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Kompressor | Beitrag vom 21.01.2020

Norient-Internetseite "The Now in Sound"Für eine Welt jenseits des Eurozentrismus

Thomas Burkhalter im Gespräch mit Shanli Anwar

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Ein Mann mit Maske springt über eine Straße (Chris Saunders)
Auch auf der neuen Norient-Plattform zu finden: das Foto "DJ Invisible" von Chris Saunders. (Chris Saunders)

Das Onlinemagazin Norient veröffentlicht demnächst die Plattform "The Now in Sound". Dort sind Forschungsergebnisse, Podcasts oder Filme über globale Musik zu finden. Gründer Thomas Burkhalter will damit gegen Ethno-Klischees in der Musik kämpfen.

Norient wurde als Onlinemagazin vom Musikethnologen und -journalisten Thomas Burkhalter vor über zehn Jahren in Bern gegründet. Der Name ist Programm: No Orient, also gegen den Exotismus und Dritte-Welt-Klischees von "Ethno" und "Weltmusik".

Für alle kulturell Interessierte, die über den geografischen Tellerrand blicken wollen, gibt es demnächst auch die Norient-Internetplattform "The Now in Sound", die Wissen über globale Musik sammelt. Mit audiovisuellen Ausstellungen, akademischen Forschungsergebnissen, Podcasts, Fotografien, Videos und Filmen.

Gegen Algorithmen und Filterblasen

Thomas Burkhalter hat sich mit der Plattform viel vorgenommen: "Ich glaube, wir leben in einer Welt, wo Google und Facebook die ganze Macht übernehmen. Und da brauchen wir Plattformen, die irgendwie über eine starke Community, über neue Formate eine Möglichkeit haben, trotzdem noch ein bisschen an Reichweite zu gewinnen", sagt er. "Wir wollen uns einsetzen für eine Welt jenseits von Eurozentrismus, Diskriminierung und auch ein bisschen gegen Algorithmen und Filterblasen."

Bisher existiert nur eine Beta-Version der Seite, die jedoch öffentlich zugänglich ist. Die Entwicklung wurde über Kulturförderung ermöglicht. Die Zukunft soll zunächst über ein Crowdfunding und später über Abonnements finanziert werden.

In Zukunft soll sich die Seite aber über Abonnements finanzieren. Dabei seien alle Inhalte weiterhin frei zugänglich, erklärt Burkhalter, bestimmte Such- und Print-On-Demand-Funktionen könnten aber nur Abonnenten nutzen.

Das Ohr als Seismograf aktueller Entwicklungen

Die Plattform solle mehr sein als einfach nur ein Musikmagazin, sagt Burkhalter. "Es geht eigentlich darum, über Musik, über Sound, über Geräusche über die Welt von heute nachzudenken. Und ich glaube, dass das Ohr ein guter Seismograf ist für das, was heute vor sich geht, wo Grenzen sind und was möglich ist."

(lkn)

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