Seit 01:05 Uhr Tonart

Dienstag, 17.07.2018
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Juni 2018

NRW verdoppelt Denkmal-Förderung

Zwölf Millionen Euro für den Erhalt geplant

NRW will in diesem Jahr die Mittel für den Denkmalschutz auf zwölf Millionen Euro erhöhen. Das Geld solle vor allem in dringend notwendige Sanierungen für die rund 800 000 Bau- und Bodendenkmäler fließen, berichtete NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) in Düsseldorf. Damit sichere man das kulturelle Erbe, denn Baudenkmäler seien Teil des Gedächtnisses von Deutschland, so Scharrenbach. Etwa 1,2 Millionen Euro sollen als Pauschalmittel Maßnahmen privater Eigentümer an Baudenkmälern unterstützen. Viele Privateigentümer seien nicht mehr zu Investitionen in den Erhalt bereit gewesen, nachdem die rot-grüne Vorgängerregierung Teile der Denkmalförderung auf eine Darlehensgrundlage gestellt habe. Mit weiteren 3,7 Millionen Euro sollen die Landschaftsverbände und archäologischen Projekte der Stadt Köln unterstützt werden. In NRW gibt es nach Angaben des Ministeriums etwa 800 000 Baudenkmäler und 5800 Bodendenkmäler, dazu zählen auch antike Mauern.

Großes Leserinteresse an Clinton-Krimi

Dem Ex-Präsidenten gelingt mit seinem Debüt ein Bestseller

Ex-US-Präsident Bill Clinton feiert mit seinem ersten Roman gleich einen großen Erfolg. Von seinem Krimi-Debüt "The President is Missing", den Clinton gemeinsam mit Krimiautor James Patterson schrieb, sind in der ersten Woche nach Erscheinen bereits 250.000 Exemplare verkauft worden, also gebundene, E- und Hörbücher, wie die Verlage Alfred A. Knopf und Little, Brown and Co. mitteilten. Der Roman stand bei Amazon.com und andernorts den größten Teil der vergangenen Woche auf Platz eins - trotz einiger heikler Interviewäußerungen Clintons. Im Sender NBC hatte Clinton nur sehr zurückhaltend auf eine Frage nach der #MeToo-Bewegung reagiert und darüber, ob er glaube, der früheren Praktikantin Monica Lewinsky eine Entschuldigung zu schulden. Clintons Affäre mit der Praktikantin im Weißen Haus hatte zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen ihn geführt. Sein Roman beginnt mit einem Präsidenten, dem die Amtsenthebung droht.

Kulturausschuss spricht sich für Buchpreisbindung aus

Abgeordnete weisen damit Gutachten der Monopolkommission zurück

Einhellig haben alle Bundestagsfraktionen im Kulturausschuss für die Beibehaltung der Buchpreisbindung votiert. Der Ausschuss wies in seiner Sitzung am Mittwoch das Sondergutachten der Monopolkommission zurück, die sich für die Abschaffung der Buchpreisbindung ausgesprochen hatte. Die Monopolkommission hatte zuvor in ihrem Gutachten argumentiert, die Buchpreisbindung sei zum einen nur sehr schwer mit den EU-Wettbewerbsregeln zu vereinbaren und zudem sei nicht nachweisbar, dass sie zum Schutz des Kulturgutes Buch beitrage.

Konzert im Pariser "Bataclan" könnte untersagt werden

Streit um Umgang mit Rapper

In der Pariser Konzerthalle "Bataclan", wo vor zweieinhalb Jahren 90 Menschen bei einem islamistischen Terroranschlag starben, könnte ein Konzert des französischen Rappers Médine untersagt werden. Das machte Innenminister Gérard Collomb am Mittwoch in der Nationalversammlung deutlich. Falls eine Störung der öffentlichen Ordnung drohe, sei ein behördliches Auftrittsverbot möglich, sagte er. Zuvor hatte der Chef der konservativen Republikaner, Laurent Wauquiez, ein Verbot des für den Herbst geplanten Auftritts von Médine gefordert. Der Rapper stammt aus einer Einwandererfamilie. Vor allem die Texte einiger seiner frühen Songs sind umstritten. Der Rapper teilte via Twitter mit, er habe "15 Jahre gegen jede Art von Radikalismus in seinen Alben gekämpft". Bei den Anschlägen vom 13. November 2015 waren in der französischen Hauptstadt zusammen 130 Menschen aus dem Leben gerissen worden. Im "Bataclan" richteten die Täter ein Blutbad an.

