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Kulturnachrichten

Freitag, 9. September 2016

Nicolas Serota wechselt von der Tate zum Arts Council

Das meldet der "Guardian"

Nicolas Serota, der langjährige Direktor der britischen Tate-Museen, legt sein Amt nieder. Ab Februar 2017 wird er Vorsitzender des Arts Council England. Der Rat ist für die Verteilung öffentlicher Gelder an kulturelle Organisationen verantwortlich und untersteht der Regierung. Kulturministerin Bradley sagte zum Werdegang des inzwischen 70jährigen, der seit 1988 die vier Tate-Museen in Großbritannien leitet, Serota habe das Tate zu einer der führenden Kunstinstitutionen der Welt gemacht. Der Wechsel erfolgt, weil der derzeitige Leiter des Arts Council, Peter Bazalgette, dieses Amt nach vier Jahren turnusgemäß zum 31. Dezember aufgibt. Im Dezember hatte Neil MacGregor sein Direktorat beim British Museum beendet. Vergangene Woche hatte der Chef des Victoria and Albert Museums, Martin Roth, bekanntgegeben, das Haus zu verlassen.

"Napalm-Mädchen" darf auf Facebook bald wieder geteilt werden

Das teilte das Online-Netzwerk nach weltweiten Protesten mit

Facebook hat im Streit um ein berühmt gewordenes Foto aus dem Vietnamkrieg eingelenkt. Das Foto sei ein wichtiges historisches Dokument und dürfte daher wieder auf Facebook geteilt werden, heißt es in einer Mail. Die Richtlinien würden nun angepasst, so dass das Bild in den kommenden Tagen wieder hochgeladen werden könne, erklärte ein Sprecher. Facebook hatte das mit einem Pulitzerpreis gewürdigte Foto eines nackten, schreienden Mädchens, das vor einem Napalm-Angriff flieht, von der Seite eines norwegischen Autors entfernt, weil es gegen die Regeln des Unternehmens verstieß. Aus Protest stellten daraufhin viele Kritiker dieser Entscheidung das Foto von ebenfalls auf ihre Facebookseite, darunter die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg. Zunächst hatte Facebook auch all diese Fotos entfernt und als Begründung angegeben, es sei schwierig, ein Foto eines nackten Kindes in diesem Fall zu erlauben und in anderen Fällen nicht.

Neuer Pop-Kultur-Preis in Berlin vergeben

Die Gewinner wurden vom "Verein zur Förderung der Popkultur" gewählt.

In der Kategorie "Bester Newcomer" hat der Post-Punk-Sänger Drangsal den ersten Pop-Kultur-Preis gewonnen. Die Auszeichnung wurde in Berlin zum ersten Mal vergeben. Zu den knapp 400 Mitgliedern der Jury gehören Konzertveranstalter, Musikmanager, Journalisten und Künstler. Der Preis versteht sich als Alternative zu Auszeichnungen wie dem Echo, den die Musikindustrie vergibt. Die Hamburger Hip-Hop-Band Deichkind bekam den Preis für die "beeindruckendste Liveshow". Zur "Lieblingsband" wurde Drangsal gekürt. Lieblings-Solokünstler wurde Bosse und Mine. Jan Böhmermann wurde für sein umstrittenes Gedicht "Schmäkritik" in der Kategorie "Schönste Geschichte" geehrt. Insgesamt umfasst der Preis 12 Kategorien.

Eurovision Song Contest 2017 in Kiew

Odessa und Dnipro wegen Sicherheitsbedenken unterlegen

Der nächste Eurovision Song Contest (ESC) findet in Kiew statt. Das teilte der Chef der ukrainischen Fernsehgesellschaft NTU, Surab Alasania, mit. Die Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Entscheidung war zuvor mehrmals verschoben worden. Im Rennen um die Austragung waren zuletzt auch noch Odessa und Dnipro gewesen. Im Mai hatte die ukrainische Sängerin Jamala in Stockholm mit ihrem Lied "1944", in dem es um die Deportation der Krim-Tataren unter Stalin geht, gewonnen und damit den ESC in ihr Land geholt. Die Ukraine will trotz ihrer kriselnden Wirtschaft mindestens 1,2 Milliarden Hryvnia (33 Millionen Euro) für die Show ausgeben.

