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Kulturnachrichten

Dienstag, 4. August 2020

Nürnberg hält an Kulturhauptstadt-Bewerbung fest

Die Stadt Nürnberg will trotz der durch die Corona-Krise verursachten Finanzprobleme weiter daran festhalten, europäische Kulturhauptstadt 2025 zu werden. Die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas habe höchste Priorität für die Stadt, sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) der Bild-Zeitung. Auch sie helfe, um gut aus der Krise zu kommen. Um den Titel der Kulturhauptstadt bewerben sich neben Nürnberg auch Chemnitz, Hannover, Hildesheim und Magdeburg. Am 28. Oktober soll in Berlin bekannt gegeben werden, welche Stadt den Zuschlag bekommt.

Apple an TikTok nicht interessiert

Der Apple Konzern will die chinesische Videoplattform TikTok nicht kaufen. Eine entsprechende Meldung dementierte das US-amerikanische Unternehmen. Microsoft verhandelt weiter. Das Weiße Haus in Washington teilte unterdessen mit, man ermutige China, seine Handelsvereinbarungen zu erfüllen. Gestern hatte US-Präsident Trump eine Frist bis zum 15. September gesetzt. Sollte TikTok bis dahin nicht den Besitzer gewechselt haben, werde er die Nutzung in den Vereinigten Staaten verbieten, weil sie ein nationales Sicherheitsrisiko darstelle.

Neuer Museumsverbund wird in Halle gegründet

Die Franckeschen Stiftungen in Halle gründen ein "Europäisches Netzwerk Vormoderner Museen". Gemeinsam mit der Kunstkammer in St. Petersburg und dem niederländischen Teylers-Museum in Haarlem soll das Netzwerk ab Mitte Oktober in Halle an den Start gehen, wie die Franckeschen Stiftungen mitteilten. Die frühmodernen sogenannten Wunderkammern in Europa seien auf vielfältige Weise miteinander verbunden gewesen, erklärten die Stiftungen zur Idee der Netzwerk-Initiative. In dem neuen Verbund geht es unter anderem um den Austausch über aktuelle Fragen des musealen Umgangs mit überlieferten Wunderkammern, die fachliche Expertise, die Provenienzforschung, die Entwicklung von Zukunftsszenarien zur Präsentation von Sammlungen und um gemeinsame Publikationen und wissenschaftliche Forschungen.

Heinz Bude wird Direktor des documenta Instituts

Der Soziologe Heinz Bude wird Gründungsdirektor des documenta Instituts. Das teilte die documenta und Museum Fridericianum gGmbH mit. Zu Budes ersten Aufgaben gehöre die Konkretisierung der inhaltlichen Programmatik sowie der Aufbau der Organisationstrukturen des documenta Instituts. Bude lehrt bisher im Fach Makrosoziologie an der Universität Kassel. 2016 wurde er mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Das neue documenta Institut soll künftig die schriftlichen, bildlichen und elektronischen Dokumente des documenta Archiv wissenschaftlich erforschen. Die neue Einrichtung ist eine Kooperation zwischen dem Land Hessen, der Stadt und Universität Kassel sowie der documenta und Museum Fridericianum gGmbH.

Aus in sozialen Medien für Dieudonné

Der französische Komiker Dieudonné ist nun auch bei Facebook und Instagram unerwünscht. Dieudonné M’bala M’bala, wie der 54-Jährige mit vollem Namen heißt, habe "wiederholt unsere Regeln in Bezug auf Hassrede verletzt, als er sich über Schoa-Opfer lustig machte oder entmenschlichende Begriffe für Juden benutzte". Diese Begründung ist in der französischen Tageszeitung "Le Monde" nachzulesen. Youtube hatte Dieudonné schon vor Wochen aus denselben Gründen gesperrt. Über 1,3 Millionen Menschen sind ihm in den letzten Jahren digital gefolgt.

Bundespräsident startet Ethikprojekt zur Digitalisierung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lädt zum Auftakt eines internationalen Forschungsprojektes "Ethik der Digitalisierung" ins Schloss Bellevue ein. Im Zentrum der Auftaktkonferenz am 17. August stehen ethische Fragen der Digitalisierung etwa bei der Funktionsweise von künstlicher Intelligenz und Algorithmen, wie das Bundespräsidialamt mitteilte. Zu den Gästen der Konferenz gehören unter anderen die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan, sowie der Sprecher der europäischen Sektion des Global Network of Internet and Society Research Centers (NoC), Wolfgang Schulz. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird vom NoC, einem Verbund von über 100 internationalen Forschungsinstituten, in Kooperation mit der Stiftung Mercator umgesetzt.

