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Interview / Archiv | Beitrag vom 30.01.2010

Ökonom: Griechen haben Haushalts- und Leistungsdefizit

Euroanleihe könnte Erste-Hilfe-Lösung sein

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Alle für einen.  (Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)
Alle für einen. (Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)

Als eine mögliche Lösung für die massiven staatlichen Finanzprobleme Griechenlands sieht der Chefökonom der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz, Heiner Flassbeck, die Ausgabe einer Euroanleihe aller Staaten der Gemeinschaft.

Die Union dürfe sich in ihrer Politik nicht von den Rating-Agenturen abhängig machen, sagte der Ökonom. Zunächst müsse in einer Erste-Hilfe-Lösung die Gemeinschaft Griechenland mit einer solchen Anleihe der Union unter die Arme greifen, um das Land vor den hohen Zinsen zu schützen, die die Griechen ihre eigenen Kredite derzeit kosteten.

Die Ursachen dieser aktuellen Finanzprobleme in Griechenland seien das Auseinanderlaufen der Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Nationen der Eurozone und ein fehlender Ausgleich dafür, erklärte Flassbeck: "Deutschland hat Lohndumping gemacht, hat seinen Gürtel immer enger geschnallt, die anderen haben etwas über ihre Verhältnisse gelebt. Und dieses Auseinanderlaufen ist das entscheidende Kriterium: Die Griechen haben ein Haushaltsdefizit, aber sie haben ein noch größeres Leistungsdefizit. Darüber müsste man reden."

Es werde unterschlagen, dass auch Deutschland gewaltige Fehler gemacht habe, sagte der Ökonom. So habe die Bundesrepublik schwer zu überwindende Wettbewerbsvorteile für sich geschaffen: "Man darf jetzt nicht so tun, als seien das nur die Griechen gewesen, die da über ihre Verhältnisse gelebt haben." Das Leistungsdefizit zwischen leistungsstarken Ländern wie Deutschland und leistungsschwachen Ländern - nicht nur Griechenland sondern auch Italien, Spanien, Portugal - müsse langfristig ausgeglichen werden.


Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 30.6.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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