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Kulturnachrichten

Freitag, 6. Dezember 2019

Nobelpreisträger telefonieren mit Austronauten der ISS

Drei der diesjährigen Nobelpreisträger haben sich in einem Telefonat mit Astronauten auf der ISS über große Fragen des Universums ausgetauscht. Die Astronomen Didier Queloz und Michel Mayor sowie der Materialforscher Stanley Whittingham sprachen vom Nobelpreismuseum in Stockholm aus mit den Raumfahrern Luca Parmitano und Jessica Meir. Dabei ging es unter anderem um die Herausforderungen von Weltraumspaziergängen, die Effektivität von Batterien und die Möglichkeit von Leben auf anderen Planeten. Queloz und Mayor zählen in diesem Jahr zu den drei Nobelpreisträgern in der Kategorie Physik, Whittingham ist einer der drei Preisträger in Chemie. Sie erhalten ihre Preise am kommenden Dienstag in Stockholm.

Italien und Deutschland wollen Kulturgüter schützen

Italien und Deutschland wollen sich gemeinsam für einen besseren Schutz von Kulturgütern einsetzen. Das haben die italienische Kulturminister Dario Franceschini und die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei einem Treffen in Rom bekräftigt. Europa müsse, so wie bereits Italien und Deutschland, ein eigenes Programm zum Schutz von Kulturgütern vor Naturkatastrophen auflegen, sagte Franceschini laut einer Mitteilung seines Ministeriums. Zudem müsse die Arbeit der sogenannten Kulturblauhelme - spezielle Einheiten zum Schutz des Kulturerbes - stärker unterstützt werden. Die Minister unterschrieben außerdem eine Vereinbarung zur Neuauflage eines literarischen Übersetzerpreises, der künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus verliehen werden soll.

Gemälde aus DDR Kunstraub wieder aufgetaucht

Jahrzehnte nach dem größten Kunstraub in der Geschichte der DDR sind die verschwundenen Bilder wieder aufgetaucht. Das berichtet das Nachrichtenportal Spiegel Online. Demnach befinden sich die fünf Werke, u.a. von alten Meistern, wie Jan Brueghel und Hans Holbein, seit mehreren Wochen im Forschungslabor der Staatlichen Museen Berlin und werden auf ihre Echtheit überprüft. 1979 waren die Gemälde von Unbekannten aus dem Schlossmuseum Gotha geraubt worden. Laut Spiegel Online konnten sie nach Verhandlungen des Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch mit einem Anwalt, der sich auf Kunstwerke aus dubiosen Quellen spezialisiert hat, sichergestellt werden. Der Jurist habe angegeben eine Erbengemeinschaft zu vertreten und hatte rund fünf Millionen Euro für die Bilder verlangt. Gegen den Anwalt und den Einlieferer der Bilder ermittele nun das Berliner Landeskriminalamt wegen des Verdachts der Erpressung und der Hehlerei, so Spiegel Online. Noch sei unklar, wie die Bilder in den Besitz des Einlieferers gekommen sind.

Presserat rügt Bild wegen Täter-Video von Halle

Der Deutsche Presserat hat Bild.de für die Veröffentlichung von Ausschnitten aus dem Täter-Video des Anschlags auf die Synagoge von Halle gerügt. Die Redaktion habe sich zum Werkzeug von Verbrechern gemacht, indem sie die "Dramaturgie des Täters" in ein eigenes Video übernommen habe, teilte der Presserat mit. Zuschauer hätten in Teilen aus der Perspektive des Täters quasi live dabei sein können. Diese Darstellung gehe über das öffentliche Interesse hinaus und bediene überwiegend Sensationsinteressen, urteilte das Gremium. Der Attentäter hatte seine Tat im Oktober live online übertragen. Zwei Menschen waren bei dem Anschlag in Halle getötet worden. Foto und Namen des Täters zu veröffentlichen, sei dagegen in Ordnung gewesen, weil daran ein berechtigtes öffentliches Interesse bestanden habe, erklärte der Presserat.

Englund boykottiert Nobelwoche wegen Handke

Aus Protest gegen den Literaturnobelpreis für den Schriftsteller Peter Handke boykottiert das langjährige Mitglied der Schwedischen Akademie, Peter Englund, die diesjährige Nobelwoche. "Peter Handkes Nobelpreis zu feiern, wäre von meiner Seite grobe Heuchlerei" teilte Peter Englund der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter" mit. Er werde deshalb an keiner der Feierlichkeiten rund um die Vergabe des Literaturnobelpreises teilnehmen. Nach der Bekanntgabe der Auszeichnungs für Handke im Oktober war eine Debatte um den Schriftsteller und dessen umstrittene Haltung zum Jugoslawien-Konflikt entstanden. Peter Englund hatte in den 90er Jahren als Reporter über den Balkankrieg berichtet. Er hatte sich dabei laut "Dagens Nyheter" deutlich gegen serbischen Nationalismus und das Vorgehen des serbischen Anführers Slobodan Milosevic ausgesprochen.

