Freitag, 04.12.2020
 

Kulturnachrichten

Freitag, 24. Januar 2020

Opernsänger Franz Mazura gestorben

Der Opern- und Konzertsänger Franz Mazura ist ist nach Informationen des Rundfunk Berlin-Brandenburg gestern im Alter von 95 Jahren gestorben. Seit 1963 war der Bassbariton Mitglied der Deutschen Oper in Berlin. Mazura wurde 1924 in Salzburg geboren. Er studierte an der Musikhochschule Detmold und arbeitete gleichzeitig als Schauspieler am Landestheater Detmold. Mazura spielte und sang auf den bedeutendsten Bühnen der Welt, unter anderem auch an der Metropolitan Opera New York. Erfolg hatte er besonders als Wagner-Interpret und wurde zweimal mit dem Grammy ausgezeichnet. Noch 2019 war Mazura in der Berliner Staatsoper als Hans Schwarz in "Die Meistersinger von Nürnberg" zu erleben.

Philologenverband ist Rechtschreibung nicht egal

„Rechtschreibung ist uns nicht egal", betont die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing. Sie widerspricht damit der Aussage von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Rechtschreibunterricht sei nicht mehr so wichtig wie früher. „Es kann nur im Eigeninteresse jedes Einzelnen sein, richtiges Schreiben zu beherrschen", sagte Lin-Klitzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Schule sei die gesellschaftliche Instanz, die dies vermittelt und vermitteln muss. Deshalb plädiere sie dafür, auch Abiturienten eine ganze Note abziehen zu können bei schwerwiegenden Verstößen gegen die Rechtschreibung.

Florian Illies verlässt Rowohlt noch dieses Jahr

Der Verleger Florian Illies verlässt den Hamburger Rowohlt Verlag überraschend noch in 2020. "Florian Illies wird auf eigenen Wunsch im Laufe dieses Jahres als Verleger bei Rowohlt ausscheiden. Der Termin seines Weggangs wie auch die Frage der Nachfolgeregelung werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben", teilte der Rowohlt-Verlag mit. Der Autor von "Generation Golf" und "1913: Der Sommer des Jahrhunderts" steht erst seit einem Jahr an der Spitze des Verlages. Er war Nachfolger von Barbara Laugwitz. Diese Ablösung war damals auf Kritik der Rowohlt-Autoren gestoßen. Laut Pressemitteilung will sich Illies wieder dem Schreiben widmen.

DHM erwirbt Exilgemälde von George Grosz

Das Deutsche Historische Museum in Berlin (DHM) hat das von George Grosz 1944 im Exil gemalte Werk "Cain or Hitler in Hell" erworben. Das Gemälde des vor den Nazis geflohenen Grosz wurde mit Unterstützung von Bund und Kulturstiftung der Länder 2019 für die Sammlung angekauft, teilte das Museum jetzt mit. Es soll ab kommender Woche als Teil der Dauerausstellung präsentiert werden. Das Werk gilt als eine der herausragenden Arbeiten, die seit 1933 von Künstlern im Exil geschaffen wurden. Das Gemälde befand sich seit seiner Entstehung im Besitz der Familie. Grosz zählt zu den wichtigsten politischen Künstlern der Weimarer Republik. Kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte er in die USA.

Krefelder Zoo plant neues Affenhaus

Der Krefelder Zoo will zügig mit der Planung eines neuen Affenhauses beginnen. "Wir wollen noch in diesem Jahr Besuche in Zoos machen, die sich durch ihre innovative und vorbildliche Menschenaffenhaltung auszeichnen", sagte eine Sprecherin. Das bisherige Affenhaus auf dem Zoogelände war in der Nacht zu Neujahr abgebrannt. Der Zoo erklärte, bis zur Fertigstellung des sogenannten Artenschutzzentrums Affenpark würden einige Jahre vergehen, da es von Grund auf neu geplant werden müsse. Die Kosten werden auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. Seit dem Brand an Neujahr hat der Zoo fast 20.000 Spendeneingänge erhalten.

