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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. April 2015

"Niklas" trifft auch Zirkus, Theater und Gotteshäuser

Orkan deckte Dächer ab und verhinderte Zeltaufbau

Auch der Zirkus Roncalli ist Opfer des Sturmtiefs "Niklas" geworden: Die für morgen geplante Premiere in Kiel müsse auf Samstag verschoben werden, sagte Pressesprecher Pascal Raviol heute. "Es ist das erste Mal in der Geschichte von Roncalli, dass wir eine Premiere absagen müssen." Der Wind habe einen rechtzeitigen Aufbau des Zeltes unmöglich gemacht. Wer Karten für morgen gekauft habe, könne sie umtauschen. Das Sturmtief hat auch Teile des Daches vom Theater in Brandenburg/Havel abgedeckt. Das teilte die Feuerwehr der Stadt heute mit. Es sei aber niemand verletzt worden. Der Spielbetrieb sei von dem Schaden nicht beeinträchtigt. Allein im Bistum Augsburg habe "Niklas" mindestens ein Dutzend Gotteshäuser beschädigt. Am Augsburger Dom sind Schäden von mehreren tausend Euro entstanden. Die komplette Kupferverschalung am Nordturm der Kathedrale sei abgerissen worden, sagte Dommesner Helmut Kellerer heute. Auch an zwei weiteren Augsburger Kirchen fielen Ziegel vom Dach.

Ulrich Khuon mit scharfer Kritik zu Latchinians Entlassung

Rostock hat ein kraftvolles Theater verdient

Der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon, hat auf NDR Kultur Rostocks Oberbürgermeister Methling scharf kritisiert. Methling müsse die fristlose Entlassung von Volkstheaterintendant Latchinian zurücknehmen und das Volkstheater Rostock stärken anstatt es zu schwächen. In einem offenen Brief der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins hatte Khuon dem Oberbürgermeister stilloses und unkorrektes Verhalten vorgeworfen. Methling führe eine katastrophale Zerstörung der Rostocker Theaterstrukturen herbei, heißt es in dem Schreiben. Der entlassene Intendant Latchinian sei getäuscht worden, indem er an ein Vierspartenhaus geholt worden sei, das nun vom Oberbürgermeister zum Zweispartenhaus amputiert werde. Im Gespräch mit NDR Kultur sagte Khuon, er hoffe trotz dieser scharfen Kritik immer noch auf einen Dialog mit der Stadtspitze. Das Volkstheater Rostock sei eine kraftvolle Antwort auf eine aufstrebende Stadt , die genau so ein Theater verdient habe. Doch leider beobachte er gerade etwas ganz anderes: Die Politik wünscht im Grunde willfährige Angestellte, die das klaglos umsetzen, was die Vorgabe ist . Weil Latchinian das nicht mitmachen wollte, habe er nun gehen müssen.

Claus Peymann fordert Ablösung von Tim Renner

Der Intendant des Berliner Ensembles spricht von "größter Fehlbesetzung des Jahrzehnts"

Der 77jährige schrieb an den Regierenden Bürgermeister und Kultursenator der Hauptstadt, Michael Müller (SPD). Als Beispiel für seine Kritik an Kulturstaatssekretär Tim Renner führt Claus Peymann darin die Volksbühne an. "Mir bricht buchstäblich der Angstschweiß aus, wenn ich mir vorstelle, was dieser unerfahrene und in dieser Position völlig überforderte Mann bereits angerichtet hat -und was uns noch erwartet", so Peymann in dem von ihm selbst veröffentlichten Brief. Deutschlandradio Kultur sagte er: Tim Renner "kann nicht von A bis B zählen. Ich fordere seinen Kopf, der Mann muss weg."