Ehrendoktorwürde für Wolf Biermann

Der Liedermacher und Autor Wolf Biermann (83) wird mit der Ehrendoktorwürde der Universität Koblenz-Landau ausgezeichnet. Biermann werde für seine besonderen Verdienste um Literatur und Wissenschaft geehrt, teilte die Hochschule mit. Er habe ein "enormes performatives Potenzial für Provokation und Aufmerksamkeitsgewinn", sagte die Literaturwissenschaftlerin Kerstin Stüssel. So habe er sich in seinen Liedern und Gedichten kritisch mit der deutschen Geschichte, Teilung und Wiedervereinigung oder mit Fragen zu Exil und Globalisierung beschäftigt. Biermann habe auch mit politischen und wissenschaftlichen Texten wichtige Beiträge für die Kulturwissenschaft geliefert. Biermann stammt aus Hamburg und lebte in der DDR. Wegen seiner Kritik am Staat erhielt er Auftritts- und Veröffentlichungsverbot. 1976 bürgerte ihn die DDR aus. Biermanns musikalisches und lyrisches Werk wurde vielfach ausgezeichnet.

Helge Schneider will doch wieder Konzerte geben

Der Komiker und Musiker Helge Schneider hat seinen Widerstand gegen Konzerte während der Corona-Pandemie aufgegeben. "Jetzt gibt es die Möglichkeit, vor mehreren hundert Leuten zu spielen - das ist dann so, wie ich angefangen habe, nur dass die weiter auseinander sitzen", sagte der 64-Jährige der Münchner Abendzeitung. Schneider plant für Donnerstag in Leipzig sein erstes Konzert nach den Absagen wegen der Corona-Krise. Mitte Mai hatte Helge Schneider in einer Videonachricht auf seiner Facebook-Seite noch erklärt, dass er erst wieder auftrete, wenn alle Freiheiten wieder da seien. Eine Rückkehr zu früheren Konzerten sieht der Musiker allerdings in weiter Ferne: "Diese Nähe, die Jazz-Musik mit sich bringt, wenn man in einem kleinen Club oder irgendwo auf engstem Raum spielt: Das ist vorbei, für lange, lange Zeit."

Aus für Rechercheplattform "Addendum" in Österreich

In Österreich wird nach knapp drei Jahren die Rechercheplattform "Addendum" eingestellt. Dietrich Mateschitz als Stifter der Quo Vadis Veritas Privatstiftung und Michael Fleischhacker als Geschäftsführer der Quo Vadis Veritas Redaktions GmbH hätten sich entschlossen, die Aktivitäten der Stiftung und die Rechercheplattform zu beenden, teilte Red Bull mit. Trotz Einsatz erheblicher finanzieller Mittel sei es nicht gelungen, die gesteckten Ziele zu erfüllen. Mateschitz wollte mit investigativer Recherche und Datenanalyse zu einem vollständigeren Bild der Wirklichkeit beitragen. Künftig würden sich die von ihm unterstützen journalistischen Aktivitäten stärker auf lösungsorientierte Projekte jenseits der politischen Alltagsauseinandersetzungen konzentrieren. Der durch den Energy-Drink zum Milliardär gewordene Red-Bull-Boss Mateschitz hatte sein Medienprojekt im September 2017 gestartet. Von der Einstellung der Rechercheplattform sind den Angaben zufolge insgesamt 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen.

Dwayne Johnson plant abgschottetes Produktionsteam

Der US-Schauspieler und Produzent Dwayne "The Rock" Johnson lässt sich von der "Quarantäne-Blase" der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA inspirieren. Sein Team werde für den Netflix-Film "Red Notice" Mitte September weiterdrehen und das Konzept nutzen, sagte er in einem Instagram-Video. Um die Basketball-Saison trotz Corona fortsetzen zu können, hat die NBA alle Mannschaften auf das Gelände von Disney World in Orlando geholt. In einem abgeschlossenen Bereich leben, trainieren und spielen die Teilnehmer. Man habe sich mit den NBA-Verantwortlichen in Verbindung gesetzt, sagte Johnson. Die Maßnahmen, die sich bewährt hätten, ließen sich auch für sein Produktionsteam umsetzen. Johnson räumte ein, dass der Weg zurück zur Arbeit knifflig sein werde: "Es gibt hier keinen Entwurf, wir befinden uns bei jedem Schritt in der Beta-Phase."

Schulschließungen aus UN-Sicht eine Katastrophe

Die Vereinten Nationen warnen wegen der coronabedingten Schulschließungen vor einer "Katastrophe für eine ganze Generation". Mitte Juli seien in rund 160 Ländern die Schulen geschlossen gewesen. Davon sei mehr als eine Milliarde Schüler betroffen. Dadurch werde unermessliches menschliches Potenzial verschwendet und jahrzehntelanger Fortschritt untergraben, erklärte UN-Generalsekretär Guterres bei der Eröffnung der UN-Kampagne "Save our Future". Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien sagte im Deutschlandfunk, die Schüler hätten jetzt ein Recht auf möglichst viel Präsenzunterricht. So etwas wie die Schulschließungen im Frühjahr dürfe nicht mehr passieren.