Ausstellungen wegen Iran-Konflikt verschoben

Wegen der weltpolitischen Lage muss das Badische Landesmuseum in Karlsruhe Austausch-Ausstellungen mit dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran verschieben. "Trotz intensiver Suche ist es nicht gelungen, eine Versicherung für die Kunstschätze zu finden", so Museumsdirektor Eckart Köhne. Für den Herbst war in Karlsruhe die Schau "Die Perser - Am Hof der Großkönige" mit Leihgaben aus dem Iran geplant gewesen. Die Teheraner hätten ab September "Glory of Greek and Roman Art" mit 150 Leihgaben aus Baden präsentieren wollen. Beide Ausstellungen werden bis auf weiteres ruhen.

"Die Wolke"-Autorin Gudrun Pausewang gestorben

Die Schriftstellerin Gudrun Pausewang ist tot. Sie starb am Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren, teilte ihr Sohn mit. Für ihren Jugendroman „Die Wolke" erhielt Pausewang 1988 den Jugendliteraturpreis. Sie hatte den Roman unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geschrieben. Er wurde in 16 Sprachen übersetzt. Seit 1972 bis zu ihrer Pensionierung unterrichtete Pausewang an einer Grundschule in Hessen, zuvor hatte sie jahrelang in Südamerika gelebt. In vielen ihrer Bücher verarbeitete Pausewang Themen, denen sie dort begegnet war: Armut, Ausbeutung und Umweltzerstörung. 2017 erhielt sie den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Lebenswerk.

Beuth Hochschule für Technik wird umbenannt

Die Berliner Beuth Hochschule für Technik wird wegen des historisch nachgewiesenen Antisemitismus ihres Namensgebers umbenannt. Dafür stimmten am Donnerstagabend 30 von 45 anwesenden Mitglieder der Akademischen Versammlung, wie die Hochschule mitteilte. Nach dem Votum der Akademischen Versammlung soll Päsident Werner Ullmann nun "einen hochschulweiten Prozess zur Namensfindung einleiten". Besonderer Wert werde auf ein transparentes Verfahren gelegt. Der Hochschule zufolge wurde mehr als zwei Jahre über ihren preußischen Namenspatron Christian Peter Beuth diskutiert. "Als wissenschaftliche Einrichtung steht unsere Hochschule in der Verantwortung, sich Antisemitismus- und Rassismustendenzen klar entgegenzustellen", sagte Präsident Ullmann.

"Sundance Film Festival" hat begonnen

Im US-Wintersportort Park City ist das von Robert Redford gegründete "Sundance Film Festival" eröffnet worden. Es findet bereits zum 36. Mal statt und zeigt ausschließlich unabhängige und jenseits von Hollywood produzierte Filme. Bis zum 2. Februar werden zahlreiche Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme gezeigt. In den vier Kategorien des Wettbewerbs treten ingesamt 56 Produktionen gegeneinander an. Fast die Hälfte davon sei von Frauen gedreht, hieß es. Eröffnet wurde das Festival mit "Crip Camp". Die Dokumentation über ein Sommer-Camp für behinderte Teenager wurde von Michelle und Barack Obama co-produziert. Ein weiteres Highlight dürfte die Taylor-Swift-Doku "Americana" sein. Die Pop-Sängerin berichtet darin über Krisen, politisches Engagement und ihren kreativen Prozess. "Green Book"-Star Viggo Mortensen stellt sein Regiedebüt "Falling" vor. Das Vater-Sohn-Drama wird in Park City seine Weltpremiere feiern.

Denkmal für den Asterix-Erfinder

Paris hat dem Comic-Autor und Asterix-Schöpfer René Goscinny ein Denkmal gesetzt. Mehr als 42 Jahre nach seinem Tod wurde eine lebensgroße Bronze-Statue von Goscinny enthüllt. Sie steht auf einem Sockel in Form eines Bücherregals, das einige seiner beliebtesten Werke enthält, darunter "Asterix der Gallier" und "Lucky Luke". Es ist das erste Denkmal in Paris, das einem Comic-Autor gewidmet ist. Goscinny war 1977 im Alter von 51 Jahren an einer Gehirnblutung gestorben.

