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Kulturnachrichten

Samstag, 18. März 2017

NS-Opfer Josef Mayr-Nusser seliggesprochen

Die katholische Kirche würdigte den Widerstandskämpfer als "Märtyrer des Glaubens"

Der wegen seines Widerstands gegen den Nationalsozialismus zum Tode verurteilte Südtiroler Josef Mayr-Nusser (1910-1945) ist in Bozen zum Seligen der katholischen Kirche erklärt worden. Der Präfekt der römischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, würdigte ihn bei einem Festgottesdienst im Bozener Dom als "Märtyrer des Glaubens in der dunklen Zeit der Nazi-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs". Der aus Bozen stammende Mayr-Nusser war nach dem deutschen Einmarsch 1944 zum Dienst bei der Waffen-SS eingezogen worden. Wegen seiner Weigerung, den SS-Eid abzulegen, wurde er zum Tod verurteilt. Auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau starb er am 24. Februar 1945 an den Folgen der Misshandlungen und der Entkräftung während seiner Haft. Nach einem rund elfjährigen kirchenamtlichen Verfahren hatte Papst Franziskus im Juli 2016 Mayr-Nusser als Märtyrer anerkannt. Der Gedenktag für Mayr-Nusser soll künftig der 3. Oktober sein, der Jahrestag seiner Eidesverweigerung.

Schauspielerin Ingeborg Krabbe ist tot

Sie starb im Alter von 85 Jahren in Berlin

Ingeborg Krabbe, eine der bekanntesten Film- und Theaterschauspielerinnen der DDR, ist tot. Sie starb am Freitag im Alter von 85 Jahren in Berlin, wie ihr langjähriger Agent Marc Rosenberg mitteilte. Zuerst hatte MDR 1 Radio Sachsen über Krabbes Tod berichtet. Die gebürtige Leipzigerin war in der Messestadt 1954 Mitbegründerin des Kabaretts "Die Pfeffermühle". Bekannt wurde sie mit Rollen in "Die Abenteuer des Werner Holt", im "Polizeiruf 110" und in "Der Staatsanwalt hat das Wort". Viele Jahre spielte sie auch eine der Hauptrollen in der Reihe "Drei reizende Schwestern". In den zurückliegenden Jahren war sie unter anderem in Fernsehserien wir "Pfarrer Braun", "Der Bulle von Tölz" und "In aller Freundschaft" zu sehen. Daneben arbeitete sie als Hörspiel- und Synchronsprecherin.

Münchner Gasteig-Sanierung wird teuer

Laut Medienberichten belaufen sich geplante Kosten auf bis zu 450 Millionen Euro

Bis zu 450 Millionen Euro Kosten und ein provisorischer Konzertsaal am Stadtrand: Die Pläne zur Sanierung des Münchner Gasteig werden laut Medienberichten konkreter. Am 5. April wolle der Stadtrat eine erste Grundsatzentscheidung treffen, berichteten "Abendzeitung", "Münchner Merkur" und "Süddeutsche Zeitung" am Wochenende. Kritik an den Plänen kommt demnach vor allem aus der Kämmerei der Landeshauptstadt. Die Arbeiten an dem Kulturzentrum seien nicht alle baulich notwendig und zu teuer, hieß es. Allein die Sanierung der Philharmonie soll etwa 137 Millionen Euro kosten, meldete die "Süddeutschen Zeitung" unter Berufung auf eine Stadtratsvorlage. Zudem sind Konzertveranstalter und Musiker den Berichten zufolge noch nicht vom geplanten Ausweichquartier für die Philharmonie überzeugt. Das Kulturreferat schlägt einen hölzernen Konzertsaal auf einer Brachfläche in der Messestadt Riem vor - deutlich weniger zentral als der Gasteig. Nach derzeitiger Planung soll der Stadtrat das Projekt Mitte 2019 endgültig freigeben. Tatsächlicher Baubeginn wäre dann frühestens Ende 2021.

