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Fazit / Archiv | Beitrag vom 26.01.2019

Oper "Elizabetta" von Gabriel Prokofiev in Regensburg"Die Musik tritt oft auf der Stelle"

Jörn Florian Fuchs im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Sara-Maria Saalmann in einer Szene aus der Oper "Elizabetta" von Gabriel Prokofjew im Theater Regensburg. (Jochen Quast)
Die Sopranistin Sara-Maria Saalmann in einer Szene aus der Oper "Elizabetta" von Gabriel Prokofiev im Theater Regensburg. (Jochen Quast)

Der britische DJ, Produzent und Komponist Gabriel Prokofiev ist der Enkel des russischen Komponisten Sergei Prokofjew. Das Theater Regensburg bat ihn, eine Oper zu komponieren. Unser Kritiker Jörn Florian Fuchs hat einen zwiespältigen Abend gesehen.

Die Protagonistin der Oper sei ein alternder Filmstar, der allerdings noch recht jung aussehe, sagt Opernkritiker Jörn Florian Fuchs. "Das ist eigentlich auch schon die Handlung. Diese Diva, Elizabetta, verjüngt sich, indem sie Blut braucht. Zunächst das Blut von Tieren, später auch das Blut von jungen Frauen. Das ganze schließt an den Blutmythos der Gräfin von Transsylvanien an." Auch wenn das etwas thrashig klinge, sei dies ein guter und funktionierender Raum für die einzelnen Szenen.

"Merkwürdige Haltung zu Fragen der Gegenwart"

Es gebe viele kleine Szenen und viele Spielortwechsel. Dabei werde ein Guckkasten-Prinzip angewendet, das sehr wirksam die Geschichte transportiere, so Fuchs. "Die Geschichte selbst hängt aber in einer Kolportage und in einer merkwürdigen Haltung zu Fragen der Gegenwart. Denn es gibt auch so einer Art Ertüchtigungstruppe, die immer wieder mit einer Führerfigur Sport macht. Da geht es dann um Sportlichkeit und Jugendwahn, und das wird auf eine sehr plakative Weise erzählt."

Yudania Gomez in einer Szene aus der Oper "Elizabetta" von Gabriel Prokofjew im Theater Regensburg. (JochenQuast; Jochen Quast)Yudania Gomez in einer Szene aus der Oper "Elizabetta" von Gabriel Prokofjew im Theater Regensburg. (JochenQuast; Jochen Quast)

Ein Experiment, das nicht aufgeht

Musikalisch sei die Aufführung zwiespältig, meint Fuchs. "Im letzten Drittel wird das alles musikalisch sehr dicht und da funktioniert das. Davor hat man vor allen Dingen vieles stockend-düsteres und die Musik tritt oft auf der Stelle. Sie ist nicht wirklich dramatisch. Außerdem ist es ein ganz großes Problem, dass es zwischen den Szenen keine Übergänge gibt. Die Musik arbeitet sich dadurch additiv von Stück zu Stück und ist nicht das, was man Musiktheater im genuinen Sinne nennen würde."

Es sei begrüßenswert, dass die Intendanz des Theaters Regensburg sich nicht zu sehr an das Publikum anbiedere und immer wieder etwas wage, auch wenn das heutige Experiment nicht wirklich aufgegangen sei. Erwähnen müsse man aber unbedingt, dass die Besetzung sehr gut sei. Insbesondere Sara-Maria Saalmann und Vera Semieniuk hätten überzeugt, ebenso wie das Dirigat von Chin-Chao Lin, so Fuchs abschließend.

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