NS-Raubgut: Handschriften der Weimarer Klassik an Erben des Sammlers restituiert

    Ein Ausschnitt aus einem Brief von Alexander von Miltitz an Konstantin Karl Falkenstein mit handschriftlichen Anmerkungen von Beno Kaufmann.
    Ein Ausschnitt aus einem Brief von Alexander von Miltitz an Konstantin Karl Falkenstein. Er gehörte dem Sammler Beno Kaufmann. © IMAGO / piemags / IMAGO
    28.02.2024
    Der Dresdner Sammler Beno Kaufmann hatte ein Faible für Handschriften der Weimarer Klassik. Er starb im Konzentrationslager Theresienstadt, während Teile seiner Sammlung ins Archiv in Weimar wanderten. Nun hat die "Klassik Stiftung Weimar" 41 historische Handschriften an die Erben des jüdischen Sammlers zurückgegeben. Die Stiftung teilte am Dienstag mit, es sei der bisher umfangreichste Fall von NS-Raubgut im Bestand des Goethe- und Schiller-Archivs. Es handele sich um 39 Briefe und ein Gedichtmanuskript sowie eine Mappe mit handschriftlichen Anmerkungen Beno Kaufmanns. Der Sammler wurde 1942 von den Nationalsozialisten deportiert und starb im selben Jahr. Das Goethe- und Schiller-Archiv sowie die Thüringische Landesbibliothek Weimar erwarben die Handschriften 1942 über einen Berliner Händler. Recherchen zufolge waren Kaufmanns Sammlungen durch die NS-Finanzbehörden beschlagnahmt worden, wie jetzt die Klassik Stiftung informierte.