Norweger Hole mit Illustrationspreis ausgezeichnet

Ehrung für Buch "Morkels Alphabet"

Der Norweger Stian Hole ist in Frankfurt am Main mit dem Illustrationspreis für Kinder- und Jugendbücher des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) ausgezeichnet worden. Der Autor und Illustrator erhielt die Auszeichnung für sein Buch "Morkels Alphabet". Darin erzählt Hole in 20 Bildern eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen. "Seine Bildideen nehmen sich wie visuelle Lyrik aus, die mit der Schönheit der äußeren Welt von der inneren erzählt", heißt es in der Würdigung der Jury. Der mit 5.000 Euro dotierte Illustrationspreis wurde zum 13. Mal verliehen. Zusätzlich hat die Jury eine Empfehlungsliste mit neun weiteren Büchern aufgestellt.

Leipziger Archiv digitalisiert Bach-Handschriften

Originale seit 1952 im Bach-Archiv

Das Bach-Archiv Leipzig digitalisiert rund 700 Musikhandschriften seines Bestandes. Sie stammen aus der Sammlung des schlesischen Musikliebhabers Manfred Gorke (1897-1956), teilte das Archiv mit. Sie wurde 1935 von der Stadt erworben und dem Bach-Archiv 1952 zur dauerhaften Aufbewahrung übergeben. Zu den wertvollsten Stücken gehören mehrere Handschriften Johann Sebastian Bachs (1685-1750), darunter das Mühlhäuser Hochzeitsquodlibet, sowie Notenabschriften von Bach und seiner Frau Anna Magdalena. Das Bach-Archiv versteht sich als Kompetenzzentrum für den Barockkomponisten. Präsident des Archivs ist der britische Dirigent und Bach-Spezialist Sir John Eliot Gardiner.

Internationales Filmfestival in Toronto eröffnet

36 deutsche Wettbewerbs-Beiträge in kanadischer Metropole

Das 41. Toronto International Film Festival (TIFF) ist mit dem Western-Remake "The Magnificent Seven" offiziell eröffnet worden. Zehn Tage lang werden in der kanadischen Metropole 397 Filme, darunter 36 deutsche Produktionen und Koproduktionen, präsentiert. Heute Abend wird der deutsche Beitrag "Marie Curie" von Regisseurin Marie Noëlle Weltpremiere feiern. Karolina Gruszka spielt darin die polnische Nobelpreisträgerin. Anders als bei den Filmfestspielen in Venedig oder Cannes kürt in Toronto nicht eine Jury den Gewinnerfilm, sondern das Publikum.

Kölner Architekturführer ist "schönstes deutsches Buch"

Preis vergibt Stiftung Buchkunst

Der "Architekturführer Köln" von Barbara Schlei und Uta Winterhager ist als das "schönste deutsche Buch" 2016 ausgezeichnet worden. Den mit 10 000 Euro dotierten Preis gab die Stiftung Buchkunst in Frankfurt/Main bekannt. Das Buch erzähle eine kleine Kölner Kulturgeschichte, hieß es in der Laudatio. Das Siegerbuch des Designbüros "großgestalten" war im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen. In diesem Jahr konkurrierten nach Angaben der Stiftung 788 Titel um die Auszeichnung - fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Georges-Brassens-Festival bei Berlin eröffnet

13. Ausgabe im Wandlitzer Ortsteil Basdorf

Mit Liedern der französischen Chanson-Legende Georges Brassens (1921-1981) und Eigenkompositionen haben Künstler aus fünf Ländern am Donnerstagabend in Basdorf das diesjährige Brassens-Festival eröffnet. Bis Montag steht der Wandlitzer Ortsteil im Zeichen des Künstlers, der dort ein Jahr seines Lebens verbracht hatte. Es ist die 13. Ausgabe das Chanson-Festivals. Auch auf Bühnen der näheren Umgebung im Kreis Barnim und in Berlin wird musiziert. Brassens hatte zwischen 1943 und 1944 als Zwangsarbeiter in den damaligen BMW-Flugzeugmotorenwerken in Basdorf und Zühlsdorf arbeiten müssen.

World Trade Center bekommt 2020 Kulturhalle

Barbra Streisand wird Chefin

Der New Yorker World Trade Center-Komplex soll bis 2020 eine Kulturhalle bekommen. Die Verantwortlichen für Bau und Design stellten das an einen Kubus erinnernde Design in New York vor. Die Leitung der künftigen Einrichtung hat die Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand. Mit Theater, Musik, Tanz und Film solle die Halle vibrieren und Leben auf diese heilige Erde bringen, sagte die 74-jährige. Die Kulturhalle ist Teil des Plans, den Star-Architekt Liebeskind nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 für das Ground-Zero-Gelände entworfen hatte. Eigentlich hätte sie schon fertig sein sollen. Ihr Bau kostet rund 243 Millionen Euro.

