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Kulturnachrichten

Freitag, 13. November 2020

"Neustart Kultur" für Verlage und Buchläden erweitert

Die Bundesregierung erweitert ihre finanzielle Unterstützung für mittelständische Buchhandlungen und Verlage. So wird die Vorjahresumsatzgrenze für die Geschäfte von zwei auf zehn Millionen Euro angehoben. Mit dem Programm "Neustart Kultur" können auch viele Maßnahmen zur Digitalisierung der Vertriebswege ausgebaut werden. Bei Verlagen fallen rückwirkend Leistungen wie Lektorat oder Korrektorat unter die förderungswürdigen Leistungen. Die Fristen für eine Antragstellung wurden bis zum 31. Januar 2021 verlängert.

Weitere Hilfen für Solo-Selbstständige

Die Bundesregierung will Solo-Selbstständige, etwa aus dem Kunst- und Kulturbereich, in der Corona-Krise verstärkt unterstützen. Unter anderem sei eine einmalige Pauschale von bis zu 5000 Euro als Neustarthilfe geplant. Dies solle jenen helfen, die kaum Betriebskosten hätten und daher bei den bisherigen Hilfen zumeist leer ausgingen. Das Geld werde einmalig für die sieben Monate Dezember bis Juni 2021 gezahlt und nicht auf Leistungen aus der Grundsicherung angerechnet.

Kinder- und Jugendbuchpreis für Gröger

Die Stadt Oldenburg hat Anne Gröger mit ihrem Kinder- und Jugendbuchpreis 2020 ausgezeichnet. Er werde an die Autorin übergeben, sobald die Pandemieentwicklung dies zulässt. Gröger erhalte die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Kinderbuchmanuskript mit dem Arbeitstitel "Hallo, ich bin der kleine Tod!", wie die Stadt mitteilte. Darin geht es um eine kleine Gestalt namens Frida im schwarzen Umhang und mit Sense, die sich dem an einer Autoimmunkrankheit leidenden Samuel vorstellt. Das Mädchen fordert den erkrankten Jungen auf, ihr das Leben zeigen. Denn das gehöre zu ihrer Ausbildung, um einmal "Der große Tod" zu werden. Sie verschweigt Samuel, dass es ihre große Prüfung sein wird, ihn zu holen. Wie Gröger den beiden Protagonisten Leben einhaucht ist bezaubernd und ernsthaft zugleich, hieß es in der Preis-Begründung.

Filmpreis "Globale Perspektiven" erstmals verliehen

Filmemacher aus Afghanistan, Österreich und Deutschland haben den erstmals vergebenen Filmpreis Globale Perspektiven erhalten. Ausgezeichnet wurde der Filmemacher Aboozar Amini für seine Dokumentation "Kabul, City in the Wind". Mit dem zweiten Preis wurde die Österreicherin Manu Luksch für ihren experimentellen Kurzfilm "Algo-Rhythm" geehrt, der eine im Senegal spielende Hip-Hop-Komödie ist. Dritter im Bunde ist der in Bangladesch geborene und in Deutschland lebende Shaheen Dill-Riaz. "Bamboo Stories" zeigt Männer, die in seiner Heimat Bambus fällen und über 3000 Kilometer verschiffen. Stifter des Preises sind neben der Filmemacherin Navina Sundaram christliche Hilfsorganisationen.

Museumsverband fordert Sonderkonditionen

Der Museumsbund trommelt weiter für die baldige Öffnung der Häuser. Präsident Köhne kritisierte, dass in den Beschlüssen zu den coronabedingten Schließungen im November Museen nicht erwähnt wurden, sondern pauschal zu den "Freizeiteinrichtungen" gerechnet wurden. Das sei nicht hinnehmbar, so Köhne. Museen seien wie Schulen als Bildungseinrichtung zu behandeln. Der Deutsche Museumsbund begrüße grundsätzlich auch die Idee, Schulklassen in den Museen zu unterrichten.

