Freitag, 04.12.2020
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. Februar 2020

Niederlande geben Äthiopien seltene Krone zurück

Eine aus Äthiopien entwendete, seltene Krone aus dem 18. Jahrhundert ist in das Land zurückgekehrt. Die niederländische Regierung habe sich zur Rückgabe dieses "wichtigen Artefakts" verpflichtet gefühlt, teilte das Büro des äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed mit. Es veröffentlichte Fotos von Abiy beim Halten der einst für religiöse Zeremonien verwendeten Krone. Sie war 1993 verschwunden und im Oktober in Rotterdam entdeckt worden. Über Jahre hinweg hatte ein niederländischer Staatsbürger äthiopischer Herkunft die Krone in seinem Besitz. 2019 wandte er sich über einen Kunstdetektiv an das niederländische Außenministerium, um die Rückkehr des Artefakts zu organisieren.

Berlinale erinnert an Opfer von Hanau

Zum Auftakt der Berlinale hat das Festival der Opfer des mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlags von Hanau gedacht. Die Gäste der Eröffnungsgala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz erhoben sich für eine Schweigeminute von ihren Plätzen. "Die Ereignisse in Hanau gestern haben uns alle wirklich sehr betroffen gemacht", sagte die neue Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek. Die Berlinale stehe für Toleranz, Respekt, Offenheit, Gastfreundschaft und wende sich "wirklich gegen Gewalt, gegen Rassismus". Ein Deutscher hatte bei einem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend soll der 43-jährige Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben.

Zwergsaurier aus der Frühzeit der Reptilien entdeckt

Einen 240 Millionen Jahre alten Mini-Saurier haben Forscher bei Vellberg im Kreis Schwäbisch Hall entdeckt. Die neue Art "Vellbergia bartholomaei" helfe, die Geschichte und Evolution der Reptilien besser zu verstehen, erklärte das Naturkundemuseum Stuttgart. Der Mini-Saurier stamme aus der Trias-Zeit. Die Wissenschaftler fanden den Angaben zufolge in Gesteinsschichten ein winziges Schädelchen, das große Ähnlichkeit mit heutigen Echsen und Schlangen zeigt. Der Mini-Saurier soll zehn Zentimeter lang gewesen sein. Er gelte als einer der ältesten Vertreter der Gruppe der Schuppenechsen, die heute über 10.000 Arten umfasst, heißt es in der Mitteilung. In Vellberg wurden bereits eine Ur-Schildkröte, Verwandte der Krokodile und bis zu fünf Meter lange Amphibien gefunden.

UN: Mehr Schutz für Elefanten, Jaguare und Haie

Angesichts des raschen Rückgangs vieler Tiere weltweit haben sich Vertreter von über 100 Staaten für einen besonders starken Schutz von zehn Arten ausgesprochen. Asiatische Elefanten, Jaguare, eine Hai- und mehrere Vogelarten sollen in die höchste Schutzkategorie der Konvention zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) aufgenommen werden, wie eine CMS-Sprecherin sagte. Dem muss das Plenum zum Abschluss der 13. UN-Konferenz zu dieser Konvention am Samstag in der indischen Stadt Gandhinagar noch offiziell zustimmen. Beobachter erwarten aber nicht, dass sich das Resultat ändern wird. Künftig müssten Mitgliedsländer dann das Töten dieser Tiere verbieten.

Grütters will Anreize für anspruchsvolle Filme schaffen

Mit der anstehenden Novellierung des Filmförderungsgesetzes will Kulturstaatsministerin Monika Grütters mehr Anreize für anspruchsvolle Filme schaffen. Der Filmstandort Deutschland sei auf Spitzenniveau international konkurrenzfähig. Zugleich betonte sie, dass zwar viel Geld für Filmförderung ausgegeben werde, es aber zu wenige erfolgreiche deutsche Filme gebe. Mit der Novelle will Grütters den Verleih und die Vermarktung von Filmen fördern sowie die Projektentwicklung stärken. Einen ersten Entwurf für das neue Filmförderungsgesetz will die CDU-Politikerin nach der bis zum 1. März laufenden Berlinale vorlegen. Die Novelle soll dann von 2022 an gelten.