Länder wollen Bildungsrat in eigener Verantwortung

Nach dem Scheitern der Einrichtung eines Nationalen Bildungsrates haben sich die Kultusminister der Bundesländer darauf geeinigt, einen Bildungsrat in eigener Verantwortung zu schaffen. Der Rat soll ein beratendes Gremium der Kultusministerkonferenz sein, teilte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) in Berlin mit. Die Kultusministerkonferenz habe für das Vorhaben einstimmig abgestimmt. Zuvor hatten unter anderem Bayern und Baden-Württemberg dem im Koalitionsvertrag geplanten Nationalen Bildungsrat eine Absage erteilt. Der neue Vorschlag biete einen Ausweg aus der Blockade, betonte Rabe. Der Bund solle aber bei gemeinsamen Fragen angemessen beteiligt werden. Alle Kultusminister seien sich darin einig, "dass ein Bildungsrat entscheidend dabei helfen kann, mehr Qualität und Vergleichbarkeit im Bildungswesen der Länder sicherzustellen".

San Francisco Opera hat erstmals eine Musikdirektorin

Die Oper in San Francisco hat die Dirigentin Eun Sun Kim zu ihrer neuen Musikdirektorin ernannt. Damit gehe der Posten erstmals in der Geschichte des Hauses an eine Frau, teilte das Opernhaus mit. Kim erhält einen Fünf-Jahres-Vertrag. Sie folgt auf Nicola Luisotti, dessen neunjährige Amtszeit als Musikdirektor im vergangenen Jahr endete. Zum Auftakt der Saison 2020/2021 wird Kim Ludwig van Beethovens "Fidelio" dirigieren.

Filmtheoretiker Thomas Elsaesser ist tot

Im Alter von 76 Jahren ist einer der Gründungsvater der internationalen Filmwissenschaft gestorben. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" meldet, starb Thomas Elsaesser völlig überraschend in Peking, wo er eine Gastprofessur innehatte. Noch vor einer Woche hatte er eine Tagung zur Filmtheorie in Frankfurt eröffnet. Elsaesser war 1943 in Berlin geboren worden. Studiert hatte er in Sussex und Paris und gründete mehrere universitäre Filminstitute. Seine Bücher und Essays über die Historie des bewegten Bildes, zu Film- und Genretheorie sowie Neuen Medien wurden in 20 Sprachen übersetzt.

Leipziger Buchpreis für Laszlo Földenyi

Der ungarische Essayist, Kunsttheoretiker und Übersetzer Laszlo Földenyi (67) erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2020. Er wird für sein Buch "Lob der Melancholie. Rätselhafte Botschaften" ausgezeichnet, wie die Stadt Leipzig mitteilte. Der kulturphilosophische Essayband thematisiert Gedanken zu melancholisch-metaphysischen Abgründen in Architektur, bildender Kunst sowie Film und stellt sie dem Aktionismus der Moderne entgegen. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland. Sie wird am 11. März zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen.

KMK für Staatsvertrag statt Nationalem Bildungsrat

Nach dem Ausstieg von Bayern und Baden-Württemberg aus dem geplanten Nationalen Bildungsrat haben die Kultusminister der Länder sich darauf verständigt, bis März einen Staatsvertrag oder eine Ländervereinbarung zu beschließen. Damit sollen Schülerleistungen über Bundesländergrenzen hinweg besser vergleichbar sein. Dazu soll auch ein wissenschaftlicher Beirat als beratendes Gremium eingerichtet werden. Damit, so der Präsident der KMK, Lorz, habe die Ministerkonferenz gezeigt, dass sie handlungsfähig sei.

Früherer documenta-Leiter ist tot

Der Kurator Manfred Schneckenburger, der zwei Mal die Kunstausstellung documenta geleitet hat, ist tot. Einen Tag nach seinem 81. Geburtstag starb er am Montag im Herzzentrum der Uni Köln, wie seine Ehefrau über einen befreundeten Kölner Kurator mitteilen ließ. Der in Stuttgart geborene Kurator war in den Jahren 1977 und 1987 künstlerischer Leiter der documenta in Kassel und betonte dabei nach Angaben der Ausstellungsveranstalter insbesondere die gesellschaftspolitische Verantwortung von Kunst. Neben dem Begründer Arnold Bode gilt er als einziger Kurator, der mehr als einmal die Leitung der bedeutenden internationalen Ausstellung innehatte. Mit seiner Frau lebte Schneckenburger zuletzt in Köln.

Rezos CDU-Abrechnung ist erfolgreichstes Video 2019

Die Abrechnung des Youtubers Rezo mit der CDU ist auf der Video-Plattform Youtube in diesem Jahr der meistgesehene Beitrag in Deutschland gewesen. Mit weit mehr als 16 Millionen Aufrufen führt der 55-minütige Clip "Die Zerstörung der CDU" die "Top Ten" für 2019 deutlich an. Rezo hatte Mitte Mai kurz vor der Europawahl mit seiner scharfen Kritik an der Sozial- und Klimapolitik der Regierungsparteien für Furore gesorgt. Auf den zweiten Platz listet Youtube "Märchen in Asozial feat. Kelly" von Julien Bam. Die Rap-Versionen der Märchen der Gebrüder Grimm kommen demnach auf mehr als 15 Millionen Aufrufe, gefolgt von dem Musikvideo "Capital Bra X Klaas - Die Gang ist mein Team".

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