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Kompressor | Beitrag vom 30.04.2015

Neue Webseite Schwarze Deutsche als Vorbilder

Jermain Raffington im Gespräch mit Christine Watty

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Die baden-würtembergische CDU-Politikerin Sylvie Nantscha, Aufnahme vom Dezember 2009. (picture alliance / dpa)
Die baden-würtembergische CDU-Politikerin Sylvie Nantscha ist eines der Vorbilder auf der Webseite. (picture alliance / dpa)

In seiner Jugend wurde dem Journalisten Jermain Raffington oft abgesprochen, dass er Deutscher sei – weil er schwarz ist. Er will diesen Vorurteilen jetzt mit der Website Schwarz-Rot-Gold TV entgegen wirken.

"Das hat mich in so eine Identifikationsfrage gestürzt", erzählt Raffington über eine Reise in die USA. Dort hätten die Leute ihn als Deutschen gesehen, hier aber nicht. "So hat das Projekt eigentlich angefangen mit der Frage: Wer bin ich eigentlich?"

Fehlende Vorbilder

Als Jermain Raffington in Deutschland heranwuchs fehlten ihm Vorbilder, mit denen er sich identifizieren konnte. Deshalb begab sich der Journalist und Ex-Basketballer zusammen mit seiner Frau für das Projekt Schwarz Rot Gold auf eine Reise, um diese Vorbilder zu finden. Er traf zehn schwarze Deutsche, darunter einen klassischen Dirigenten und eine CDU-Politikerin, die ihm von ihrem Leben in Deutschland erzählten. Ihre Erzählung wird auf der Webseite in filmischen Porträts wieder gegeben.  

Vielfalt schwarzen Lebens in Deutschland

"Es geht darum, mit Stereotypen zu brechen", sagte Raffington. "Das Bild, das von schwarzen Menschen in Deutschland häufig noch gezeichnet wird, sind die Sportler und die Musiker und wir wollten einfach zeigen, dass es ganz vielfältiges schwarzes Leben in Deutschland gibt und auch ganz, ganz lange schon." So habe er dann auch seine Protagonisten zusammengestellt. Wichtigste Zielgruppe seien einmal Jugendliche, um Ihnen Vorbilder zu zeigen. Andererseits gäben die Portraits allen Betrachtern Einblicke in deutsches Leben.

Mehr zum Thema:

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