Tenor Johan Botha mit 51 Jahren gestorben

Das bestätigte seine Künstleragentur dem österreichischen "Kurier"

Der Tenor Johan Botha ist am frühen Morgen seiner schweren Krankheit erlegen. Erst im Juni hatte er mit der Partie des Siegmund in Richard Wagners "Walküre" nach sieben Monaten Bühnenabstinenz sein Comeback gefeiert. Nach der Sommerpause hätte er auch wieder an die Wiener Staatsoper zurückkehren sollen. Botha wurde 1965 in Südafrika geboren. Nach dem Gesangs-Studium kam er 1990 zunächst nach Deutschland. Mit seinem Auftritt in Madama Butterfly an der Opéra Bastille gelang ihm 1993 der internationale Durchbruch. Seit 1996 galt die Wiener Staatsoper als seine künstlerische Heimat. 1998 wurde er österreichischer Staatsbürger und wurde 2003 zum jüngsten Österreichischen Kammersänger ernannt.

Halbmond auf Alpengipfel irritiert Schweizer

Genau das ist die Absicht des Künstlers Christian Meier

Ein fast drei Meter großer Halbmond auf dem 2.140 Meter hohen Berg Freiheit in den Appenzeller Alpen erhitzt Schweizer Gemüter. Er verstehe seine Arbeit als Ausdruck des Protests gegen den Missbrauch religiöser Symbole, sagte der Schweizer Künstler Christian Meier dem Sender FM1. Die nachts beleuchtete Installation habe er als Reaktion gegen "diese absurden Gipfelkreuze" aufgestellt. Der Chef der Kantonsregierung von Appenzell Innerrhoden, Roland Inauen, erklärte: "Wir können solche Aktionen nicht tolerieren." Man habe den 38jährigen bekennenden Atheisten aufgefordert, die ohne Genehmigung aufgestellte Skulptur zu entfernen. Dazu Meier: "Ich wollte provozieren - das habe ich geschafft." Eine ähnliche Diskussion um Gipfelkreuze gibt es derzeit in Bayern. Dort waren mehrere Kreuze abgehackt worden.

Ägyptische Regierung entscheidet über Statuen

Erlass beruft sich auf Proteste von Bürgern

Standbilder im öffentlichen Raum aufzustellen oder zu renovieren, ist in Ägypten nun verboten. Das gab der ägyptische Regierungschef Sherif Ismail bekannt. Auslöser waren offenbar Proteste in der Stadt Balyana, wo die Behörden Veränderungen am Denkmal "Mutter des Märtyrers" angeordnet hatten, weil die Statue angeblich die sexuelle Belästigung einer Frau durch einen Soldaten zeige. Das meldet der Wiener "Standard". Nun solle die Statue umgearbeitet werden und künftig nur eine Frau zeigen, die die ägyptische Flagge hochhält.

EuGH verbietet Hyperlinks auf rechtsverletzende Websites

Begründung: Angeklagter wusste um unrechtmäßige Veröffentlichung

Der Website-Betreiber GS Media darf nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs nicht in Hyperlinks auf eine andere Internetseite verweisen, auf der urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Erlaubnis des Urhebers erschienen. Im vorliegenden Fall hatte der Betreiber der verlinkenden Website einen Gewinn erzielten wollte und zudem gewusst haben müsse, dass die Inhalte auf der anderen Seite unrechtmäßig veröffentlicht worden waren, urteilte das Gericht in Luxemburg. Im konkreten Fall hatte GS Media bei seinem "GeenStijl" einen Artikel samt einem Link zu einer Website mit "Playboy"-Fotos eingerichtet. Die Fotos waren aber ohne Erlaubnis des Verlags, der die Urheberrechte innehat, gepostet worden. Als die Fotos auf Verlangen entfernt wurde, setzte GS Media neue Links auf eine andere Website mit denselben Bildern.

Hollywood wird weiter dominiert vom weißen Mann

Das belegt die Studie der University of Southern California

Trotz Kritik an mangelnder gesellschaftlicher Vielfalt in der Traumfabrik Hollywood herrschte zwischen 2007 und 2015 in den US-Filmstudios die Ungleichheit. In einer Studie wurden die größten Kinoerfolge eines Jahres untersucht. Derzufolge wurde nur ein Drittel der Rollen von Frauen besetzt, rund ein Viertel der Schauspieler entstammt ethnischen Minderheiten, aus der Gruppe der LGBT kommen weniger als ein Prozent. Die Oscar-Akademie hatte Ende Juni auf entsprechende Kritik endlich reagiert und das Gremium mit 46 Prozent Frauen und 41 Prozent Angehörigen ethnischer Minderheiten neu besetzt.

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