Seit 08:05 Uhr Kakadu
Sonntag, 24.10.2021
 
Seit 08:05 Uhr Kakadu

Interview / Archiv | Beitrag vom 24.05.2018

Online-Phänomen "Fortnite Battle Royale"Als Online-Gamer zu Olympia?

Jörg Müller-Lietzkow im Gespräch mit Dieter Kassel

Computerspieler beim Ego-Shooter "Wolfenstein" (dpa / picture alliance / Christopher Juve)
In Deutschland macht die Computer- und Videospielindustrie insgesamt rund drei Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Der E-Sport ist dabei ein besonders stark wachsender Markt. (dpa / picture alliance / Christopher Juve)

100 Spieler beginnen, einer bleibt übrig: So geht das Online-Spiel "Fortnite Battle Royale". Der Hersteller hat nun 100 Millionen Dollar Preisgeld ausgelobt. Warum E-Sport ein Massenphänomen ist, erklärt Medienwissenschaftler Jörg Müller-Lietzkow.

Schon jetzt setze die Computer- und Videospielindustrie über 100 Milliarden US-Dollar im Jahr um, so Jörg Müller-Lietzkow, Professor für Medienökonomie und Medienmanagement an der Universität Paderborn. Wenn die Spielefirma Epic Games nun ein Preisgeld von 100 Millionen Dollar für die Online-Kämpfe von "Fortnite Battle Royale" verspricht, ist das aus seiner Sicht nur folgerichtig:

Mehr Zuschauer via Streaming als im Fußball

"Gerade im E-Sport steigen die Preisgelder. Warum? Weil sie unheimliche Zuschauerzahlen haben. Sie sind, wenn sie das sehen - aus dem Streaming heraus plus das, was an Aufzeichnungen sich noch angesehen wird - weit über dem, was wir vom Fußball kennen. Deshalb ist das keine Marketingmaßnahme, sondern es ist einfach so, dass dort ein Markt entstanden ist."

Gerade in Deutschland würden zwei Millionen Menschen regelmäßig E-Sport-Spiele spielen. Dahinter stecke durchaus der Sportgedanke: Man müsse trainieren, es gebe einen echten Wettbewerb, der live verfolgt werden könne:

"Das verändert signifikant auch in Deutschland - und da kommt ja immerhin die größte Liga der Welt, die ESL, her- die Art, wie gespielt wird und wie Spiele wahrgenommen werden."

Bald olympisch?

Müller-Lietzkow sieht bereits eine Perspektive für die Olympischen Spiele. Mehr als 60 Länder hätten E-Sport im olympischen Kanon schon anerkannt:

"Meiner Meinung nach es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir tatsächlich Demonstrationswettbewerbe haben, vielleicht 2024 in Paris, und dann auch einen regelmäßigen olympischen Teilnahmebetrieb. Und dann kann man es nicht so wirklich unterscheiden vom realen Sport, auch wenn man zugegeben sich ein bisschen weniger bewegt und schwitzt."

(bth)

Mehr zum Thema

Computerspiele - Der Boom der Battle-Royale-Games
(Deutschlandfunk, Corso, 24.04.2018)

Gamescom - Elektronischer Rivale
(Deutschlandfunk, Sport Aktuell, 22.08.2017)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Saudi-ArabienKlimafreundlicher mit Ölförderung?
Ein saudischer Mann schaut durch ein Flugzeugfenster, durch das eine Ölraffinerie zu sehen ist. (AFP / Giuseppe Cacace)

Saudi-Arabien verdient viel Geld mit dem Erdölexport. Dennoch will es unabhängiger vom Öl werden. Eine Wende in der Klimapolitik? Es gehe eher um wirtschaftliche und politische Motive, sagt der Energie-Experte Tobias Zumbrägel von der NGO Carpo.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur