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Donnerstag, 20.09.2018
 
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Tonart | Beitrag vom 04.01.2018

Newcomer 2018: Die Band ParcelsReif für das große Publikum

Von Marius Weigel

Gitarrespiel (imago/blickwinkel)
Die Parcels überzeugt mit kompositorischer Raffinesse und perfektem Groove. (imago/blickwinkel)

Vor drei Jahren kamen sie aus Australien nach Berlin, hielten sich mit Putzen über Wasser und tüftelten zu Hause an ihren Songs: die Parcels. Doch spätestens seit der Zusammenarbeit mit Daft Punk steht die Band kurz vor dem großen Durchbruch.

Der Track heißt "Overnight" und stammt von Parcels und Daft Punk. Parcels, noch nie gehört? Aber Daft Punk sicherlich. Get Lucky, One More Time, genau. Das Duo, das seine Gesichter hinter Robotermasken verbirgt, produzierte den neuesten Song der jungen Band aus Australien. Doch bis es soweit war, mussten die Parcels einen langen Weg hinter sich bringen.

Die fünf Musiker reisten vor drei Jahren aus ihrer Heimat im äußersten Westen Australiens nach Deutschland, genauer gesagt Berlin. Warum Berlin?

Patrick Hetherington: "Wir haben gar nicht so viel darüber nachgedacht, es fühlte sich an, als seien wir einfach ins Flugzeug gestiegen. Wir hörten, dass es billig sei, dass hier gute Musik gemacht wird und es in der Mitte Europas liegt, so dass wir problemlos nach Frankreich oder England reisen könnten. Wir haben uns aber nicht allzu viele Gedanken gemacht, wir haben es einfach getan. Und darüber sind wir jetzt sehr glücklich!"

Aus dem Surfer-Paradies nach Berlin

Zu Beginn teilten sie sich zu fünft eine Wohnung im Stadtteil Neukölln. Sie wollten Musik machen, doch daran war zuerst nicht zu denken, denn es fehlte so ziemlich an allem. Bassist Noah und Schlagzeuger Toto gingen putzen, manchmal hatten sie so wenig Geld, dass es sogar am Essen fehlte.

Noah, Louie and Patrick kennen sich schon seit ihrer Kindheit in dem Surfer-Paradies Byron Bay, wo sie zusammen in Schulbands spielten; Rock, Folk, Metal, sie probierten alles aus. Als schließlich noch Schlagzeuger Toto sowie Gitarrist und Sänger Jules zur Band stießen, nannten sie sich Parcels – nach dem Café der Eltern eines der Bandmitglieder.

Ihre ersten EP "Clockscared" traf im Internet schnell auf ein begeistertes Publikum. Vor allem französische Musik-Blogger priesen die verträumten Elektroklänge und den mehrstimmigen Gesang. Das französische Mode-Label Kitsuné nahm die Band unter Vertrag, endlich stand etwas Geld zur Verfügung, sodass sie nicht mehr nachts zu Hause in ihr eingebautes Laptopmikrofon singen mussten, sondern die Band in einem professionellen Studio aufnehmen konnte. Über Empfehlungen von Freunden fanden sie einen Manager, der ihnen bald eine Tour organisierte, zunächst vor allem in Frankreich.

Musik mit dem perfekten Groove

Auch auf der Bühne entfalten die Parcels eine besondere Magie aus Musikalität, kompositorischer Raffinesse und perfektem Groove. Der Funken sprang schon beim ersten Auftritt der Band in Frankreich über und bescherte den Parcels eine überraschende Begegnung, die sich für sie als wegweisend erwies.

"Als wir unsere erste Show in Paris spielten, baute jemand so einen VIP-Bereich auf. Wir hatten keine Ahnung, was das sollte. Und dann, nach der Show, kam jemand und sagte, Hey Daft Punk war hier und würden gerne mit euch sprechen. Und wir nur so, Wooow, demm sie sind große Idole von uns. Daft Punk sagten, hey, wir mögen was ihr tut, wollt ihr zu uns ins Studio kommen , mal sehen was passiert?"

"Insgesamt hat es ein Jahr gedauert den Song fertigzustellen. Es fing an mit sieben Tagen und Nächten im Studio, und dann hörten wir erstmal sechs Monate nichts von ihnen, und wir dachten, oh, das war nur ein Traum."

Die großen Festivals warten schon

Als es dann endlich soweit war, erwies sich die Zusammenarbeit mit den Weltstars als sehr angenehm und die Parcels verloren nach und nach ihr Lampenfieber.

"Anfangs waren wir total nervös, aber nach zwei Tagen im Studio haben wir uns daran gewöhnt. Es ging nur noch darum, einen guten Song zu machen, und das ist auch Daft Punk wichtig: das beste aus jedem Song rauszuholen und dafür zu sorgen, dass er sich gut anfühlt."

Nicht weniger als 50 unterschiedliche Mischungen ließen die Roboter von dem Song machen, bevor sie sich für eine entschieden.

In diesem Jahr dürften die Parcels auch in Deutschland reif sein für das große Publikum. Schon jetzt sind die Konzerte der Wahlberliner in Windeseile ausverkauft. Im Sommer ist die Band bereits fest gebucht für große Festivals wie Hurricane, Southside und Dockville.

Tonart

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