Rundfunkbeitrag könnte steigen

Der Rundfunkbeitrag soll aus Sicht einer Expertenkommission zum Januar 2021 um 86 Cent auf 18,36 Euro im Monat steigen. Ihren Bericht mit dieser Empfehlung übergab die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) in Berlin an die Bundesländer. Diese haben in der Sache das letzte Wort und entscheiden über die künftige Höhe des Rundfunkbeitrags für ARD, ZDF und Deutschlandradio. Die Empfehlung der Kommission ist zugleich richtungsweisend. Bisher sind pro Monat 17,50 Euro fällig.

Berlinale-Start: Irons mit persönlicher Erklärung

Ungewöhnlicher Auftakt zur 70. Berlinale mit einer persönlichen Erklärung des Jury-Präsidenten: Jeremy Irons hat sich zu Beginn der Internationalen Filmfestspiele in Berlin gegen die Unterdrückung von Frauen und der sexuellen Selbstbestimmung ausgesprochen. Mit seiner Erklärung wolle er frühere Äußerungen klarstellen und hoffe, dass sie nicht vom weiteren Festivalgeschehen ablenkten, sagte der 71-Jährige bei der Vorstellung der Jury vor Journalisten. Zuletzt hatte es Kritik an älteren Aussagen des britischen Schauspielers zum Umgang mit Frauen gegeben.

Klimatologe Haug ist neuer Leopoldina-Präsident

Der Klimatologe Gerald Haug ist neuer Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff würdigte ihn anlässlich der feierlichen Amtsübergabe als außerordentlich engagierten, hoch motivierten und international sehr renommierten Gelehrten. Offiziell tritt Haug sein Amt am 1. März an. Der 51-jährige ist Klimaforscher, Geologe und Paläo-Ozeanograph. Er erforscht die Entwicklung des Klimas der vergangenen Jahrtausende bis Jahrmillionen und wurde mehrfach ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

"L'Obs"-Mitbegründer Jean Daniel gestorben

Der Journalist und Mitbegründer des bedeutenden französischen Wochenmagazins "L'Obs", Jean Daniel, ist tot. Das Magazin gab den Tod des 99-Jährigen auf seiner Homepage bekannt. Die Mitarbeiter des Magazins ehrten ihren ehemaligen Chef als einen der meistgeschätzten Journalisten Frankreichs. Daniel sei Zeuge, Akteur und Gewissen der Welt gewesen, schrieb "L'Obs". Daniel und der Unternehmer Claude Perdriel übernahmen 1964 die Zeitschrift "France Observateur" und benannten sie in "Le Nouvel Observateur" um. Im Jahr 2014 erhielt die Wochenzeitschrift nochmals einen neuen Namen, "L'Obs". Das Magazin ist bis heute eher linksgerichtet und für investigative Recherchen bekannt.

Karneval ist für die Hälfte der Deutschen ein Kulturgut

In vielen Regionen Deutschlands hat um 11 Uhr 11 der Straßenkarneval begonnen. Im Rheinland spricht man von Weiberfastnacht oder Altweiber, in Baden-Württemberg vom "Schmotzigen Donnerstag". Deutschlandweit sehen mehr als die Hälfte der Menschen (57,9 Prozent) den Karneval einer Umfrage zufolge als Kulturgut, 34,3 Prozent der Befragten aber nicht. Der deutsche Kulturrat, der die Studie in Auftrag gegeben hatte, teilte dazu mit: "Die Ergebnisse machen deutlich, dass noch einiges für die breite kulturelle Anerkennung von Fasching, Fastnacht und Karneval zu tun ist." Feste wie der Rheinische Karneval oder die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht wurden 2014 in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe der Unesco aufgenommen.

Mehr Angriffe gegen Journalisten

Die Zahl der Angriffe auf Journalisten in Deutschland ist einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr gestiegen. Wie die "Rhein-Neckar-Zeitung" berichtet, registrierten die Behörden nach Angaben des Bundesinnenministeriums gegen Medienschaffende 104 Straf- und Gewalttaten, 11 mehr als im Jahr zuvor. Das gehe aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Zu den Straftaten zählen demnach Bedrohungen, Beleidigungen, Erpressungen und Volksverhetzungen. In 15 Fällen seien die Taten im vergangenen Jahr auf Versammlungen von Rechten begangen worden.