Vatikan spendet eine Mio. Euro für Kirchenrestaurierung

Geld fließt in Restaurierung der Geburtskirche in Bethlehem und der Grabeskirche in Jerusalem

Der Vatikan schießt für Restaurierungsarbeiten in der Geburtskirche in Bethlehem sowie in der Jerusalemer Grabeskirche jeweils 500.000 US-Dollar (466.000 Euro) zu. Wie das Presseamt des Heiligen Stuhls mitteilte, stammen die Mittel aus dem Haushalt der römischen Ostkirchenkongregation und werden über die franziskanische Verwaltung der christlichen Stätten im Heiligen Land, die sogenannte Kustodie, bereitgestellt. Die Geburtskirche und die Grabeskirche erheben sich über den heiligsten Stätten der Christenheit und zählen zugleich zu den bedeutendsten frühchristlichen Kirchenbauten. Beide gehen auf Gründungen durch Kaiser Konstantin (324-337) zurück.

Unis werben um Geld für Spitzenforschung

Exzellenzstrategie von Bund und Ländern verteilt die Fördergelder neu

Die drei großen Berliner Universitäten und die Charité wollen ab April beim neuen millionenschweren Wettbewerb um Fördergelder für Spitzenforschung mitmischen. Für die neue Runde, die nun Exzellenzstrategie heißt, stellen Bund und Länder ab 2019 jährlich dauerhaft 533 Millionen Euro zur Verfügung. Bis zum 3. April können die Unis bundesweit Anträge für Projekte (Cluster) bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einreichen. Wer gewinnt, erhält die Gelder ab 2019. Ein Cluster hat ein Fördervolumen zwischen drei und zehn Millionen Euro - sie sind dementsprechend heiß begehrt. Im Dezember waren bei der DFG bereits 192 Absichtserklärungen deutscher Unis eingegangen. Darunter waren 16 Skizzen aus Berlin. Der Wettbewerb ist die Fortsetzung der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, bei der die Freie und die Humboldt-Universität bereits den Titel "Elite-Universität" erhielten. Alle großen Unis warben außerdem Gelder für Forschungscluster ein. Die damit verbundenen Mittel sind aber nicht von Dauer und müssen mit Konzepten neu erobert werden.

Literaturnobelpreisträger Derek Walcott gestorben

Als sein wichtigstes Werk gilt das 1990 publizierte Versepos "Omeros"

Walcott starb am Freitag im Alter von 87 Jahren. "Seine Familie und Freunde werden ihn sehr vermissen", schrieben seine Töchter Elizabeth Walcott-Hackshaw und Anna Walcott-Hardy in einer Stellungnahme. "Die Kulturgemeinde, St. Lucia und die Welt haben eine literarische Ikone verloren", hieß es in einem Nachruf der Stiftung für kulturelle Entwicklung des Karibikstaats St. Lucia. Der Exekutivdirektor der internationalen Schriftstellervereinigung PEN, Carles Torner, teilte mit, "Walcott war zweifellos ein handwerklicher Meister. Ein Dichter, der Ton und Bild nahtlos aneinanderfügte". Walcott war 1992 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. Er veröffentlichte mehr als 20 Gedichtbände und über 30 Theaterstücke.

Falomir neuer Chef des Madrider Prados

Experte für Renaissancemalerei war bislang stellvertretender Direktor des Prado

Der Experte für Renaissancemalerei Miguel Falomir Faus übernimmt die Leitung des Prado-Museums in Madrid. Dies teilte das spanische Kulturministerium am mit. Falomir, bislang stellvertretender Direktor des Museums, wurde vom Vorstand des Museo del Prado für das Amt nominiert. Mit der Zustimmung des Ministerrates wurde die Ernennung offiziell, am 21. März wird der 1966 im spanischen Valencia geborene Kunstexperte sein Amt antreten. Sein Vorgänger Miguel Zugaza hatte im November angekündigt, das Haus nach 15 Jahren an der Spitze verlassen zu wollen. Er übernimmt das Museum der schönen Künste in Bilbao. Falomir leitete von 1997 bis 2015 die Abteilung für französische und italienische Malerei im Prado und war seit zwei Jahren stellvertretender Direktor, zuständig für Forschung und Restauration. Das spanische Nationalmuseum Prado gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, bekannt unter anderem für seine Sammlung an Werken von Dürer, Rubens, El Greco, Velázquez, Goya und Picasso.

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