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Interview | Beitrag vom 09.01.2020

Niedergermanischer LimesEine Grenze als Weltkulturerbe

Steve Bödecker im Gespräch mit Dieter Kassel

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Das Foto zeigt einen rekonstruierten Limesturm am Rhein. (chromorange)
Rekonstruierter Limesturm am Rhein. (chromorange)

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die Niederlande werden bei der UNESCO in Paris einen Antrag einreichen: Der Niedergermanische Limes soll Weltkulturerbe werden. Der Archäologe Steve Bödecker erklärt die Besonderheit der römischen Grenzanlage.

Das Rheinland war einst römische Außengrenze. An vielen Orten haben Archäologen Spuren des ehemals so mächtigen Weltreichs gefunden. Der Niedergermanische Limes zwischen der Nordsee bei Katwijk in den Niederlanden und Bad Breisig orientierte sich am Rhein in seinem damaligen Verlauf.

Das römische Militär hatte sich ehemals "wie an einer Perlenkette" entlang des linken Rheinufers postiert, berichtet der Archäologe Steve Bödecker, der als Limes-Koordinator für Nordrhein-Westfalen fungiert. Alle paar Kilometer habe es Wachtürme, Kastelle und Lager gegeben.

Nun wollen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die Niederlande zusammen bei der UNESCO in Paris vorstellig werden, um die Aufnahme des Niedergermanischen Limes ins Weltkulturerbe zu erreichen.

Andere Teilgrenzen sind bereits Weltkulturerbe

Die Chancen stehen dafür gut, denn andere Teile der Grenze des römischen Imperiums sind bereits Weltkulturerbe, wie der Hadrianswall in England und der Antoninuswall. In Deutschland gehört bereits der Obergermanisch-Raetische Limes dazu, der südlich von Bonn beginnt und 550 Kilometer lang ist.

Mit der Aufnahme der Rhein-Grenze würde eine Lücke geschlossen, sagt Bödecker. Zudem habe die UNESCO ohnehin angeregt, die Aufnahme von weiteren Grenzabschnitten des Römischen Reichs zu beantragen: "Von daher machen wir uns gute Hoffnungen."

2021 wird Bödeckers Angaben zufolge das Welterbe-Komittee zum Niedergermanischen Limes tagen und entscheiden.

(ahe)

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