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Kulturnachrichten

Montag, 19. Oktober 2020

Nida-Rümelin befürchtet Kahlschlag in der Kultur

Der frühere Kultur-Staatsminister Nida-Rümelin hat mehr Unterstützung für die Kulturszene in der Corona-Pandemie gefordert. Das eine Milliarde schwere Konjunkturprogramm für die Kultur sei nicht ausreichend, sagte er im Deutschlandfunk. Die Politik müsse merken, dass die sogenannte Systemrelevanz auch den kulturellen Bereich umfasse. Er forderte, dass jemand, der bisher nachweislich von der Kultur gelebt habe, so unterstützt werde, dass er über die Krise hinweg in seinem Beruf bleiben könne. Merkwürdigerweise sei die Kultur in dieser Krise „marginalisiert“ worden, sagte Nida-Rümelin. Er fürchte, ein zweiter europäischer Lockdown „wäre auch kulturell ein Kahlschlag“.

Sachsen-Anhalt ehrt Pianistin Ragna Schirmer

In Sachsen-Anhalt geht der Landesmusikpreis 2020 an die Pianistin Ragna Schirmer aus Halle. Damit werde eine erfolgreiche Konzertvirtuosin, Musikpädagogin und engagierte Kulturbotschafterin geehrt, teilte die Staatskanzlei mit. Die Auszeichnung soll der international bekannten und mehrfach mit Preisen bedachten Künstlerin im November in Magdeburg überreicht werden. Sachsen-Anhalt vergibt den Landesmusikpreis seit 2015 und seit 2016 alle zwei Jahre. Er ist mit 10 000 Euro dotiert.

Zwei Gitarren von Van Halen werden versteigert

Zwei Gitarren des kürzlich verstorbenen Rock-Musiker Eddie Van Halen unter den Hammer. Das Auktionshaus Julien's Auctions erklärte, eine E-Gitarre der Serie EVH Charvel Art von 2004 werde ebenso versteigert wie eine E-Gitarre, die Van Halen gemeinsam mit einem Gitarrentechniker in seinem Heimstudio gebaut hatte. Die Versteigerung findet am 4. und 5. Dezember statt. Je Instrument wird ein Erlös zwischen 60.000 und 80.000 Dollar erwartet. Der Gitarrist starb am 6. Oktober an Krebs. Er wurde 65 Jahre alt.

Fotograf Roger Melis bekommt Archiv in Berlin

Die Berliner Akademie der Künste will dem Fotografen Roger Melis (1940-2009) ein Archiv einrichten. Er sei bereits in den 1960er Jahren als einfühlsamer Porträtist von Dichtern und Künstlern bekannt geworden und habe zu den bekanntesten Modefotografen der DDR gehört, teilte die Akademie mit. Seine Reportagefotos aus dem Osten oder Paris füllten ganze Bildbände. Die Akademie werde schrittweise seinen künstlerischen Nachlass übernehmen, dazu gehörten etwa Fotoabzüge, Negative, Korrespondenzen und Kalender.

Ägypten setzt Legalisierung von Kirchen fort

Ägypten legalisiert weitere 100 Kirchen und zugehörige Nutzbauten. Seit Beginn der Kampagne seien damit 1.738 bislang ohne Erlaubnis operierende christliche Gotteshäuser nachträglich genehmigt worden, schreibt die Zeitung "Al-Ahram" unter Berufung auf Kabinettsprecher Nader Saad. Schätzungen zufolge sind zwischen zehn und 14 Prozent der rund 101 Millionen Einwohner Ägyptens Christen. Der größte Teil mit acht bis zwölf Millionen gehört der koptisch-orthodoxen Kirche an, die ihre Anfänge auf den Evangelisten Markus zurückführt.

"Charlie Hebdo"-Journalist bekommt Auszeichnung

Philippe Lançon wird mit dem Prix de l'Académie de Berlin geehrt. Der französische Journalist und Schriftsteller ist Überlebender des Attentats auf das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo". In seinem Buch "Der Fetzen" verarbeitet er seine Erinnerungen an den Anschlag von 2015. Mit dem Buch habe er "ein Zeugnis des Lebens- und Freiheitswillens abgelegt, das auch in Deutschland viele Leser gefunden hat", hieß es. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und soll am 3. Dezember in Berlin überreicht werden. Die Académie de Berlin wurde im Jahr 2006 gegründet und engagiert sich für die "Belebung und Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich". Im Vorstand sitzen der frühere ARD-Journalist Ulrich Wickert und die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan (SPD).

Wiedereröffnung Jüdisches Museum in Frankfurt a.M.

