war die Namensänderung schließlich von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen worden. Die Freiheitskämpferin Lucy Lameck war als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias. Anlässlich der Umbenennung rief der tansanische Botschafter in Deutschland, Possi, zur weiteren Dekolonisierung des öffentlichen Raums und des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland auf. Der Botschafter verwies beispielhaft auf die Wissmannstraßen in Köln, Hamburg, München und Düsseldorf, die ebenfalls umbenannt werden sollten.

Baden-Württemberg für Rückgabe von Benin-Bronzen

Baden-Württemberg will die Diskussion um Rückgaben der als Raubgut geltenden Benin-Bronzen aus deutschen Museen beschleunigen. Eine Roadmap sieht ohne Einigung zwischen Bund und Ländern auch Alleingänge vor. "Die Zeit ist reif", sagte Kunstministerin Theresia Bauer der dpa. Die Grünen-Politikerin fordert ein "weitreichendes Signal" von einer für Donnerstag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) einberufenen Runde. Museumsexperten und politisch Verantwortliche wollen dann über den weiteren Umgang mit Benin-Bronzen beraten. Benin-Bronzen sind in zahlreichen deutschen Museen zu finden. Die Objekte stammten größtenteils aus britischen Plünderungen des Jahres 1897.

Folkerts bedauert Beteiligung an "#allesdichtmachen"

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts hat ihre Beteiligung an der Internetaktion
"#allesdichtmachen" als Fehler bezeichnet. Auf Instagram schrieb sie, die Videos seien "vielleicht falsch zu verstehen". Es tue ihr leid, Menschen vor den Kopf gestoßen zu haben. Folkerts bezeichnete die Corona-Maßnahmen als "absolut richtig". Auch Schauspieler Richy Müller distanzierte sich von der Aktion, bei der Dutzende Film- und Fernsehschaffende mit ironisch-satirisch gemeinten Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert hatten.

Serbischer Künstler Miloš Šobajić tot

Der serbische Künstler Miloš Šobajić ist im Alter von 76 Jahren in einem Belgrader Krankenhaus nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Dies berichtete der staatliche Fernsehsender. Šobajić galt als einer der bedeutendsten Vertreter der Belgrader Phantastischen Schule. Seine meist in kraftvollen Farben ausgeführten Gemälde und Drucke stellen häufig Gewalt und Zerstörung dar. Sein Opus wurde in mehr als 80 Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Museen in Frankreich, Griechenland, der Schweiz und Deutschland, darunter das Ludwig Museum in Koblenz, schafften Werke von ihm an.

Dresdner Stadtrat stimmt für Jüdisches Museum

Der Dresdner Stadtrat hat den Weg für ein Jüdisches Museum in der sächsischen Landeshauptstadt frei gemacht. Eine entsprechende Vorlage wurde einstimmig angenommen, wie der Dresdner Grünen-Stadtrat Torsten Schulze dem Evangelischen Pressedienst sagte. Die konkrete Ausgestaltung des Projektes stehe noch aus, auch über den Standort müsse noch verhandelt werden. Die jüdische Gemeinde begrüßte die Entscheidung des Stadtrats. Seit 2014 engagiert sich in Dresden ein Verein für die Idee eines solchen Museums. Die Vorlage war im Juli 2020 in den Stadtrat eingebracht worden.

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Fazit

50. Art BaselEin nachgeholtes Jubiläum und mehr Ruhe
Auf zwei Holzbooten sind übergroße schwarz-weiß Porträts angebracht. (Art Basel)

Die 50. Art Basel hätte eigentlich letztes Jahr stattfinden sollen. Nun läuft sie, und immer noch ist Corona ein Thema: Nur wenige Sammler aus Amerika und Asien sind zugegen. Die Messe fühle sich an wie vor 15 Jahren, so die Kritikerin Elke Buhr.Mehr

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