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Konzert / Archiv | Beitrag vom 14.11.2015

OperDer Bauer als Held

"Iwan Sussanin" in einer Aufzeichnung aus Frankfurt am Main

John Tomlinson als Iwan Sussanin in der gleichnamigen Oper von Michail Glinka an der Oper Frankfurt am Main (Barbara Aumüller/Oper Frankfurt)
John Tomlinson als Iwan Sussanin in der gleichnamigen Oper von Michail Glinka an der Oper Frankfurt am Main (Barbara Aumüller/Oper Frankfurt)

Weit in die russische Geschichte zurück blickt Michail Glinka in seiner Oper "Iwan Sussanin" - die Frankurter Oper hat diese Nationalepos neu herausgebracht mit John Tomlinson in der Rolle des bäuerlichen Heroen.

Michail Glinka hat der russischen Musikkultur die Opernwelt eröffnet, die eigene und authentische, nachdem zuvor nur "Westimporte" - allerdings auf höchstem Niveau - üblich waren in den Metropolen Sankt Petersburg und Moskau. 

Als "große vaterländische heroisch-tragische Oper" hat der Komponist sein Werk "Iwan Sussanin"  selbst charakterisiert. Dieses Musiktheater gilt als erstes russischsprachiges Werk der Gattung überhaupt. "Iwan Sussanin" ist der originale Titel, doch bestand der amtierende Zar im Entstehungsjahr 1836 auf einem anderen Titel - "Ein Leben für den Zaren". 

Die Geschichte führt uns in die Zeit der zarenlosen Bojarenregierung in der Nachfolge des ebenfalls aus der Oper gut bekannten Boris Godunow. Und in die Zeit der so genannten patriotischen Befreiungskämpfe gegen die das russische Reich damals umgebenden und bedrängenden Mächte - die Schweden, Osmanen und in diesem Fall das polnisch-litauische Großreich, das sogar Moskau kurzzeitig besetzt hatte.

Ein Nowgoroder Kaufmann organisiert den Aufstand, ein Bauer - jener Iwan Sussanin - will eigentlich die Hochzeit seiner Tochter feiern, doch dringen polnische Soldaten auf der Suche nach dem neuen Zaren ins Dorf ein. Sussanin lockt den polnischen Heerhaufen in die Issupowsümpfe und wird dafür umgebracht. Doch der neue Zar aus dem Hause Romanow ist gerettet und auch die Heldentat des Sussanin nicht vergessen. Ein Novum in der russischen Oper: Einfache Leute stehen im Mittelpunkt, Bauern in schlichten Gewändern, die in Hütten wohnen und in Dörfern feiern und sogar zu Helden werden können.

Das Frankfurter Opernhaus hat unter Leitung von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle diese russische Nationalepos, das in seiner heute noch aktuell wirkenden Aussage nicht unheikel ist, neu herausgebracht und dafür alle Kräfte des Hauses aufgeboten.

 

Oper Frankfurt

Aufzeichnung vom 25. Oktober 2015

 

Michail Glinka

"Iwan Sussanin" - Oper in vier Akten

Libretto: Jegori Fjodorowitsch von Rosen,

bearbeitet für die Oper Frankfurt von Norbert Abels und Harry Kupfer

 

Iwan Sussanin, ein alter Bauer - John Tomlinson, Bass

Antonida, seine Tochter - Kateryna Kasper, Sopran

Bogdan Sobinin, ein junger Bauer - Anton Rositskiy, Tenor

Wanja, Waisenknabe - Katharina Magiera, Alt

Ein polnischer Hauptmann - Thomas Faulkner, Bass

Ein Bote - Michael McCown, Bass

Chor und Extrachor der Oper Frankfurt

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Leitung: Sebastian Weigle

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