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Kulturnachrichten

Mittwoch, 9. September 2015

Offener Brief an die Stadt Köln

Bernd Loebe wirbt für Staatenhaus als Ersatzspielstätte

Um auf die schwierige Situation der Kölner Oper aufmerksam zu machen, hat sich der Vorsitzende der Deutschen Opernkonferenz, Bernd Loebe, mit einem offenen Brief an die Stadt gewandt. In dem Brief geht es um die Diskussion um zwei mögliche Übergangsspielstätten, für das zurzeit wegen Sanierung geschlossenen Hauses. Nach Einschätzung von Bernd Loebe, sei die Entscheidung für das Kölner Staatenhaus alternativlos, „da ansonsten nicht nur der komplette Spielplan mit allem Vorarbeiten Makulatur wird, sondern auch das Ansehen und der kulturpolitische Stellenwert des Hauses Schaden nimmt. Das aus der Nachkriegszeit stammende Opernhaus und das Theater werden seit drei Jahren saniert. Die Stadt Köln hatte die für November geplante Wiedereröffnung um ein Jahr verschoben, weil die Arbeiten länger dauern als geplant.

Andris Nelsons wird Leipzigs Gewandhauskapellmeister

Stadtrat muss den Letten noch offiziell berufen

Andris Nelsons soll neuer Gewandhauskapellmeister in Leipzig werden. Das gaben das Konzerthaus und die Stadt Leipzig bekannt. Der 36-Jährige soll auf Riccardo Chailly folgen, der sich im Sommer 2016 vorzeitig als Chefdirigent des Gewandhauses zurückzieht. Der Stadtrat muss den neuen Gewandhauskapellmeister noch offiziell berufen.Nelsons werde seine Amtszeit in Leipzig mit einem Antrittskonzert zum Start der Saison 2017/18 beginnen, teilten die Verantwortlichen mit. Er werde das Gewandhausorchester aber schon in der Spielzeit 2016/17 dirigieren. Der 36-Jährige erklärte: "Die Ernennung zum Gewandhauskapellmeister wäre schlichtweg eine überwältigende Ehre." Der Lette Nelsons ist derzeit Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra. Schon mit 24 war er Chefdirigent der Lettischen Nationaloper in Riga. Von 2006 an leitete er für drei Jahre die Nordwestdeutsche Philharmonie in Herford.

Schriftsteller Joost Zwagerman gestorben

Der niederländische Autor litt seit längerem an Depressionen

In den Niederlanden hat der Tod des Schriftstellers Joost Zwagerman große Betroffenheit ausgelöst. Der 51-jährige Zwagerman habe sich gestern das Leben genommen, teilte der Verlag Arbeiderspers in Amsterdam mit. Gestern erschien unter dem Titel "De stilte van het Licht" (Die Ruhe des Lichts) eine Essaysammlung, in der Zwagerman Schönheit und Unbehagen in der Kunst beispielhaft anhand der Maler Jan van Eyck, Mark Rothko und J. M. Turner thematisiert. Mehrfach hat sich Zwagerman, der regelmäßig Kolumnen für Tageszeitungen schrieb und häufig im Fernsehen auftrat, in seinen Publikationen und Interviews mit dem Thema Suizid auseinandergesetzt. Dabei widersprach er jenen, die Suizid als letztes Recht der Selbstbestimmung sehen. Sein Roman "Vals Licht" (Falsches Licht), der auch ins Deutsche übersetzt ist, wurde von dem Regisseur Theo van Gogh verfilmt, der 2004 von einem radikalen Muslim ermordet wurde. Von Zwagermans mehr als 30 Büchern, darunter auch Gedichtbände und Erzählungen, liegen auf Deutsch neben anderen "Die Nebenfrau" (2000) und "Onkel Siem und die Frauen" (2005) vor.

Ex-Beatle veröffentlicht Privatfotos

Ringo Starr hatte fast immer eine Kamera dabei

Der Ex-Beatles Ringo Starr (75) hat sein Privatarchiv geöffnet und präsentiert zahlreiche Bilder aus seiner Zeit mit der Band in einem Buch. Die Bilder in dem Band "Photograph" zeigen die Beatles und Freunde auf Tour, in Hotelzimmern, zwischen Terminen, stets begleitet von Kommentaren und Anekdoten Starrs. Der frühere Schlagzeuger der Gruppe, der auch heute noch viel fotografiert, hatte damals fast immer eine Kamera dabei. Die Veröffentlichung des Buchs wird begleitet von einer Ausstellung in der National Portrait Gallery in London. Was er an dem Buch verdient, spendet Starr für gemeinnützige Zwecke.

