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Fazit / Archiv | Beitrag vom 30.11.2018

"Nudes" von Saul Leiter, Helmut Newton und David LynchSehr intim und ziemlich groß

Matthias Harder im Gespräch mit Andrea Gerk

Zu sehen sind Bilder von Helmut Newton im Foyer der Helmut-Newton-Stiftung. (imago stock & people)
Das Foyer der Helmut-Newton-Stiftung in Berlin. (imago stock & people)

Drei Bildkünstler – Helmut Newton, David Lynch und Saul Leiter – sind in der Ausstellung "Nudes" in Berlin zu sehen. Die Fotografien zeigten die Entwicklung des Zeitgeists der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, erklärt Kurator Matthias Harder.

Der Kurator und Leiter der Helmut-Newton-Stiftung Matthias Harder erklärt im Deutschlandfunk Kultur, dass der Grad der Abstraktion der Bilder in David Lynchs Buch "Nude" ihn so sehr begeistert habe, dass er ihn sofort via E-Mail "gebeten habe, bei uns auszustellen". Lynch sagte zu und Harder ergänzte die geplante Ausstellung um Helmut Newton.

Dieser habe, so Harder weiter, nicht nur Akte fotografiert. Newton sei in erster Linie Modefotograf gewesen. Erst 1980 habe mit der Idee "Naked and Dressed" sein Übergang von der Mode- zur Aktfotografie stattgefunden. Dabei hatte er seine Modelle jeweils angezogen und nackt fotografiert. Diese Bilder sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

"Er war der erste, der Aktbilder auch lebensgroß ‚geprintet‘ hat"

Der Kurator erklärt zudem, dass für alle drei Künstler die Aktfotografie nicht unbedingt die Hauptrolle im jeweiligen Werk gespielt habe. Newton "war der erste, der Aktbilder auch lebensgroß ‚geprintet‘ hat. Von Lynch sehen wir auch sehr großformatige Bilder, während wir bei Saul Leiter ganz kleinformatige Bilder sehen."

Es gebe also "ganz unterschiedliche Ansätze, die sich auch widerspiegeln in den unterschiedlichen Ansätzen in der Annäherung an die Frau", fasst Harder das Ausstellungskonzept zusammen. Die Bilder decken die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ab. "Es spiegelt sich der Zeitgeist in den unterschiedlichen Bildern und Ansätzen komplett wider."

Der Kurator und Leiter der Helmut-Newton-Stiftung Matthias Harder (picture alliance/Christoph Soeder/dpa)Der Kurator und Leiter der Helmut-Newton-Stiftung Matthias Harder (picture alliance/Christoph Soeder/dpa)
Für die 40er- bis 70er-Jahre stehen Saul Leiters "sehr intime, sehr menschliche Bilder, wo immer auch das Wesen der Frau transportiert wird". Dabei handle es sich nicht um Modelle, eher um Freundinnen, erklärt Harder. Hier sei eine "unglaubliche Intimität zwischen Fotograf und Modell" zu spüren. Helmut Newton ist dann für die 70er- und 80er-Jahre zuständig - mit einer völlig anderen Bildidee. Seine Werke gehen bis in die 90er hinein. Und David Lynch deckt dann die 90er- bis Nuller-Jahre ab.

Die Ausstellung "Nudes" ist noch bis zum 19. Mai in der Helmut-Newton-Stiftung zu sehen.

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