Maxim Biller hält Heidelberger Poetikvorlesungen 2018

Teil der Reihe ist auch eine Lesung aus seinem jüngsten Roman

Der Autor Maxim Biller übernimmt die Poetikdozentur 2018 der Heidelberger Universität. In drei Vorlesungen am Germanistischen Seminar will Biller über den Zusammenhang von Politik und Literatur nachdenken. Geplant ist auch eine Lesung aus seinem jüngsten Roman "Biografie". Der erste Vortrag ist am Montag. Biller pflege Kontroversen, breche mit eingefahrenen Denkmustern und zeige Widersprüche in Debatten auf, begründete die Heidelberger Germanistin Michaela Kopp-Marx die Entscheidung. Sie betonte, Biller reflektiere in seinen Texten auch seine eigene Biografie, insbesondere seine jüdische Identität. Biller, 1960 in Prag geboren, studierte in Hamburg und München und wurde als Kolumnist und Autor bekannt. Die Poetikdozentur wird seit 1993 vergeben, zuletzt kamen Frank Witzel, Felicitas Hoppe und Lutz Seiler in die Neckarstadt.

Wiens UNESCO-Welterbetitel in Gefahr

Historisches Zentrum Wiens auf der Roten Listen des gefährdeten Weltkulturerbes

Dem historischen Zentrum von Wien droht die Aberkennung des UNESCO Welterbe Titels. Ein Entscheidungsentwurf der UNESCO sieht vor, dass Wien auf der Roten Liste des gefährdeten Weltkulturerbes bleibt. Die UNESCO würdigt zwar die Bemühungen der österreichischen Regierung das Stadtbilds zu bewahren. Dennoch wird kritisiert, dass drei geplante Bauvorhaben, darunter ein Hochhaus, den Charakter des Welterbes gefährdeten. „Wenn nichts passiert, wird Wien der Titel aberkannt", sagte die Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO Gabriele Eschig am Mittwoch im Vorfeld der jährlichen Tagung des UNESCO Komitees. Bis Februar 2019 hat Österreich voraussichtlich nun Zeit, einen Fortschrittsbericht vorzulegen.

Jazz-Musiker Jon Hiseman gestorben

Der Brite galt als genialer Schlagzeuger

Der britische Jazz- und Rockschlagzeuger Jon Hiseman ist tot. Der 73-jährige Musiker starb an den Folgen einer Hirntumor-Operation, wie ein Sprecher des Musikverlags Temple Music am Mittwoch mitteilte. Der Autodidakt Hiseman hatte meist mit zwei Bass Drums gespielt und war bekannt für seine bis zu 15 Minuten langen Soli. Er gehörte Bands an wie etwa John Mayalls Bluesbreakers und Tempest. Große Erfolge feierte er aber vor allem mit Colosseum. Typisch für die Musik der Band war dabei der Mix aus Jazz, Blues und Rock. Hiseman arbeitete aber auch als Toningenieur, Produzent und war Gastmusiker bei anderen Bands. Er stammte aus London, wo er auch am Dienstag starb.

Volker Kauder als "Förderer des Buches" geehrt

Politiker unterstreicht Wert des gedruckten Wortes

Für sein klares Bekenntnis zur Buchpreisbindung hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU), als "Förderer des Buches" ausgezeichnet. Kauder setze sich für faire Rahmenbedingungen für das Kulturgut Buch ein, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, bei der Verleihung am Mittwoch. In seiner Dankesrede betonte Kauder den Wert des Buches, als "ein einzigartiges Kulturgut." Die schöpferische Leistung von Autoren und Verlagen gelte es weiter zu schützen. Mit der Auszeichnung ehrt der Börsenverein Persönlichkeiten, die mit der Welt des Buches in besonderer Weise verbunden sind. In den vergangenen Jahren waren u.a. auch Frank Schirrmacher, Norbert Lammert, Petra Roth und Richard von Weizsäcker mit dem Preis ausgezeichnet worden.

Leipziger Musikstätten mit Kulturerbe-Siegel

Älteste Kultureinrichtung ist mehr als 800 Jahre alt

Neun Musikstätten sind in Leipzig stellvertretend für das reiche musikalische Erbe der Stadt mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden. EU-Kulturkommissar Tibor Navracsics und die sächsische Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) übergaben die Auszeichnungen am Mittwoch bei einem Festakt. Stange sagte, das Zeichen würdige eine Musik- und Kulturstadt, die seit dem Mittelalter für ganz Europa von Bedeutung sei. "Leipzigs Entwicklung zur Handels-, Kultur- und Bildungsmetropole verbindet sich wie in nur wenigen europäischen Städten eng mit dem Musikleben", hob die Ministerin hervor. Künftig kann das Siegel an der Thomas- und Nikolaikirche angebracht werden. Weitere Stätten sind das Gewandhaus, das Bach-Archiv, die Alte Nikolaischule, das Schumann- und Mendelssohn-Haus, das Musikverlagshaus C. F. Peters und die Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy". Eine von der Brüsseler EU-Kommission eingesetzte Jury hatte aus 25 Anträgen insgesamt neun neue Träger des Siegels ausgewählt. EU-Mitgliedsländer können alle zwei Jahre Vorschläge einreichen. In Deutschland wurde das Siegel erst zum dritten Mal verliehen. EU-weit tragen es 38 Stätten.

