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Kulturnachrichten

Donnerstag, 23. April 2020

Nominierungen für Grimme Online Award stehen fest

Das Grimme-Institut in Marl hat die Nominierungen für den Grimme Online Award bekanntgegeben. Ausgewählt wurde der NDR-Podcast "Das Coronavirus Update" mit dem Berliner Virologen Christian Drosten. Auch die alternative WDR-Talkshow "Karakaya Talk" ist in dieser Sparte im Rennen. Der YouTuber Rezo wurde für sein umstrittenes Video "Zerstörung der CDU" in der Kategorie "Spezial" nominiert. Der Mitmach-Podcast "Meine Wende - Unsere Einheit?" des ZDF, der im Bereich "Kultur und Unterhaltung" ins Rennen geht, sammelt persönliche Wende-Geschichten. Die Jury kann aus allen Nominierten bis zu acht Preisträger auswählen. Zudem gibt es einen Publikumspreis, für den jeder Internetnutzer abstimmen kann. Die undotierten Preise in insgesamt vier Kategorien werden am 25. Juni verliehen.

Deutscher Filmpreis wird ohne Gala verliehen

In Berlin wird am Freitagabend der Deutsche Filmpreis verliehen. Wegen der Corona-Krise wird die "Lola", die wichtigste deutsche Auszeichnung für Filmschaffende, ohne Gala mit Gästen ausgetragen. Dafür läuft die Verleihung zum ersten Mal live im Fernsehen. In der Kategorie Bester Spielfilm sind "Berlin Alexanderplatz", "Es gilt das gesprochene Wort", "Lara", "Lindenberg! Mach dein Ding", "Systemsprenger" und "Undine" nominiert. Mit insgesamt elf Nominierungen ist die Literaturverfilmung "Berlin Alexanderplatz" einer der Favoriten, das Drama "Systemsprenger" kommt auf neun Nominierungen. Insgesamt werden die Lolas in 20 Kategorien verliehen. Die Bundesregierung stellt Preisgelder in Höhe von knapp drei Millionen Euro zur Verfügung.

Elbphilharmonie eröffnet Musikfest im Internet

Das Eröffnungskonzert des wegen der Corona-Pandemie abgesagten Internationalen Musikfests Hamburg findet in digitaler Form statt. Zur Stunde des geplanten Konzertbeginns am Freitag um 20.00 Uhr geht nach Angaben der Elbphilharmonie ein Video online. Das solle zumindest eine Ahnung davon vermitteln, was das Eröffnungskonzert hätte werden können, heißt es in der Mitteilung. Es könne unter www.elbphilharmonie.de oder www.ndr.de/eo angeschaut werden. Anschließend stehe es als Video on demand im Netz. Die fünfte Ausgabe des Internationalen Musikfests Hamburg war bis zum 25. Mai unter dem Motto "Glauben" geplant. 42 Konzerte standen auf dem Programm, darunter die Oper "St. Francois d'Assise" (Der heilige Franz von Assisi) von Olivier Messiaen.

Kinobetreiber drängen auf Wiederöffnung

Die deutschen Kinoverbände haben mit einem Hygieneplan dafür geworben, dass ihre Häuser demnächst wieder öffnen dürfen. Der Vorstandsvorsitzende der AG Kino, Christian Bräuer, sagte in Berlin, Kinos könnten Hygienekonzepte mit am besten umsetzen. Abstandsregeln könnten zum Beispiel eingehalten werden, indem Säle nicht voll besetzt würden. Im Kassenbereich könnten Markierungen und Schutzwände helfen, schlugen AG Kino und HDF Kino vor. Tickets könnten verstärkt online verkauft werden und Besucher den Saal am Ende über Notausgänge verlassen. Nach Angaben des Branchenverbandes HDF Kino belaufen sich die Verluste in den deutschen Filmtheatern während der Corona-Schließungen auf 17 Millionen Euro pro Woche.

Arbeiten an Notre-Dame beginnen wieder

Nach einer Corona-Pause sollen die Arbeiten an der Pariser Kathedrale Notre-Dame wieder aufgenommen werden. Zehn Arbeiter sollen ab Montag die Bedingungen für den Neustart schaffen, berichtet die Zeitung "Le Figaro". Am 4. Mai sollen dann etwa 50 Arbeiter auf die Baustelle zurückkehren; zuletzt arbeiteten 170 Menschen dort. Mitte April 2019 hatte ein Großbrand Teile des weltbekannten Bauwerks zerstört.