#KulturGutKnabenchor

Keine Konzerte. Keine Proben in normaler Besetzung. Nur Fernunterricht und keine Talentsuche: Auch die Chöre haben es in diesem Jahr schwer. Deshalb haben sich
46 Knabenchöre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. Unter dem Hashtag #KulturGutKnabenchor möchten sie am 14. November in den sozialen Netzwerken auf ihre existentiellen Sorgen aufmerksam machen und um Neuzugänge werben. Die Aktion beginn um "fünf vor zwölf" und wurden unter anderem von den Regensburger Domspatzen und dem Tölzer Knabenchor initiiert.

Frankfurter Buchmesse streicht Stellen

"Die Frankfurter Buchmesse wird weiter eine Präsenzmesse bleiben", das sagte Geschäftsführer Boos. Zugleich wolle sich die Messe aber für "alternative Vermarktungs- und Dialog-Formate öffnen", um den Fortbestand in Frankfurt langfristig zu sichern. Für die vom 20. bis 24. Oktober 2021 geplante kommende Buchmesse könnten die Verlage in Kürze ihre Stände buchen. Nach den Einnahmeausfällen in diesem Jahr würden "die bestehenden Strukturen gestrafft", so Boos. Stellen würden abgebaut und Abteilungen zusammengelegt. "Belegschaft und Betriebsrat" seien über den Stand der Dinge unterrichtet.

Entwicklungsforscher Remo Largo ist tot

76 Jahre alt ist er geworden: Der Schweizer Kinderarzt und Buchautor Remo Largo. Sein Buch "Babyjahre" ist seit den 90er Jahren ein wichtiger Ratgeber für viele junge Eltern. Gebürtig in Winterthur, sei Largo ein wahrer Humanist gewesen: fürsorglich, engagiert, demütig und würdevoll, heißt es in einer Traueranzeige. Gemeinsam mit seinem Team hatte Largo unter anderem Tests zum motorischen Entwicklungsalter von Kindern zwischen fünf und 18 Jahren entwickelt.

Prix Goncourt-Verleihung am 30. November

Nun hat die Jury doch einen Termin mitgeteilt: Der wichtigste französische Literaturpreis, der Prix Goncourt, soll am 30. November verliehen werden. Das ist nach einer Video-Konferenz mitgeteilt worden. Die Entscheidung sei gefallen, weil Premierminister Castex gestern gesagt hatte, es bestünde die Möglichkeit, dass auch die Buchläden am 1. Dezember wieder öffnen dürften. Der ursprüngliche Termin am 10. November war von der Goncourt-Jury mit der Begründung abgesagt worden, dass Bücher Buchläden bräuchten. Solange sie wegen der Corona-Pandemie geschlossen seien, würde es auch keinen Preisträger 2020 geben.

Carola Lentz ist neue Präsidentin des Goethe-Instituts

Mit einem digitale Festakt hat der bisherige Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, nach zwölf Jahren sein Amt an Carola Lentz abgegeben. In ihrer Antrittsrede sagte die Ethnologin, Ambivalenz sei für sie einer der zentralen Begriffe, in einer Zeit, in der eindeutig abgegrenzte Mitgliedschaften und eindimensionale Identitäten wieder Konjunktur hätten. Sie plädiert für eine Kultur, die sich auf komplexe Identitäten und Zugehörigkeiten einlasse, ohne dabei Machtasymmetrien außer Acht zu lassen: "Wir müssen lernen, genau zuzuhören." Die 66-Jährige war bereits vor einem Jahr vom Präsidium des Goethe-Instituts einstimmig gewählt worden.

Elisabeth Murdoch fördert diverse Kunst

Die TV-Produzentin Elisabeth Murdoch spendet 4 Millionen Dollar zur Förderung diverser Kunst in Großbritannien. Die Summe kommt aus der Stiftung "Freelands Foundation", die die Tochter des Medienmoguls Rupert Murdoch vor fünf Jahren mit 100 Millionen Dollar aufgelegt hat. Die Fördersumme folgt auf eine ähnlich hohe Spende, mit der Elisabeth Murdoch in der Covid19-Krise Künstlerinnen und Künstler unterstützt.