Vermisstes Kunstwerk aus Köln in Paris versteigert

Es gehört zum Bestand des Rautenstrauch-Joest-Museums

Wie jetzt bekannt wurde, erzielte die afrikanische Kultfigur bei der Versteigerung in Paris einen Kaufpreis von mehr als 70.000 Euro. Die Stadt Köln war über die Versteigerung bei Sotheby's informiert. Sie teilte auf Anfrage des Westdeutschen Rundfunks mit, dass es über den vom Auktionshaus angegebenen Tausch im Jahr 1978 keine Unterlagen im Museum gebe. Allerdings sei das Werk auf einer Bestandsliste aus den 90er Jahren als fehlend vermerkt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Hehlerei gegen Unbekannt. Das Museum war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Weiteres Gemälde aus Gurlitt-Besitz ist NS-Raubkunst

Schnelle Rückgabe an rechtmäßige Erbin geplant

Ein weiteres Gemälde aus dem Erbe des Schwabinger Kunstsammlers Cornelius Gurlitt ist als NS-Raubkunst identifiziert worden. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute mitteilte, handelt es sich um ein Ölbild von Camille Pissarro aus dem Jahr 1902. Für die Rückgabe stehe man bereits in Kontakt mit der Erbin der früheren Eigentümers, so Grütters. "Es ist mir ein großes Anliegen, das Werk so schnell wie möglich zurückzugeben." Kürzlich hatte die Staatsministerin bereits die Rückgabe eines Matisse- und eines Liebermann-Gemäldes genehmigt, die ihren Besitzern einst ebenfalls von den Nazis geraubt worden waren.

Albertina-Chef für Verjährungsfrist bei Restitution von NS-Raubkunst

Im österreichischen Standard erläuterte Klaus Albrecht Schröder seine Forderung

Nicht alle "Provenienzen können mit der wünschenswerten Eindeutigkeit geklärt" werden. Dies spiele jedoch bei Ankäufen durch Bundesmuseen eine wichtige Rolle, so Klaus Albrecht Schröder. Sollte sich ein Kunstwerk nach dem Erwerb als entzogen entpuppen, müsste man gemäß dem Kunstrückgabegesetz restituieren. Zweimal habe er als Chef der Albertina deshalb jüngst von Ankäufen abgesehen. Im Sinne der Rechtssicherheit sollte eine Verjährungsfrist ins Auge gefasst werden. In der Onlineausgabe des britischen Magazins The Art Newspaper nennt Schröder wegen der geschilderten Probleme ein Zeitfenster, zur zeitlichen Limitierung von Restitutionsansprüchen auf NS-Raubkunst: International könnte dafür "ein Zeitrahmen von 20 bis 30 Jahren von heute an" in Erwägung gezogen werden, konkret bis etwa "100 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges". Andernfalls sollte man sich fragen, warum nicht auch Ansprüche aus vorangegangenen Kriegen gültig seien beziehungsweise bei Rückgaben zur Diskussion stünden.
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Solidarität mit gekündigtem Rostocker Volkstheater-Intendanten Sewan Latchinian

Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins schreibt Offenen Brief

In Reaktion auf die gestern von der Rostocker Bürgerschaft ausgesprochene fristlose Kündigung des Volkstheater-Chefs Sewan Latchinian heißt es an den Adressaten, Oberbürgermeister Roland Methling: "Wir missbilligen diese Vorgehensweise zutiefst. Es ist offensichtlich, dass Sie durch dieses Manöver von der eigentlichen Problematik ablenken wollen: nämlich dass Sie eine katastrophale Zerstörung der Strukturen des Rostocker Theaters durchführen."
Latchinian hatte nach dem Beschluss, Oper und Tanz der Vierspartenbühne aus Kostengründen zu schließen, die Theaterpolitik in Mecklenburg-Vorpommern mit der Zerstörung von Weltkulturerbestätten durch die Terrormiliz IS verglichen. Ulrich Khuon als Vorsitzender der Intendantengruppe schreibt dazu, dass man diese Äußerungen kritisch sehen könne, "dennoch stellen sie keinen ausreichenden Grund für eine Kündigung dar." Latchinian hatte mit Blick auf die Solidaritätsadressen einiger Hundert Rostocker gestern Abend im Deutschlandradio Kultur gesagt, ihm tue "es am meisten leid für das Publikum des Volkstheaters, die Bevölkerung der Hansestadt Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern. "Es haben nicht wenige gesagt, dass dieser Tag der Entscheidung ein neues, zweites Lichtenhagen war."

