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Lesart / Archiv | Beitrag vom 02.07.2016

Österreich Europäische Aufmerksamkeit für die neue Präsidentenwahl

Armin Thurnher im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Eine Holzhütte am Waldrand in Tirol - Österreich.  (imago / Müller-Stauffenberg)
In Österreich herrscht eine trügerische Idylle (imago / Müller-Stauffenberg)

Mit der Wiederholung der Wahl steht in Österreich eine europäische Richtungsentscheidung an, sagt der Wiener Publizist Armin Thurnher. Er hofft darauf, dass die rechtspopulistische FPÖ jetzt als schlechter Verlierer dasteht.

Es sei keineswegs sicher, dass der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer die erneute Präsidentenwahl in Österreich gewinnen werde, sagte der österreichische Publizist Armin Thurnher im Deutschlandradio Kultur. "Ich kann mir vorstellen, dass einigen Leuten die Tatsache übel aufstößt, dass die FPÖ sie jetzt nochmal  an die Wahlurne treibt und sich mit dieser Wahlanfechtung auch als schlechter Verlierer gezeigt haben." Das könne man durchaus so darstellen. "Ich denke, da ist schon noch einiges offen." 

Keine braunen Horden unterwegs

In Österreich herrsche eine trügerische Idylle, sagte der Chefredakteur der Zeitschrift "Falter".  "Wer dieses Land bereist, der sieht keine braunen Horden oder irgendwelche Ausschreitungen oder dergleichen, sondern der sieht ein friedliches Ländchen." Die österreichische Wut sei etwas sehr zurückhaltendes, was sie aber nicht unbedingt harmloser mache. "Die Angst davor, das sie, wenn sie ausbricht, um so gemeiner wird, hat natürlich auch ihre historische Fundierung." Die bevorstehende Neuwahl werde wie eine normale Wahl durchgeführt. "Aber dahinter steht natürlich schon eine Richtungsentscheidung, die auch für ganz Europa signifikant ist und es wird auch europäische Aufmerksamkeit dafür geben."  

Im September erscheint im Zsolnay-Verlag der Essay von Armin Thurnher "Ach, Österreich! Europäische Lektionen aus der Alpenrepublik".       

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