Schweizer Künstler beklagen sexuelle Belästigung

Mehr als 200 Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz haben in einer Umfrage angegeben, in den vergangenen zwei Jahren sexuell belästigt worden zu sein. Der Schweizerische Bühnenkünstlerverband SBKV hatte seine Mitglieder befragt. Am häufigsten habe es sich um verbale Belästigung gehandelt, "dominiert von obszönen Witzen und Sprüchen sowie aufdringlichen Gesprächen und Geschichten mit sexuellem Inhalt", hieß es. Der Umfrage zufolge hatten 79 Prozent der 331 Künstlerinnen und Künstler in dem genannten Zeitraum ein oder mehrere negative Erlebnisse. 69 Prozent von ihnen seien weiblich, 31 Prozent männlich. Als Konsequenz hat der SBKV eine anonyme Meldeplattform im Internet gestartet und eine Agentur mit der Recherche beauftragt, die ein "Licht in diese dunkle Ecke der Szene werfen soll."

Abdel-Samad hält Integrationspolitik für gescheitert

Nach seinem Austritt aus der Islamkonferenz hält der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad die Integrationspolitik für Muslime für gescheitert. Man verkenne, die Vielfalt der hier lebenden Muslime, sagte er im Deutschlandfunk Kultur. Nicht jeder Moslem sei ein Koran auf zwei Beinen. "Aber wenn die Verbände mit dem Staat verhandeln, tun sie so, als würden sie alle 5 Millionen Muslime in Deutschland vertreten." Das sei nicht richtig. Es gebe viele Muslime, die säkular oder areligiös oder gläubig seien, aber nicht politisch. Deshalb sollte die Integration über das Individuum laufen, so Abdel-Samad. Muslime sollten nicht über den Islam integriert werden, sondern über Arbeit, Kultur, Freiheit, die Begeisterung für die Aufklärung und für die Werte der deutschen Gesellschaft.

Deutscher Kinder- und Jugendtheaterpreis verliehen

Der niederländische Autor Theo Fransz ist am Donnerstagabend für sein Stück "Liebe Grüße oder Wohin das Leben fällt" mit dem Deutschen Kindertheaterpreis 2020 ausgezeichnet worden. Dies teilte das deutsche Kinder- und Jugendtheaterzentrum (KJTZ) in Frankfurt am Main mit. Fransz entwickele eine berührende Familiengeschichte über drei Generationen, erklärte die Jury. Dabei gelinge es ihm, Beziehungen von Vätern zu ihren Kindern sinnfällig auf die Bühne zu bringen und dabei durch die kluge Verschränkung verschiedener Zeitebenen eine Realität zu schaffen, wie sie nur auf der Bühne stattfinden könne. Der Deutsche Jugendtheaterpreis ging an die britische Autorin Rabiah Hussain für ihr Stück "Absprung" (Spun). Es handelt von zwei Londoner Freundinnen, die nach einem Terroranschlag mit Rassismus, Vorurteilen und Ängsten konfrontiert werden. Die Autorin zeichne ein Porträt post-migrantischer Alltagsrealität und weise darüber hinaus, so die Jury. Die beiden wichtigsten deutschen Staatspreise für dramatische Literatur für Kinder und Jugendliche sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Sie werden alle zwei Jahre vom Bundesfamilienministerium vergeben.

Hallervordens Schlosspark-Theater bleibt geschlossen

Der Kabarettist und Schauspieler Dieter Hallervorden ist mit dem Eilantrag gegen die vorübergehende Schließung seines Berliner Schlosspark-Theaters vorerst gescheitert. Das Verwaltungsgericht der Hauptstadt wies seinen Antrag gegen die Corona-Eindämmungsverordnung des Landes zurück. Zur Begründung hieß es unter anderem, dass sich die Ausbreitung der Pandemie beschleunige. Viele Infektionsketten seien nicht mehr nachvollziehbar. Hallervorden teilte mit, "Als demokratisch gesinnter Staatsbürger habe ich diese Entscheidung zu respektieren". Er werde die Urteilsbegründung lesen und daraus seine Schlüsse ziehen. Wegen der Corona-Pandemie sind bundesweit neben Restaurants Kneipen und Bars auch Theater und und Kinos vorerst bis Ende November geschlossen.

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