Rudolf C. Bettschart 84jährig gestorben

Der Mitinhaber des Diogenes-Verlags war bis zuletzt für das Kaufmännische verantwortlich

Rudolf C. Bettschart starb nach langer Krankheit am 30. März in Zürich. 1954, zwei Jahre nach Gründung des Verlags durch seinen Schulfreund Daniel Keel, kam Rudolf C. Bettschart als Geschäftspartner hinzu. Ab 1961 kümmerte er sich um die finanziellen Belange des Verlages und wurde 1966 offizieller Partner des Verlagsgründers. Daniel Keel und Rudolf C. Bettschart wurden im Juni 2011 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels "für ihr grosses Engagement" geehrt.

Jetzt wird das Berliner Schloss barock

Fassadenbau beginnt

Das rekonstruierte Berliner Schloss nimmt historische Gestalt an: Bundesbauministerin Barbara Hendricks nahm heute die ersten Sandsteinelemente des barocken Fassadenschmucks entgegen. Der Rohbau in der Kubatur der einstigen Hohenzollern-Residenz ist bis auf Restarbeiten am Dach und der Kuppel fertig. Nun beginnt die Rekonstruktion der Fassade. Der Sandstein stamme wie beim Original aus Schlesien und dem Elbsandsteingebirge in Sachsen, betonte Hendricks. Die barocke Fassade soll komplett aus Spenden finanziert werden. Bisher seien mehr als 30 Millionen Euro zweckgebunden gespendet worden, davon 18,4 Millionen Euro für die insgesamt 80 Millionen Euro teure Fassade. Hendricks zeigte sich zuversichtlich, dass die fehlenden mehr als 60 Millionen Euro zusammenkommen. Richtfest soll am 12. Juni gefeiert werden.

Verleger Roland Links gestorben

Er prägte die DDR-Literaturszene

Der Verleger Roland Links, eine der prägenden Figuren der DDR-Literaturszene, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das teilte der Berliner Christoph Links Verlag heute mit. Der studierte Germanist war von 1954 bis 1978 Lektor im Berliner Verlag Volk und Welt, wo er unter anderem mit Fritz J. Raddatz die Werkausgabe von Kurt Tucholsky betreute. Von 1979 bis 1990 leitete er die Verlagsgruppe Kiepenheuer in Leipzig, anschließend war er bis 1992 Geschäftsführer des Leipziger Insel Verlags. Nach der Wende bereitete Links die Fusion des ost- und westdeutschen Buchhändlerverbands zum Börsenverein des Deutschen Buchhandels vor. Er verstarb gestern in Leipzig.

Til Schweiger will mit "Tatort" ins Kino

Drehbeginn soll im Sommer sein

Til Schweiger will im nächsten Jahr einen "Tatort" ins Kino bringen. "Viele reden vom Kino-! Tatort", wir machen ihn! Im Juli beginnen die Dreharbeiten", sagte Schweiger der "Bild"-Zeitung. Zur Besetzung sagte er: "Kommissar Nick Tschiller wird Til Schweiger spielen. Und seinen Partner spielt Fahri Yardim." Ein NDR-Sprecher bestätigte das Projekt: "Wir arbeiten zügig an der Realisierung eine Kino-"Tatorts" mit Til Schweiger. Auf unserer Seite sind aber noch nicht alle formalen Schritte abgeschlossen." Der WDR plant seit bereits seit einiger Zeit ein Leinwand-Abenteuer mit den populären "Tatort"-Ermittlern Boerne und Thiel, gespielt von Jan Josef Liefers und Axel Prahl. Bereits in den 80er Jahren wurde über die Ruhrpott-Legende Schimanski mit Götz George zwei Kinofilme gedreht.

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