Drei Männer wegen Goldmünzenraub verurteilt

Knapp drei Jahre nach dem spektakulären Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum sind drei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Einen vierten Angeklagten sprach das Berliner Landgericht frei. Die riesige Gold-Münze "Big Maple Leaf" mit einem damaligen Wert von 3,75 Millionen Euro, wurde vor drei Jahren gestohlen und ist bis heute verschwunden. Ermittler gehen davon aus, dass sie zerstückelt und verkauft wurde.

US-Schutzregeln für Internetkonzerne in Frage gestellt

US-Justizminister William Barr stellt die bisher geltenden Schutzregeln großer Internetkonzerne in Frage. Sie befreien die Firmen von der Verantwortung für die von ihren Nutzern veröffentlichten Inhalte. "Die Tech-Konzerne sind nicht mehr 'underdog startups'. Sie sind Titanen geworden", sagte er bei einer öffentlichen Veranstaltung seines Ministeriums. Damit stelle sich die Frage, ob die bislang geltende Immunität weiter nötig sei. Der Justizminister verwies auf den Abschnitt 230 des Gesetzes zur Sittsamkeit in der Kommunikation. Dadurch wird bislang verhindert, dass Konzerne wie Facebook, Google oder Twitter wegen der Veröffentlichungen ihrer Nutzer verklagt werden können. In den USA wird zunehmend Kritik laut, die Immunität verhindere die Strafverfolgung von Online-Kriminalität, Hassreden und Extremismus.

70. Berlinale startet heute

In Berlin starten heute die 70. Internationalen Filmfestspiele. Eröffnet wird die Berlinale mit einer Gala, moderiert von Schauspieler Samuel Finzi, die live auf 3sat zu sehen ist. Erstmals wird die Eröffnungsgala in vier deutschen Städten in den Cinemaxx-Kinos in Hamburg-Dammtor, München, Essen und Halle übertragen. Im Anschluss folgt die Weltpremiere von "My Salinger Year" von Drehbuchautor und Regisseur Philippe Falardeau. Die Jubiläums-Berlinale findet erstmals unter der gemeinsamen Leitung von Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek und dem Künstlerischen Leiter Carlo Chatrian statt. Insgesamt sind bis 1. März 340 Produktionen zu sehen. Die Bären werden am 29. Februar vergeben. Den Vorsitz der Internationalen Jury hat der britische Schauspieler Jeremy Irons.

Hologramm von Whitney Houston geht auf Tour

Acht Jahre nach ihrem Tod tritt Whitney Houston wieder auf die Bühne - als Hologramm. Eine Mischung aus Hightech und Nostalgie soll eingefleischte Fans der legendären Sängerin noch einmal verzücken. Das Hologramm wird dabei auf eine nahezu unsichtbare Fläche projiziert und ist umringt von einer Live-Band und realen Tänzern. Um das virtuelle Bild möglichst real erscheinen zu lassen, engagierten die Macher ein Körperdouble, griffen auf Hunderte Stunden Video-Material von Konzerten der Sängerin zurück und starteten extensive Computeranimationen. Die Europatournee des Hologramms startet am 25. Februar in England und läuft bis Anfang April. Im Anschluss sind Auftritte in Nordamerika geplant.

Viel Engagement für Rettung der Journalistenschule

Um die Evangelische Journalistenschule (EJS) vor dem Aus zu retten, haben sich offenbar mehr als tausend Journalisten, Publizisten und Kirchenvertreter einem entsprechenden Aufruf angeschlossen. Das teilten die Initiative "EJS Retten" und der Freundes- und Förderkreises der EJS mit. Sie verweisen zudem auf einen Offenen Brief an die Mitglieder des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Darin werden sie aufgefordert, die Ausbildungsstätte zu erhalten und Qualitätsjournalismus zu fördern. Medien hatten in der vergangenen Woche über ein baldiges Ende der Evangelischen Journalistenschule in Berlin berichtet.

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