Forscher untersuchen Corona-Informationsverhalten

Forscher der Universität Hildesheim untersuchen nach eigenen Angaben derzeit das Informationsverhalten der Deutschen in Krisenzeiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, aus welchen Quellen sich die Bundesbürger über die Corona-Pandemie informieren. Auch wollen die Wissenschaftler erkunden, wie wichtig den Menschen dabei etwa regionale Themen, die Glaubwürdigkeit von Informationen, verlässliche Hilfen im Alltag oder Informationen aus offiziellen Quellen sind. Zudem werde die Rolle von "Fake News" untersucht.

Saarlandmuseum gibt Slevogt-Werke an Erben

Die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz hat sechs während der NS-Zeit zwangsverkaufte Werke von Max Slevogt (1868-1932) an die Erben des früheren Eigentümers zurückgegeben. Es handelt sich um das Gemälde "Francisco d'Andrade" (1902) sowie vier Zeichnungen und ein Aquarell. Im Zuge von Forschungen über die Herkunft des Gemäldebestandes sei man auf "die belastete Geschichte" der Slevogt-Werke gestoßen. Sie seien an die Erben des jüdischen Geschäftsmanns Julius Freund gegeben worden, der mit seiner Familie 1939 vor den Nationalsozialisten nach London geflohen war. Die Erben hätten es dem Museum ermöglicht, die Werke zu kaufen - somit verblieben sie in der Sammlung und seien der Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich, hieß es.

Opernmanager Peter Jonas mit 73 Jahren gestorben

Der langjährige Intendant der Bayerischen Staatsoper, Sir Peter Jonas, ist tot. Nach Angaben der Staatsoper sei er am Mittwochabend an einer Krebskrankheit gestorben. Jonas wurde 73 Jahre alt. Von 1993 bis 2006 leitete Jonas die Bayerische Staatsoper und machte sie zu einem der - auch in finanzieller Hinsicht - erfolgreichsten Opernhäuser der Welt. Vor allem setzte er auf zeitgenössische Regiekonzepte. Zwischen 1993 und 2000 sorgte er bei dem als konservativ geltenden Münchner Publikum mit sechs Uraufführungen für Kontroversen. Star-Regisseure inszenierten unter seiner Ägide flippig-witzige Barock-Opern. Branchenkenner betrachteten das Haus als Ort der Erneuerung. 2006 gab er seinen Posten ab.

Löffler kritisiert Appell zum Bekenntnis zur Literatur

Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler hat Verständnis für einen Appell von Autorinnen und Autoren zum heutigen Welttag des Buches geäußert aber auch Kritik geübt. Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der Gewerkschaft Verdi hatte angesichts der Corona-Krise eine langfristige Unterstützung und ein Bekenntnis zur Literatur gefordert. Bücher seien nicht nur Unterhaltung, sie förderten die demokratische Grundhaltung. Löffler sagte im Deutschlandfunk Kultur, sie habe Verständnis für die Dringlichkeit des Appells der Autorinnen und Autoren, da diese sich derzeit oft in einer Notlage befänden. Doch wenn man die Bedeutung des Buches betonen wolle, sei die Förderung der demokratischen Grundhaltung kein triftiges Argument. Menschen läsen aus vielen guten Gründen Bücher, "aber die Förderung einer demokratischen Grundhaltung gehört wohl eher nicht zu den Motiven, warum die Menschen zum Buch greifen", so die Literaturkritikerin.

Kino-Unternehmer Flebbe befürchtet Kinosterben

Der Kinounternehmer Hans-Joachim Flebbe befürchtet langfristige negative Auswirkungen der Corona-Krise auf die Filmtheater in Deutschland. "Einige Kinos werden es nicht schaffen, und die kleineren wird es eher treffen", sagte der 68-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Der Gründer der Cinemaxx-Kette betreibt unter anderem den Berliner Zoo Palast sowie Premium-Kinos in Hannover, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main. Die Einbußen ließen sich auch bis zum Ende des Jahres nicht mehr ausgleichen, so Flebbe. Nach Angaben des Branchenverbandes HDF Kino belaufen sich die Verluste in den deutschen Filmtheatern während der Corona-Schließungen auf 17 Millionen Euro pro Woche.