Das bundesweit erste kommunale Jüdische Museum in Frankfurt steht vor der Wiedereröffnung: Nach fünf Jahren Bauzeit und zwei Terminverschiebungen kann der neue Museumskomplex mit nunmehr doppelter Fläche ab Mittwoch besucht werden. Unter dem Motto "Wir sind Jetzt" wird im restaurierten historischen Rothschildpalais auf drei Etagen die neue Dauerausstellung präsentiert. "Wir wollen persönliche Geschichten erzählen und eine Multiperspektivität auf Geschichte legen aus jüdischer Perspektive", sagte Museumsdirektorin Mirjam Wenzel. Anhand von Kulturgütern, Alltagsgegenständen und digitalen Medien wird die Geschichte der Juden und Jüdinnen in Frankfurt von der Aufklärung und Emanzipation um 1800 bis zur Gegenwart präsentiert. Im Neubau mit seinem lichtdurchfluteten Atrium sind die Bibliothek und ein koscheres Deli untergebracht. Diese sind frei zugänglich, auch für Nicht-Museumsgäste. Das Jüdische Museum in Frankfurt wurde 1988 eröffnet. Die Kosten für Sanierung und Neubau wurden auf 50 Millionen Euro gedeckelt.

Orden "Wider den Tierischen Ernst" erst 2022

Die Verleihung des Aachener Ordens "Wider den Tierischen Ernst" an die Schauspielerin Iris Berben wird wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben. Statt wie ursprünglich geplant am 30. Januar 2021, solle der Orden nun am 12. Februar 2022 verliehen werden, teilte der Aachener Karnevalsverein mit. Der populäre Orden wird seit 1950 für Humor und Menschlichkeit im Amt vergeben. Zu den früheren Preisträgern gehörten Konrad Adenauer Helmut Schmidt, Armin Laschet und Gloria von Thurn und Taxis. Die Ordensverleihung findet traditionell während einer närrischen Festsitzung statt.

Max Uthoff erhält Bayerischen Kabarettpreis

Der Kabarettist Max Uthoff erhält den Bayerischen Kabarettpreis. Der gebürtige Münchner sei der "Professor unter den Kabarettisten" und stelle "wie in einer universitären Vorlesung" Thesen, Antithesen und Synthesen "in atemberaubenden Tempo" gegenüber, teilte der Bayerische Rundfunk in München mit. Wenn Uthoff, der aus der ZDF-Sendung "Die Anstalt" bekannt ist, Politikerlügen entlarve und komplexe Wirtschaftszusammenhänge auseinandernehme, erfahre das Publikum ein "Aha-Erlebnis". Die Preisverleihung findet am 26. Oktober im Unterföhringer BR-Studio statt. Den Ehrenpreis erhält die Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann. Der Bayerische Kabarettpreis wird seit 1999 verliehen.

Zerstörter Kirchturm in Bratislava vor Neuaufbau

In der slowakischen Hauptstadt Bratislava soll ein unter den Kommunisten zerstörter Kirchturm wiedererrichtet werden. Der 50 Meter hohe, beleuchtete Turm der Kalvarienbergkirche nördlich der Altstadt war den Machthabern in den 1950er Jahren ein Dorn im Auge und wurde zunächst gekürzt und 1959 ganz zerstört. Wie slowakische Medien berichteten, will nun ein Komitee unter Leitung des früheren EU-Kommissars und slowakischen Außenministers Jan Figel zusammen mit der Erzdiözese Bratislava und dem Dominikanerorden für den Wiederaufbau sorgen. Die Vorgeschichte des als "Kirche ohne Turm" bekannten Gotteshauses reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück.

Corona lässt Brettspiele weiter boomen

Die deutsche Spiele-Branche hat in der Corona-Krise bisher deutlich von steigender Nachfrage profitiert. Quer durch alle Segmente seien die Umsätze mit Brettspielen um 21 Prozent gewachsen, teilte der Branchenverband Spieleverlage mit. Nach den jeweils etwa 10-prozentigen Umsatzsteigerungen der vergangenen Jahre sei das ein "sensationeller" Anstieg, sagte Verbandschef Hermann Hutter. Spielen als Gemeinschaftserlebnis habe damit einen wichtigen Beitrag in der Krisenzeit geleistet. Am Donnerstag startet die Internationale Spielemesse als viertägiges reines Digital-Format. Normalerweise lockt die Besuchermesse bis zu 200.000 Spiele-Begeisterte nach Essen.

UN zeichnen Institut für Theologische Zoologie aus

Das Institut für Theologische Zoologie in Münster bekommt eine Auszeichnung der Vereinten Nationen. Die Forschungsstätte erhalte die Ehrung der UN-Dekade Biologische Vielfalt am 5. November im Sonderwettbewerb "Soziale Natur - Natur für alle", teilte das Institut mit. Die interreligiös und interdisziplinär arbeitende Einrichtung versteht sich als Bildungsprojekt für eine theologische und kulturelle Würdigung der Tiere als Mitgeschöpfe. Das 2009 gegründete gemeinnützige Institut ist nach eigenen Angaben das bundesweit einzige seiner Art. Schirmherrin ist die britische Primatenforscherin Jane Goodall. Mit Exerzitien, Vorträgen und Workshops setzt sich das Institut in Gemeinden und Zoos sowie bei Landwirten für eine sensiblere Haltung gegenüber Tieren und der gesamten Natur ein. Zu den Dozenten gehören christliche, jüdische und islamische Theologen.