Taylor Swift bricht Rekord in US-Charts

Pop-Star Taylor Swift ist nun die Künstlerin mit den meisten Songs, die es in die US-Charts geschafft haben. Swift liegt mit 113 Liedern vor der US-Rapperin Nicki Minaj mit 110. Das berichtete das "Billboard"-Magazin, das die US-amerikanischen Charts veröffentlicht. Da alle 16 Songs von Swifts neuem Album "Folklor" ihr Debüt in den Charts feierten, brach sie jetzt den Rekord, den Minaj seit über drei Jahren gehalten hatte. Sie überholte damals die verstorbene Soul-Ikone Aretha Franklin, die mit 73 Liedern in den US-Charts fast 40 Jahre lang Rekordinhaberin war.

Kunstwerk von Gerhard Richter verschwunden

In Österreich ist ein Werk des deutschen Künstlers Gerhard Richter verschwunden. Der Offset-Druck verschwand bereits im Juli auf dem Weg von Purkersdorf am Stadtrand von Wien in eine Galerie in der österreichischen Hauptstadt, wie die Nachrichtenagentur APA heute unter Berufung auf die Polizei berichtete. Eine Angestellte der Galerie habe Anzeige wegen Diebstahls erstattet - das Bundeskriminalamt hat das Kunstwerk zur Fahndung ausgeschrieben. Insgesamt sollten dem Bericht zufolge 22 Kunstwerke in der Galerie ankommen, das Werk mit dem Titel "Übersicht" von 1998 fehlte jedoch. Der Offset-Druck auf Büttenpapier sei 82 mal 68 Zentimeter groß, signiert, datiert und nummeriert.

Der Publizist Tilman Jens ist tot

Der Publizist Tilman Jens ist tot. Er starb am vergangenen Mittwoch im Alter von 65 Jahren nach langer schwerer Krankheit, wie der Anwalt der Familie mitteilte. Jens arbeitete als Journalist, Fernseh- und Buchautor. Gemeinsam mit Heribert Schwan veröffentlichte er 2014 das Buch "Vermächtnis - Die Kohl-Protokolle". In mehreren Büchern schrieb er über die Demenzerkrankung seines Vaters, den Philosophen Walter Jens. Aufsehen erregte Jens, als er in den 1980er Jahren zum Tod des Schriftstellers Uwe Johnson recherchierte und in dessen Wohnung eindrang, um an dessen Briefe und Tagebücher zu kommen. Später bezeichnete er die Tat als "größten Fehler seines Lebens". Regelmäßig arbeitete er für die ARD-Kultursendung "Titel, Thesen, Temperamente" des Hessischen Rundfunks. Nach Angaben seines Verlags verfasste er über 100 Fernsehfeatures mit einem breiten Themenspektrum.

Archiv erwirbt weiteren Brief von Bach-Sohn

Das Bach-Archiv Leipzig hat einen bislang unveröffentlichten Brief Carl Philipp Emanuel Bachs (1714-1788) erworben. Es handelt sich um ein zweiseitiges Schreiben des Hamburger Musikdirektors, wie das Bach-Archiv mitteilte. Carl Philipp Emanuel Bach habe es zwei Jahre vor seinem Tod an den Leipziger Verleger Engelhard Benjamin Schwickert gerichtet. Das Schriftstück soll künftig in der Schatzkammer des Bach-Archivs öffentlich zu sehen sein. Der Brief vom 4. August 1786 behandelt den Angaben zufolge die Vorbereitung einer Neuausgabe von Bachs Klavierschule "Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen", eines der bedeutendsten musikalischen Lehrbücher des 18. Jahrhunderts. Der aktuelle Ankauf ergänze die Leipziger Sammlung von Briefen der Familie des Bach-Sohnes. Sie umfasst 39 Korrespondenzen von Carl Philipp Emanuel Bach selbst und 37 Briefe seiner Tochter Anna Carolina Philippina.

Pianist Leon Fleisher gestorben

Der Pianist und Dirigent Leon Fleisher ist im Alter von 92 Jahren in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland gestorben. Sein Sohn Julian bestätigte der "New York Times" den Tod seines Vaters. Fleisher wurde in San Francisco geboren und lernte unter anderem bei Artur Schnabel. Bekannt wurde er in den 1950er Jahren mit Brahms- und Beethoven-Konzerten, zusammen mit dem Cleveland Orchestra. Mitte der 1960er Jahre sorgte eine Nervenkrankheit dafür, dass er mit der rechten Hand nicht mehr spielen konnte. Danach arbeitete Fleisher als Dirigent und Lehrer, und er stieg einhändig zu Weltruhm auf, unter anderem mit Werken von Ravel, Prokofiev und Paul Wittgenstein, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren hatte. Nach vielen Therapieversuchen gelang es Fleisher ab 1995 mit Hilfe von Massagen und Injektionen wieder beidhändig zu spielen.

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