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Kompressor | Beitrag vom 29.03.2019

"Noisexistance Festival" in HamburgFeministische Lärmforschungen

Leyla Yenirce aka Rosaceae im Gespräch mit Max Oppel

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Leyla Yenirce mit Nasenring und Flugzeug-Ohrring trägt Lederjacke und schaut in die Kamera. Im Hintergrund Backsteinarchitecktur. (Pelle Buys)
Leyla Yenirce aka Rosaceae sagt: Dass ich als Frau Musik mache, ist feministisch. (Pelle Buys)

Die Noise-Artistin Rosaceae hat sich einen Namen gegeben, der sowohl für Rosengewächse als auch für eine Krankheit steht. Dass sie diese Musik macht, versteht sie als feministischen Akt. Beim "Noisexistance Festival" stellt sie eine Komposition vor.

Die Macher des "Noisexistance"-Festivals auf Kampnagel in Hamburg haben sich vorgenommen, experimentelle politische Musik einem breiten Publikum zugänglich machen. Der Name "Noisexistance" ist eine Mischung aus 'Noise' (Geräusch, Rauschen, Lärm) und 'Existance' (Sein, Existenz). Es geht dabei nicht nur um elektro-akustische Forschungen und experimentelle Clubmusik, sondern auch um existenzielle, politische und gesellschaftliche Fragen in Verbindung mit Musik.

Träume, Geister und der eigene Atem

Die Noise-Artistin und Feministin Leyla Yenirce aka Rosaceae hat für das Festival das Stück "There's no time here, not any more" komponiert. Die Wahl ihres Künstlernamens erklärt sie so: "Ich dachte, das ist für mich der perfekte Widerspruch zwischen Noise und Ambient-Musik, die ich mache – manchmal ganz laut und manchmal ganz leise."

In ihrer Festival-Komposition verbindet sie feministische Positionen mit erzählten Träumen, Geistergeschichten – oder ihrem Atem:

"Bei dieser Arbeit habe ich zum Beispiel mit den Stimmen verschiedener Frauen gearbeitet und habe meine eigene Position in Form des Atems als auch Geschichten mit meinen Sounds verbunden."

"Ein radikaler Akt"

Dass sie als Frau diese Musik macht, versteht sie als feministisch:

"Allein, die Tatsache, dass ich Noise mache, das ist für mich schon ein radikaler feministischer Akt - und dass ich andere feministische Autor*innen dazu einlade, das mit mir gemeinsam zu kreieren. Wenn ich entscheide, mir etwas autodidaktisch beizubringen, und das dann auch einfach zu behaupten und zu machen, darin sehe ich schon eine gewisse Radikalität. Die kann man als feministisch bezeichnen oder nicht, aber für mich aus meinem feministischen Geiste, ist es das."

(cosa)

"Noisexistance"-Festival auf Kampnagel in Hamburg am 29. und 30.3.2019

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