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Studio 9 | Beitrag vom 24.09.2014

NSA-SpähaffäreSnowden gewinnt Alternativen Nobelpreis

Auch der Guardian wird ausgezeichnet

Von Thomas Krohn

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Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden spricht in Hamburg während der Verleihung Henri-Nannen-Preis per Videobotschaft zu den Zuschauern.  (dpa / picture alliance / Axel Heimken)
Edward Snowden ist ein weltweites Vorbild der Netzaktivisten. (dpa / picture alliance / Axel Heimken)

Die Stifter des Alternativen Nobelpreises von der Right Livelihood Foundation loben Edward Snowdens Mut und Geschick bei der Enthüllung einer staatlichen Überwachung von beispiellosem Ausmaß.

Die illegale Überwachung einfacher Bürger könnte die Basis einer zivilisierten Gesellschaft unterminieren, erläuterte die Right Livelihood Foundation in einer Pressemitteilung. Davor wolle man warnen, deshalb auch der Preis für Snowden, so formulierte es der Direktor der unabhängigen Stiftung, Ole von Uexkull.

Edward Snowden ist ein früherer Mitarbeiter der US-amerikanischen NSA Behörde. 2013 enthüllte er die Überwachungsmethoden der NSA und flüchtete über Hong Kong nach Russland. Dort sitzt er seitdem fest. Die USA fordern seine Auslieferung wegen des Verdachts des Geheimnisverrates.

Vorgezogene Bekanntgabe

Der Streit über den richtigen Umgang mit Snowden beherrschte immer wieder die Weltpolitik. Die ursprünglich für Donnerstag vorgesehene Pressekonferenz mit der Bekanntgabe der Preisträger wurde – wohl auch deshalb – vom schwedischen Außenministerium kurzfristig abgesagt. Deshalb entschied sich die Jury kurzfristig, die Preisträger schon am Mittwoch bekannt zu geben.

Zusammen mit Snowden wird auch der US-amerikanische Publizist Alan Rusbridger ausgezeichnet. Rusbridger ist der Chefredakteur des Guardian, der die meisten Enthüllungen Snowdens publizierte. Weitere Right Livelihood Awards gehen an die pakistanische Menschenrechtsanwältin Asma Jahangir, an Basil Fernando und die Asian Human Rights Commission sowie an den US-amerikanischen Umweltaktivisten Bill Mc Kibben.

Die Auszeichnungen werden - wahrscheinlich in Abwesenheit von Snowden - am 1. Dezember in Stockholm verliehen.

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