Der "Tatort" bekommt eine Briefmarke

Die Deutsche Post würdigt den ARD-"Tatort" zum 50. Jubiläum mit einer Sondermarke: Ab dem 2. November werde es die 80-Cent-Briefmarke in den Filialen zu kaufen geben, teilte die Post mit. Darauf zu sehen ist das typische "Tatort"-Fadenkreuz aus dem Vorspann der Krimireihe, kombiniert mit dem bis in die 90er Jahre üblichen Testbild der ARD. Die erste "Tatort"-Folge ("Taxi nach Leipzig") wurde im November 1970 ausgestrahlt.

Südlicher Steinbeißer in Deutschland angesiedelt

Zum ersten Mal haben Fischereibiologen in einem deutschen Gewässer den seltenen südlichen Steinbeißer in größerer Zahl nachgewiesen. Die Fische seien im Oberrhein gefunden worden, teilte die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg in Langenargen mit. Diese Fischart habe man bisher nur aus einigen Seen der Schweiz und südlich der Alpen in Teilen von Frankreich, Italien, Slowenien und Kroatien gekannt. Die Forscher vermuten, dass sich der südliche Steinbeißer von der Schweiz aus nach Deutschland verbreitet hat. Der Fisch wird bis zu zehn Zentimeter groß. Zur Nahrungsaufnahme filtert er mit seinem Kiemenapparat Kleinstlebewesen aus dem Boden.

Förderungen für Verleih anspruchsvoller Filme

Kulturstaatsministerin Monika Grütters vergibt Förderungen für den Verleih künstlerisch anspruchsvoller Filme in Höhe von rund 800.000 Euro, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzuschwächen. Laut einer Pressemitteilung sei die maximale Förderhöhe von 50.000 Euro auf 150.000 Euro Zuschuss pro Film erhöht worden. Darüber hinaus wurde insbesondere die Begrenzung auf 40 Kopien zum Kinostart aufgehoben und die Zahl der Jurysitzungen auf vier Sitzungen im Jahr erhöht. Dies ermöglichte die Förderung einer höheren Zahl von künstlerisch anspruchsvollen Verleihprojekten. Insbesondere für den Verleih von Arthouse-und Independent-Filmen werde so in schwierigen Zeiten das wirtschaftliche Risiko bei der Herausbringung von Filmen reduziert und ein breites und vielfältiges Angebot an hochwertigen Filmen im Kino erhalten, heißt es.

Der japanische Jazzmusiker Toshinori Kondō ist tot

Toshinori Kondō war ein Trompeter der Jazzavantgarde und der Fusionsmusik. Nun ist er im Alter von 71 Jahren in Kawasaki gestorben. In den 1970er-Jahren kam Kondō von Japan nach New York und arbeitete mit den Mitgliedern der Downtown-Szene zusammen. Bekannt wurde er vor allem für seine Fusion von Free-Jazz‑ , Noise- und elektronischer Musik. Er wurde zu Aufnahmen der United Future Organization, aber auch der Jazzkantine herangezogen und verfasste für japanische Kriminalfilme die Musik. 2017 spielte er mit Peter Brötzmann und der amerikanischen Pedal-Steel-Gitarristin Heather Leigh in einem Trio.

Friedenspreis des Buchhandels für Amartya Sen

Der indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen ist in Frankfurt am Main mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Die Laudatio in der Paulskirche wollte Bundespräsident Steinmeier halten. Seine Rede wurde jedoch vom Schauspieler Burghart Klaußner verlesen. Das Staatsoberhaupt musste sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer am Samstag in Quarantäne begeben. Der Preisträger war zu der Veranstaltung, die wegen der Corona-Pandemie weitgehend ohne Publikum ablief, per Video aus den USA zugeschaltet. Die Feier wurde im ARD-Fernsehen übertragen.

Opus Klassik für Mutter und Kaufmann

Die Geigerin Anne-Sophie Mutter und der Sänger Jonas Kaufmann sind Preisträger des diesjährigen Opus Klassik. Die Auszeichnungen wurden im Konzerthaus Berlin verliehen. Eine neunköpfige Jury hatte zuvor Preisträger in 25 Kategorien bestimmt. Mutter wurde als "Instrumentalistin des Jahres" geehrt, Kaufmann für sein Album "Wien" in der Kategorie "Klassik ohne Grenzen". Weitere Preisträger sind die litauische Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla, der Tenor Daniel Behle sowie die Sopranistin Diana Damrau für ihre Richard-Strauss-Einspielung "Vier letzte Lieder". Der Opus Klassik wurde zum dritten Mal verliehen. Nach der Abschaffung der umstrittenen Echo-Preise war er von Plattenfirmen, Konzertveranstaltern und Musikverlagen aus der Klassikbranche ins Leben gerufen worden.

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