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Konzert / Archiv | Beitrag vom 23.06.2019

Notos Quartett auf Schloss WackerbarthEdle Klavierquartette im Weinberg-Schloss

Moderation: Stefan Lang

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Blick auf die Weinberge von Schloss Wackerbart in Radebeul. (imago / imagebroker)
Blick auf die Weinberge von Schloss Wackerbart in Radebeul. (imago / imagebroker)

Der Südwind heißt in der griechischen Mythologie "Notos". Mit diesem Namenspatron bringt ein junges Berliner Klavierquartett frischen Wind auf die Podien, auch bei den Dresdner Musikfestspielen. Auf den sturmfesten Pulten: Mozart, Schumann und Françaix.

Das Berliner Quartett machte mächtig Wirbel, als es 2017 seinen Echo Klassik Preis zurückgab. Begründung: Rapper hatten mit rassistischen Texten ebenso diese Trophäe erhalten – für die vier Berliner Musiker unerträglich. 

Seit dem ist das Notos Quartett für viele ein Begriff. Bei den diesjährigen Dresdner Musikfestspielen waren sie eingeladen. Sie boten wichtige Werke der Klavierquartettliteratur. 

An erster Stelle Mozarts KV 493, das unmittelbar nach der sehr erfolgreichen Uraufführung seiner Oper "Figaros Hochzeit" entstanden ist. Mozart befand sich im Zenit seiner Beliebtheit, die er mit wertvoller Kleidung, großer Wohnung und das Halten einer Kutsche deutlich unterstrich.

Die Musiker sind versammelt um einen geöffneten Flügel, der auf einem markanten Holzparkett steht. (Notos Quartett)Notos Quartett: Vier Berliner mit Vorliebe fürs Klavierquartett (Notos Quartett)

Danach das melodisch-elegante frühe Divertissement von Jean Françaix. Er war es, der den Stil der Neoklassik erfand - dabei knüpfte er an die Leichtigkeit der klassischen Komponisten wie Mozart und Haydn an. Beide hatten unzählige Divertimenti hinterlassen.

Leichtigkeit zur Freude aller

Françaix suchte auch in seinem Werk, das 1933 entstand, den leichten Ton einer Unterhaltungsmusik zu treffen, geistreich auf der einen Seite, nicht zu tiefsinnig auf der anderen. Der Komponist betonte immer wieder, er wolle keine neuartige oder gar avantgardistische Musik schreiben, sondern "Musique pour faire plaisir", Musik, die Freude macht. 

Robert Schumann komponierte ein Klavierquartett, kurz nachdem seine Frau Clara eins zur Uraufführung gebracht hatte. Schumann war inspiriert, denn er brauchte gerade einmal fünf Wochen, um sein einziges Klavierquartett fertig zu stellen.  

(cdr)

Aufzeichnung des Konzertes vom 2. Juni 2019 im Schloss Wackerbarth

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierquartett Es-Dur KV 493

Jean Francaix
Divertissement für Violine, Viola, Violoncello und Klavier

Robert Schumann
Klavierquartett Es-Dur op. 47

Notos Quartett:
Sindri Lederer, Violine
Andrea Burger, Viola
Philip Graham, Violoncello
Antonia Köster, Klavier

Diskussion über zukünftige Musiknutzung

Zudem bieten wir online noch die Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion vom 17. Juni 2019 aus der Mosaikhalle der Siemensstadt. Die Gesprächsrunde debattierte über "Schöne neue digitale Musik?! Produktion und Musiknutzung von Morgen?".

Stefan Lang leitete die Runde mit Gudrun Gut (Musikerin und Aktivistin der Berliner Undergroundszene), Erhard Grundl (MdB, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, kulturpolitischer Sprecher), Till Janczukowicz (Founder & CEO IDAGIO, Streaming-Anbieter für klassische Musik), Mari Samuelsen (Violinistin, Deutsche Grammophon Artist) und Gregor Burgenmeister (Geschäftsführer des Musikmagazins Concerti) 

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