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Tonart | Beitrag vom 28.11.2018

Neues Album von BirdPenDen Finger in die Wunde legen

Mike Bird und Dave Pen im Gespräch mit Andreas Müller

Die beiden Gitarristen stehen vor einer hellen Wand (BirdPen)
Seit 2004 sind Mikd Bird und Dave Pen als "BirdPen" unterwegs (BirdPen)

Mike Bird und Dave Pen sind seit 2004 "BirdPen" und haben nun ihr fünftes Studioalbum. In ihrem Songs setzen sie sich knallhart mit politischen Themen auseinander.

Die beiden Musiker von BirdPen waren bei Deutschlandfunk Kultur zu Besuch, im Gepäck gerade einmal zwei Gitarren. Damit haben sie ihr neues Album "There's Something Wrong With Everything" vorgestellt.

Eine Welt voll Manipulation

Dass die Welt in einem schlechten Zustand ist, ist in den Nachrichten allgegenwärtig. 

Auf einer geweißten Wand hängt eine schwarz gerahmte Grafik, darüber und darunter Schriftzüge (BirdPen)"There's something wrong with everything" (BirdPen)Einer der Songs "This Is Your Life" beschreibt die Welt als verwirrt, von Informationen überfrachtet, von Fakenews fehlgeleitet. Besonders unbegreiflich für die beiden, wie viel Manipulation geschieht, und das in einer Demokratie. Dave lebt in Southampton, Mike hat Großbritanien schon verlassen und lebt nun in Amsterdam.

Dass es in einem der reichsten Länder der Welt eine enorm hohe Obdachlosenrate gibt, erschüttert die beiden. Dass dann Drogen ins Spiel kommen, verwundert sie nicht. Was folgt, sei eine böse Spirale, sagt Dave. "Aber wenn man viel hat, versucht man das alles auszublenden." 

"Open your eyes, you will see!"

Sie schreiben ihre Songs, um genau diese Welt zu beschreiben und sich nicht wegzuducken. Dass alles anzusprechen, das sollten viel mehr Musiker tun, vor allem die erfolgreichen Bands, denen eben auch zugehört wird. "Open your eyes, you will see!" ist eine der Textzeilen.

Die Platte hat einen Touch von Folksound, gemischt mit deutschem Motorsound der frühen 70er-Jahre. Dabei haben sie auf diesem Album erneut darauf geachtet, dass die Schlagwerke nicht zu dominant werden. Zu viel Rhythmus wollten sie nicht, sondern mehr Gitarrensound und weniger Elektronik als bei der letzten Platte. 

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