Seit 05:05 Uhr Studio 9
Mittwoch, 02.12.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 09.02.2014

Oper"Eine tragische Idylle?"

Christoph Willibald Glucks "Alkestis"

Gast: Peter Konwitschny, Moderation: Gerald Felber

Notenblatt (Deutschlandradio / Bettina Straub)
Notenblatt (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Christoph Willibald Glucks Oper "Alkestis" – oder, wie sie in der italienischen Erstfassung hieß, "Alceste" – ist so etwas wie eine Untote der Musikbühne. Die meisten Klassikfreunde haben irgendwann schon etwas von ihr gehört – meist im Zusammenhang mit der Vorrede zur gedruckten Partiturausgabe, die als eine Art Gründungsurkunde der Gluckschen Opernreform gilt; doch tatsächlich klingend erleben kann man das Werk, live im Theater ebenso wie auf dem Plattenmarkt, nur sporadisch.

Der international hoch renommierte Leipziger Opern-Chefregisseur Peter Konwitschny ist angetreten, daran etwas zu ändern: Er inszenierte die "Alkestis" als Auftakt eines über mehrere Jahre konzipierten, auf vier Teile angelegten "Gluck-Rings". Das Ergebnis vom Frühjahr 2010 wurde nicht nur wegen Konwitschnys Regieeinfällen heiß debattiert, sondern auch, weil darin ein Verschnitt aus zwei grundlegend verschiedenen Fassungen der Oper – eine für die Uraufführung 1767 in Wien komponiert, die andere ein knappes Jahrzehnt später für Paris – hergestellt wurde; ein pragmatisches Verfahren, zu dem der Regisseur als Gesprächsgast Gerald Felbers in der Sendung selbst Stellung nimmt.

Andere Themen sind zum Beispiel die grundlegenden Rezeptionsprobleme, auf die Glucks Musik heute stößt, und die spezifischen sängerischen Qualitäten, die seine Partien erfordern. Musikalisch gibt es dazu eine kleine, aber ausgesprochen feine Musterpalette. So wurde die Titelpartie unter anderem von Jessye Norman, Anne Sofie von Otter und – für manche vielleicht überraschenderweise – auch durch jene Sängerin verkörpert, die für Peter Konwitschny einen Idealfall leidenschaftlichen, identifikatorischen Singens darstellt: Maria Callas.

Interpretationen

Lieder von Benjamin Britten"Hee-haw, hippety hop"
Tea on the Beach: Vor einem Rettungsboot posieren der Choreograph John Cranno, der Tenor Peter Pears und der Komponist Benjamin Britten (v.l.n.r.), undatierte Fotografie aus Aldeburgh (imago / ZUMA / Keystone)

Benjamin Britten war ein Meister der modernen englischen Kunstmusik, hatte aber auch eine Vorliebe für Volkskunst. Viele Folksongs hat er bearbeitet und dabei Stücke voller Witz, Hintersinn und Melancholie geschaffen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur