Das Feature, vom 20.11.2018

Neuland (2/6)Alles machen ohne nichts

Das Jahr 1986: In Jena entwickeln die Dresdner Mikroelektroniker einen ehrgeizigen Plan. Doch das Embargo des Westens behindert die Entwicklung. Im Bergwerk Gittersee wird vor der Schließung im Raubbau noch rausgeholt was geht. Und im westdeutschen Hanau brechen vier Ingenieure zu einer ungewöhnlichen Dienstreise auf.

Uranbergbaubetrieb Willi Agatz, Dresden (Fuciker (Jürgen Obiegli) / Montage: Bens)
Uranbergbaubetrieb Willi Agatz, Dresden (Fuciker (Jürgen Obiegli) / Montage: Bens)

1986 bekommt Bernd Junghans einen Anruf, mit dem er nicht gerechnet hat und dessen Folgen sein Leben und das vieler anderer prägen wird. Sein Dresdner Team soll im Staatsauftrag der DDR einen 1-MB-Speicherchip entwickeln. Drei Jahre haben sie Zeit, um den technologischen Rückstand ans Weltniveau zu verkleinern.

1987 wird beschlossen, das Uran-Bergwerk "Willi Agatz" aufzugeben. Mehr als 1.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Ersatz verspricht die expandierende Mikroelektronik. Der elementare Rohstoff Silizium soll künftig im eigens dafür umgerüsteten Bergbaubetrieb gezüchtet und die Kumpel daraufhin umgeschult werden. Doch die Produktion ist mit Risiken verbunden. Dagegen regt sich der Protest der Anwohner und der jungen Umweltbewegung in Dresden.

1989 ist die Autorin zehn Jahre alt, eine Leipziger Fünftklässlerin mit rotem Halstuch. Von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen des Landes, das im Verschwinden begriffen ist, geschweige denn vom Flaggschiff der Mikroelektronik, dem 1-MB-Chip, bekommt sie nichts mit. Die Feature-Serie gibt exemplarisch anhand einer besonderen Industriegeschichte einem Generationengespräch Raum.

Neuland - Alle Folgen auf einer Seite

Neuland
Feature-Serie in sechs Folgen
Von Dörte Fiedler
Mit Anne Müller, Ursula Werner und Axel Wandtke
Ton und Technik: Jean Szymczak
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Dlf 2018

(Teil 3 und 4 am 20.11.2018, 20:10 Uhr)
(Teil 5 und 6 am 23.11.2018, 19:15 Uhr)