Kremlkritiker Chodorkowski lässt Namen schützen

Das russische Patentamt hat das bestätigt

Für die russische Opposition ist der reiche Kremlkritiker Michail Chodorkowski längst ein Aushängeschild, jetzt macht der ehemalige Öl-Manager seinen eigenen Nachnamen zur Marke. Das russische Patentamt bestätigte, Chodorkowski habe seinen Namen in kyrillischer und englischer Schreibweise schützen lassen, berichtete die Zeitung "Kommersant". Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) gibt die Firma MBK IP UK Limited mit Sitz in London als Patenteigentümer an. Damit werden Waren geschützt, die mit Chodorkowskis Namen vermarktet werden. Der 52-Jährige lebt seit seiner Freilassung aus dem Gefängnis 2013 in der Schweiz.

Talkmaster Colbert startet politisch in die Late Night

Lettermann-Nachfolger hatte gestern Premiere

Mit Scherzen zum US-Wahlkampf und über Vorgänger David Letterman ist Talkmaster Stephen Colbert in seine neue Late-Night-Show auf dem US-Fernsehsender CBS gestartet. "Wir werden über alle Präsidentschaftskandidaten berichten, die Donald Trump sind", sagte der Moderator in der ersten Ausgabe von "The Late Show with Stephen Colbert". Während der gesamten Sendung streute Colbert, der in seiner früheren Show auf Comedy Central einen konservativen Nachrichtensprecher verkörperte, politische Gags ein. Auch mit den Premierengästen George Clooney und dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Jeb Bush sprach Colbert über ernste Themen wie die Lage im Sudan und über den US-Staatshaushalt. "Stephen Colbert bleibt Stephen Colbert", kommentierte die "New York Times" in einer ersten Kritik.Der 51-Jährige Colbert übernahm den Sendeplatz nach rund zwei Jahrzehnten von David Letterman.

Elizabeth II. bricht Regentschafts-Rekord

Um 18.30 wird die Queen dienstälteste britische Monarchi sein

Königin Elizabeth II. bricht heute den britischen Regentschaftsrekord. Gegen 18.30 Uhr wird die 89-Jährige 23.226 Tage, 16 Stunden und 30 Minuten Queen sein - und damit auch ihre Ururgroßmutter Victoria überholt haben. Auf die Minute genau lässt sich das nicht sagen, weil nicht überliefert ist, wann genau ihr Vater König George im Februar 1952 im Schlaf starb - und seine Tochter über Nacht zur Königin machte. Die Regentschaft von Elizabeth II. war unter anderem geprägt vom Zerfall des britischen Weltreichs, dem wirtschaftlichen Kollaps sowie vom blutigen Unabhängigkeitskampf der nordirischen Untergrundorganisation IRA. Eine besondere Zeremonie ist am Mittwoch nicht geplant. Mit der Eröffnung einer Eisenbahnstrecke in Schottland absolviert die Queen einen normalen Besuchstermin.

Kein Papst-Cover in Saudi-Arabien

Das Titelbild des "National Geographic" fiel der Zensur zum Opfer

In Saudi-Arabien durfte das Titelbild des Magazins "National Geographic" mit dem Papst nicht erscheinen, das berichtet Spiegel Online. Das Cover der arabischen Ausgabe zeigt den Papst in der Sixtinischen Kapelle, dazu die große Schlagzeile: "Die Kirchenreform - so führt Franziskus die stille Revolution an". Die Ausgabe könne "aus kulturellen Gründen" nicht erscheinen, ließ Chefredakteur Alsaad Omar al-Menhaly über Twitter wissen. In dem Land sind Bibeln und Kruzifixe verboten, die etwas mehr als eine Million christlichen Gastarbeiter praktizieren ihren Glauben heimlich. Doch auch das Editorial von Chefredakteur Menhaly könnte dem fundamentalistischen Establishment in Saudi-Arabien missfallen haben, spekuliert Spiegel Online. Darin schreibt Menhaly, dass religiöse Grundsätze nur Werkzeuge seien, die etwas bewahren sollen. "Wenn sie das nicht mehr können, müssen sie verändert werden."

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