Länder fordern mehr Einsatz für die Kulturszene

Die Kulturminister der Länder erwarten vom Bund mehr Einsatz für die Kulturszene in der Corona-Krise. In einem Schreiben an die Bundesminister für Kultur, Wirtschaft und Finanzen heißt es, es bedürfe weiterer gemeinsamer Anstrengungen, um eine Verarmung der Kunst- und Kulturlandschaft nach der Krise zu verhindern. Bayerns Kulturminister Sibler forderte, dafür sollten umfassende Bundeshilfen auf den Weg gebracht werden. Kulturstaatsministerin Grütters kündigte im Deutschlandfunk an, sich nach der Soforthilfe für Selbständige jetzt noch einmal speziell um freischaffende Künstler zu kümmern.

Welttag des Buches zu Rechten von Autoren

Rund um den Globus findet heute der "Welttag des Buches und des Urheberrechts" statt. Dabei geht es um die Kultur des geschriebenen Wortes, aber auch um die Rechte von Autoren. Der "Welttag des Buches" geht auf eine Tradition in Katalonien zurück. Zum Namenstag des Schutzheiligen Sankt Georg werden dort Rosen und Bücher verschenkt. 1995 erklärte die Unesco den 23. April, den Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes, dann offiziell zum Aktionstag. In diesem Jahr fallen wegen der Corona-Krise in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern viele Veranstaltungen aus oder werden ins Internet verlegt. Die Schüleraktion "Ich schenk dir eine Geschichte" wurde auf den Weltkindertag am 20. September verschoben.

Ramadan beginnt unter Corona-Auflagen

Heute beginnt für die Muslime der Fastenmonat Ramadan. Wegen der Corona-Beschränkungen und Ausgangssperren wird es in vielen Ländern keine Zusammenkünfte nach Sonnenuntergang zum Fastenbrechen und zum nächtlichen Gebet in der Moschee geben. Auch Reisen in die heiligen Städte des Islam sind nicht möglich, Moscheen weltweit sind geschlossen. Die religiösen Autoritäten vieler Länder unterstützen die Restriktionen und fordern die Gläubigen auf, zu Hause zu beten und sich nicht in größeren Gruppen zu versammeln. Die saudiarabischen Behörden untersagten Pilgerfahrten nach Mekka. Auch der Hadsch, die jährliche große Pilgerfahrt Ende Juli, wird dieses Jahr wohl ausfallen.

Scharfe Kritik an Absage der Ruhrtriennale

Die Intendantin der Ruhrtriennale, Carp, hat die Absage des Musiktheater- und Kunstfestivals scharf kritisiert. Sie halte die Entscheidung "für viel zu verfrüht", sagte die künstlerische Leiterin. Seit Wochen sei an einem Spielplan gearbeitet worden, der alle Hygienemaßnahmen berücksichtigt hätte. Die nordhrein-westfälische Kulturministerin Pfeiffer-Poensgen wies die Kritik zurück. Carp habe kein überzeugendes Alternativkonzept vorlegen können, sagte die parteilose Politikerin. Ursprünglich sollte die Ruhrtriennale vom 14. August bis zum 20. September stattfinden, doch wegen der Corona-Krise sprach sich der Aufsichtsrat der Kultur Ruhr GmbH einstimmig für eine Absage aus.

Nibelungen-Festspiele abgesagt

Die Nibelungen-Festspiele in Worms fallen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Sie hätten vom 17. Juli bis 2. August stattfinden sollen. "Die geplante Inszenierung 'Hildensaga. Ein Königinnendrama' wird in das Jahr 2022 verschoben", teilten die Organisatoren in Rheinland-Pfalz mit. Für 2021 schreibt der Georg-Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss ein Stück über den Reformator Martin Luther. Die Nibelungen-Festspiele finden seit 2002 vor dem Wormser Dom statt.

Schauspieler Leon Boden gestorben

Der Schauspieler und Synchronsprecher Leon Boden ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Das bestätigten seine Agenturen in Berlin unter Berufung auf sein persönliches Umfeld. Boden synchronisierte u.a. den US-Schauspieler Denzel Washington und den Actionstar Jason Statham ("Fast & Furious"). Er spielte auch in mehreren Fernsehproduktionen mit. Geboren wurde Boden in Kiel, seine Ausbildung machte er am Mozarteum in Salzburg.

Violinist und Bratschist Jan Talich gestorben

Der tschechische Violinist und Bratschist Jan Talich ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Er starb bereits am 16. April, wie Radio Prag unter Berufung auf die Familie meldete. Der Neffe des weltberühmten Dirigenten Vaclav Talich (1883-1961) gründete 1964 das renommierte Talich-Quartett, das weltweit Konzerte gab. Er war Mitglied der Tschechischen Philharmonie, spielte auch Solo-Konzerte und unterrichtete bei Meisterkursen in der ganzen Welt.

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