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Tonart | Beitrag vom 19.04.2016

Neuer Dirigent beim RIAS Kammerchor "Ich möchte immer Opern-Drama in die Chormusik bringen"

Justin Doyle im Gespräch mit Haino Rindler

Der designierte Chefdirigent des Rias Kammerchors, Justin Doyle, aufgenommen am 19.04.2016 in Berlin. Der Dirigent wird ab der Konzertsaison 2017/2018 als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter für den Rias Kammerchor arbeiten. (picture-alliance / dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)
Der RIAS Kammerchor bekommt mit dem Briten Justin Doyle einen neuen Dirigenten und Künstlerischen Leiter ab 2017/18 (picture-alliance / dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)

Der Brite Justin Doyle wird neuer Dirigent des RIAS Kammerchors. Die gute Chemie, die er bei einer früheren Zusammenarbeit gespürt habe, lobt er im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Neugierig ist er auch auf zeitgenössische deutsche Musik, die in England wenig bekannt sei.

Seit der letzte Chef des RIAS-Kammerchor, Hans-Christoph Rademann, sein Amt im vergangenen Jahr planmäßig niedergelegte, konnten sich die Sänger zunächst nicht auf einen Nachfolger einigen. Nun gab der RIAS-Kammerchor bekannt, dass die Entscheidung gefallen ist und der Dirigent Justin Doyle nach Berlin kommen wird.

Freudige Reaktion

"Es war ganz aufregend", sagte Doyle über den Anruf aus Berlin, der ihn dazu einlud, Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des RIAS-Kammerchors ab 2017/18 zu werden. Vor mehr als einem Jahr habe er mit dem Chor einen Tag lang zusammen gearbeitet, damit man sich kennenlernt. Es habe eine "gute Chemie" gegeben. Er habe viel Spaß gehabt und gedacht, dass er mit dem Chor gerne wieder zusammen arbeiten wolle.

"Ich möchte auch deutsche zeitgenössische Komponisten kennenlernen", sagte Doyle. "Ich kenne nichts." In England höre man fast nie moderne Musik aus Deutschland. Sein Interesse gelte aber auch kenianischer oder äthiopischer Musik.

Schon Chorknabe im Westminster

Doyle stammt aus einer Musikerfamilie im nordenglischen Yorkshire. "Da hatte ich keine Wahl", sagte der Dirigent, der später in Cambridge studierte. Schon als Kind habe er als Chorknabe im Chor der Westminister Kathedrale in London gesungen und Cello gespielt.

"Mein erstes Dirigieren war beim Orchester." 

Seinen internationalen Durchbruch als Dirigent brachte 2006 ein zweiter Preis bei der angesehenen Cadaqués Orchestra International Conducting Competition in Barcelona sowie ein Conductor Fellowship der BBC Singers, der den Beginn einer regelmäßigen Zusammenarbeit markierte.

Aktuell ist Justin Doyle ständiger Dirigent an der Opera North in Leeds sowie musikalischer Leiter des in Lancaster ansässigen Haffner Orchestra, der Young Sinfonia der Royal Northern Sinfonia von Newcastle sowie des Chores der Universität von Manchester.

Liebe zu Oper, Orchester und Chor  

Seine Liebe gilt zugleich Chor, Orchester und Oper, sagte Doyle. Er habe ein sehr breites musikalisches Interesse, sagte Doyle. "Ich möchte immer Opern-Drama in die Chormusik bringen und auch Orchesterdisziplin in die Chormusik bringen und andersherum", sagte der Musiker. Es sei ihm sehr wichtig, alle drei Dinge zu tun.

Die Sängerinnen und Sänger des RIAS Kammerchors (RIAS Kammerchor / Matthias Heyde)Die Sängerinnen und Sänger des RIAS Kammerchors (RIAS Kammerchor / Matthias Heyde) 

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