Kommission überprüft Staatliche Ballettschule Berlin

Nach anonymen Vorwürfen gegen die Staatliche Ballettschule Berlin hat der Senat eine Untersuchungs-Kommission eingesetzt. Sie soll feststellen, ob das seelische und körperliche Wohl von Schülerinnen und Schülern unzureichend geschützt wurde, hieß in einer Mitteilung. Der Rundfunk Berlin Brandenburg hatte berichtet, ehemalige Schülerinnen hätten sich über sexualisierte Sprache und so genanntes Bodyshaming beklagt. In Folge des Drucks soll es zu häufigen Essstörungen und Anzeichen extremer Erschöpfung gekommen sein. Von Seiten der Ballettschule gab es keine Stellungnahme.

Regisseur Dresen bekommt Theodor-Heuss-Preis

Der Filmregisseur Andreas Dresen erhält den Theodor Heuss Preis 2020. Dresens künstlerisches Werk sei getragen von Respekt für den anderen und von demokratischen Werten, begründete die Jury in Stuttgart die Entscheidung. Der Filmemacher erzähle auf ehrliche und kraftvolle Weise Geschichten aus Ostdeutschland für ein gesamtdeutsches Publikum. Der Preis ehrt in Erinnerung an den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss Menschen, die sich für die Demokratie engagieren. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehören unter anderen die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, die Kinderhilfsorganisation "terre des hommes" und der Objektkünstler Christo.

Staatsballett kritisiert Intendanten-Rückzug

Das Ensemble des Staatsballetts Berlin hat die Rücktrittsankündigung der Co-Intendanten Johannes Öhman und Sasha Waltz scharf kritisiert. Die Tänzerinnen und Tänzer seien enttäuscht, dass sie die Leidtragenden eines dürftigen Kulturmanagements seien, hieß es in einer Erklärung des Ballett-Vorstands, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es stelle sich jetzt die Frage, wie das Ensemble mit einer künstlerischen Leitung weiter zusammenarbeiten solle, die ohnehin kurzfristig gehen wolle. Öhman und Waltz hatten gestern nach wenigen Monaten auf dem Posten ihren Rücktritt zum Jahresende erklärt. Ihr Vertrag geht eigentlich bis zur Saison 2024/25.

Lars Eidinger verteidigt sich

Der Schauspieler Lars Eidinger hat sich gegen Kritik an seinem umstrittenen Foto mit einer Luxustasche vor einem Obdachlosenlager verteidigt. Er inszeniere sich nicht als Obdachloser, sagte er der "Süddeutschen Zeitung" sondern trage seine ganz normale Kleidung. Das Foto brachte ihm im Netz heftige Kritik ein. Die Bilderserie sei eine Hommage an den Alltag und keine ästhetische Ausbeutung von Prekariarität, wie geschrieben worden sei. In seiner Kunst gehe es nicht um Moral. Er lebe in dem Widerspruch, dass er privilegiert sei und jeden Tag auf dem Weg durch die Stadt Menschen in Not sehe. Die Leder-Tasche, die Eidinger auf dem Foto trägt, ähnelt einer Aldi-Tüte und kostet 550 Euro.

Datenbank zu Raubkunst online

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist mit einer großen Provenienzforschungs-Datenbank online gegangen. Sie trägt den Namen "Proveana" und ist nach Angaben des Zentrums die bundesweit umfassendste Datenbank für Raubkunst. Abrufbar sind zunächst die Ergebnisse der bisherigen Forschungsprojekte der Stiftung der vergangenen zwölf Jahre sowie Daten und Berichte zur Recherche im Fall Gurlitt. Kulturstaatsministerin Grütters nannte das Projekt einen "Meilenstein in der Provenienzforschung". Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg ist national und international der zentrale Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßiger Entziehungen von Kulturgut, das sich heute in deutschen Sammlungen befindet.

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