Gestohlener Kolumbus-Brief kehrt in den Vatikan zurück

Diebstahl erst nach mehr als einem Jahrzehnt aufgeklärt

Ein aus dem Vatikan gestohlenes Dokument über die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus kehrt am Donnerstag in die Vatikanische Bibliothek zurück. Nach Angaben der US-Botschaft beim Heiligen Stuhl handelt es sich um eine von 1493 stammende lateinische Fassung des Berichts, den der Entdecker an König Ferdinand und Königin Isabella von Spanien sandte. Der Brief war aus dem Vatikan entwendet und 2004 von einem Sammler in Atlanta gekauft worden, wie Ermittler des US-Ministeriums für Innere Sicherheit 2017 herausfanden. Erst 2011 wurde bekannt, dass das Dokument mit dem Titel "Epistula de insulis nuper inventis" ("Brief über kürzlich entdeckte Inseln") aus der Apostolischen Bibliothek gestohlen - und lange Zeit unbemerkt - durch eine Kopie ersetzt worden war. Wie die Ermittler herausfanden erwarb der US-Sammler Robert Parsons 2004 den Druck von einem unbekannten Anbieter für 875.000 US-Dollar. Die Witwe des zwischenzeitlich verstorbenen Sammlers willigte in die Rückgabe des Briefs an den Vatikan als den rechtmäßigen Besitzer ein. Dies wäre im Sinn ihres Mannes, hatte sie laut "Wall Street Journal" erklären lassen.

Deutschland und Dänemark planen Freundschaftsjahr

2020 soll Kulturjahr zum 100. Jahrestag der Grenzziehung werden

Deutschland und Dänemark wollen ihre Nachbarschaft intensivieren und haben das Jahr 2020 zum "Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahr" bestimmt. Das teilten die Außenministerien beider Länder am Mittwoch in Berlin mit. 2020 ist auch der 100. Jahrestag der Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland. "Die deutsch-dänischen Beziehungen waren nie besser als heute", sagte Außenminister Heiko Maas. Deutschland und Dänemark seien gute Nachbarn und das Verhältnis der Minderheiten beiderseits der Grenze vorbildlich. Der dänische Außenminister Anders Samuelsen betonte die enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit. "Deshalb ist es nur natürlich, unsere einzigartig gute Nachbarschaft durch eine neue, starke kulturelle Dimension zu bereichern." Konkrete Programmpunkte des Freundschaftsjahrs sollen Anfang 2019 bekanntgegeben werden.

Eine Million Denkmäler in Deutschland

Rund 36000 Menschen sorgen für deren Erhalt

In Deutschland gibt es rund eine Million Denkmäler. Eine überwiegende Mehrheit - 63 Prozent - sind Baudenkmäler; 37 Prozent sind Bodendenkmäler. Das teilte das Statistische Bundesamt mit, das die Daten anhand von Angaben der Landesämter für Denkmalpflege veröffentlichte. Die Erhebung wurde im Rahmen des Projektes "Bundesweite Kulturstatistik" im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien veröffentlicht. Denkmäler in Deutschland werden laut des Bundesamtes nicht an zentraler Stelle einheitlich erfasst. Die aktuelle Zahl gilt als eine Momentaufnahme zum Stand November 2017, da die Denkmallisten regelmäßig aktualisiert werden. Um die Vielzahl an Denkmälern zu erhalten und für nachkommende Generationen erlebbar zu lassen waren 2016 mindestens 36 000 Personen mit denkmalpflegerischen Aufgaben betraut.

AT&T darf Time Warner übernehmen

Gerichtsentscheidung gilt als persönliche Niederlage für US-Präsident Trump

Die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch den Telekomriesen AT&T ist trotz Widerstands der US-Regierung genehmigt worden. Der zuständige Richter entschied in Washington, dass der rund 85 Milliarden Dollar schwere Deal nicht gegen US-Wettbewerbsrecht verstößt. Zuvor hatten die Parteien in einem sechswöchigen Gerichtsprozess ihre Argumente vorgebracht. Dass Unternehmen solche Auseinandersetzungen mit der US-Regierung wagen, kommt nur sehr selten vor. Für die Regierung von US-Präsident Donald Trump ist die Entscheidung des Gerichts eine Niederlage - sie hatte gegen den Zusammenschluss geklagt. Trump hatte sich sogar persönlich dagegen ausgesprochen. Die Kartellwächter hatten befürchtet, dass die gebündelte Marktmacht von AT&T und Time Warner durch Nachteile für Rivalen und Kunden dem Wettbewerb und den Verbrauchern schadet. Das Justizministerium habe dies aber nicht ausreichend belegt, befand der Richter. Das Gericht winkte die Fusion ohne Auflagen durch. Die Regierung kann Berufung gegen das Urteil einlegen.

Kulturnachrichten hören

Juni 2018
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur