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Kulturnachrichten

Sonntag, 7. April 2019

Noch keine Entscheidung über Bilder im Kanzleramt

Nach der Rückgabe von Gemälden des NS-belasteten Malers Emil Nolde aus den Arbeitsräumen von Kanzlerin Angela Merkel stehen nun die bereits als Ersatz genannten Arbeiten des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff wieder in Frage. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird erneut über mögliche Leihgaben verhandelt. "Es ist noch keine definitive Entscheidung gefallen, welche Kunstwerke im Amtszimmer der Kanzlerin künftig hängen werden", hieß es dazu bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Leihgeberin. Nolde (1867-1956) wurde von den Nazis als "entarteter Künstler" diffamiert. Gleichzeitig war der Maler NS-Parteimitglied und nach Auffassung von Kunsthistorikern ein Antisemit, Rassist und überzeugter Nationalsozialist. Von Schmidt-Rottluff (1884-1976) sind antisemitische Äußerungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs bekannt.

Victor Hugos Exil-Haus auf Guernsey wiedereröffnet

Das Haus des Schriftstellers Victor Hugo auf Guernsey ist wiedereröffnet worden. Hugo hat knapp 15 Jahre auf der britischen Kanalinsel im Exil verbracht. Für mehr als vier Millionen Euro wurde sein Haus nun renoviert, das der französische Schriftsteller, Dichter, Zeichner und Publizist (1802-1885) in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hat. Hugo hat das Haus in St. Peter Port selbst gestaltet und sich dabei auch von seinen Werken inspirieren lassen. "Hauteville House" gehört heute der Stadt Paris. Hugo, der mit "Die Elenden" und "Der Glöckner von Notre Dame" Weltliteratur verfasst hat, wurde verbannt, weil er sich gegen den Staatsstreich auflehnte, mit dem es Louis-Napoleon Bonaparte im Dezember 1851 gelang, den Weg für die Wiedereinführung der Monarchie im darauffolgenden Jahr frei zu machen.

Pflichtbesuche für Lehrer in KZ-Gedenkstätten?

Kulturstaatsministerin Monika Grütters spricht sich für Pflichtbesuche von Lehrern in KZ-Gedenkstätten aus. "Gedenkstätten sind authentische und eindrucksvolle Orte für eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". Um Kinder und Jugendliche gut darauf vorzubereiten, seien Lehrerinnen und Lehrer der Geschichte und anderer Geisteswissenschaften ganz wichtige Vermittler: "Der Besuch in einer Gedenkstätte sollte für sie verpflichtender Teil der Lehrerausbildung werden."

Briten gewinnen Preis für Kammermusik in Weimar

Den mit 10 000 Euro dotierten Preis für Kammermusik der Musikhochschule Weimar hat ein Quartett aus London gewonnen. Die vier Streicher des Barbican Quartets überzeugten die Jury in der Finalrunde des Wettbewerbs, wie die Hochschule mitteilte. Mit dem Marmen Quartet schaffte es ebenfalls eine britische Gruppe auf den mit 5000 Euro dotierten zweiten Platz. An die Drittplatzierten, das in Barcelona gegründete Cosmos Quartet, gehen 2500 Euro. Die Hochschule für Musik Franz Liszt richtet den Internationalen Joseph-Joachim-Kammermusikwettbewerb alle drei Jahre aus.

Bayerische Gebirgsschützen wollen Kulturerbe werden

Auf ihrer Bundesgeneralversammlung im oberbayerischen Raubling beschlossen die 101 Delegierten der bayerischen Gebirgsschützen, sich um die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Unesco zu bewerben. Die Gebirgsschützen mit ihrer mehr als 500 Jahre alten Tradition erfüllten die Bedingungen dafür, glaubt Landeshauptmann Martin Haberfellner. Entstanden sei diese Truppe von Heimatverteidigern seit 1600 mit einer Musterung der sogenannten Landesdefension, einer Art Landwehr. Die Männer hatten sich im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zum Ziel gesetzt, ihre Heimat zu schützen. Rund 12 000 Mitglieder vom Berchtesgadener bis zum Werdenfelser Land bewahren das Erbe. Bayerisches Brauchtum steht bereits auf der Kulturerbeliste, vermerkt sind etwa das Augsburger Friedensfest, die Fürther Michaeliskirchweih, der Georgiritt in Traunstein sowie die Tölzer Leonardifahrt.

Mehr als 10 000 Besucher in Weimar

Das neue Bauhaus-Museum in Weimar hat bereits innerhalb der ersten 24 Stunden seiner Eröffnung mehrere tausend Besucher angezogen. "Wir sind schlichtweg begeistert, es ist ein grandioses Fest", sagte ein Sprecher der Klassik Stiftung Weimar. Vor dem Eingang zum Museum und Neuen Museum bildeten sich lange Schlangen; beide Museen konnten am Wochenende kostenlos besucht werden. Das neue Bauhaus-Museum Weimar eröffnete am Freitagabend mit der Dauerausstellung "Das Bauhaus kommt aus Weimar". Das Festwochenende mit Kulturprogramm und einem Basar endet am Sonntagabend.

Sänger von Iron Maiden wird Ehrenbürger von Sarajevo

Der Sänger von Iron Maiden, Bruce Dickinson, wurde zum Ehrenbürger von Sarajevo ernannt. Grund der Auszeichnung ist ein Konzert, das Dickinson während der Belagerung der Stadt im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 gab. "Die Ankunft von Herrn Dickinson in Sarajevo 1994 war einer der Momente, der uns verstehen ließ, dass wir überleben werden, dass Sarajevo überleben wird, dass Bosnien-Herzegowina überleben wird", sagte Bürgermeister Abdulah Skaka bei der Zeremonie. Dickinson bezeichnete die Auszeichnung als große Ehre. "In einer Welt, in der manche Sachen nur fünf Sekunden etwas in den sozialen Netzwerken gelten, erinnern sich die Menschen noch immer daran. Das ist etwas Besonderes", sagte er mit Blick auf sein Konzert.

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