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Kommentar | Beitrag vom 30.07.2020

Neues MüllproblemEinmalmasken wegwerfen ist unsozial!

Von Thomas Wheeler

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Eine Einmalmaske liegt neben Blüten auf dem Asphalt. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Einmalmaske auf dem Asphalt: Hier handelte jemand nach dem Motto "Ist mir doch egal", klagt Thomas Wheeler. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)

Auf den Straßen und in Grünanlagen liegen sie massenhaft herum: Mund-Nasen-Masken zum Einmalgebrauch. Diesen Sondermüll einfach unterwegs zu "verlieren", ist ignorant und produziert einen riesigen Abfallberg, kritisiert Thomas Wheeler.

Es ist unfassbar: Da predigen Politiker und Virologen seit Monaten, dass wir aufeinander Rücksicht nehmen sollen. Und dann das: Jeden Morgen, wenn ich mit dem Rad zur Arbeit fahre, sehe ich überall Mund-Nasenschutz-Masken in der Gegend herumliegen. Die meisten davon Einwegmasken.

Das sind die Dinger, von denen einige Chlorverbindungen als Plastikschicht enthalten und damit eigentlich auch nicht in öffentliche Müllkörbe gehören. Das ist Sondermüll, der getrennt entsorgt werden müsste. Denn nach dem Gebrauch sind sie kontaminiert. Klar kann eine Maske auch schon mal versehentlich aus der Hosen- oder Jackentasche fallen.

Aber so viele wie ich schon auf Straßen, Bürgersteigen und in Grünanlagen gesehen habe, nein, die liegen da nach dem Motto "Ist mir doch egal". Sind die Verlierer des Sicherheitsattributs 2020 womöglich dieselben, die noch vor Monaten die Toilettenpapier- und Nudelbestände in den Supermärkten leer gekauft haben? Man könnte es fast meinen.

1,1 Millionen Tonnen pro Jahr

Es ist noch gar nicht lange her, da haben wir uns zu Recht über die unzähligen Einwegbecher für Kaffee und Tee aufgeregt, die überall hingeschmissen wurden. Und nun? Die Müllmenge für Atemschutz-, vor allem Einwegmasken wird deutlich größer.

Zwölf Milliarden pro Jahr sollen es sein, hat das Wirtschaftsministerium ausgerechnet. Dazu noch der größere Verbrauch von Einmalhandschuhen und weiterer Schutzkleidung. 1,1 Millionen Tonnen zusätzlicher Abfall schätzt das Hamburger Umweltinstitut. 

Ein gigantisches Müllproblem, das lösbar wäre, wenn die Maskenhersteller nur Materialien nutzen würden, die nach der Verwendung wieder in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können.

Bisher ist das aber nicht so. Deswegen müssen wir verdammt aufpassen, dass wir unseren Planeten nicht noch kränker machen, um gesund zu bleiben.

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