Seit 05:05 Uhr Studio 9

Dienstag, 13.11.2018
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Mittwoch, 28. Februar 2018

Neue Ulysses-Übersetzung darf nicht erscheinen

Witwe des Übersetzers macht von Urheberrecht Gebrauch

Der Suhrkamp Verlag darf eine überarbeitete Übersetzung des James-Joyce-Romans "Ulysses" nicht veröffentlichen. Gabriele Gordon, die Witwe des Übersetzers Hans Wollschläger, habe sich entschieden, die Publikation aus Copyright-Gründen zu verbieten, bestätigte der Verlag in Berlin. Wie die Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" als erste berichtet hatte, hatte ein Forscherteam in zehnjähriger Arbeit rund 5.000 Änderungen und Korrekturen vorgenommen - und damit nach Meinung von Gordon zu viel. Suhrkamp-Chef Jonathan Landgrebe sprach der "Zeit" zufolge von einem "gescheiterten Versuch einer Werkpflege zulasten aller". Statt der groß aufgelegten Publikation soll nun eine Mini-Edition von 200 nicht frei verkäuflichen Exemplaren für die Wissenschaft erscheinen. Das 1922 erschienene Buch "Ulysses" gilt als das bedeutendste Werk des irischen Schriftstellers James Joyce (1870-1931).

Slowakischer Kulturminister tritt nach Journalistenmord zurück

Reaktion auf Tod von investigativem Journalisten Jan Kuciak

Der slowakische Kulturminister Marek Madaric hat seinen Rücktritt erklärt. Nach der Ermordung eines Journalisten könne er sich nicht vorstellen, ruhig weiter Chef dieses Ministeriums zu bleiben, das auch für die Medien zuständig sei, erklärte der 51-Jährige in Bratislava. In der Nacht auf Montag waren der 27-jährige Journalist Jan Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova erschossen aufgefunden worden. Kuciak hatte vor allem über die Verfilzung zwischen Politik und Geschäftswelt recherchiert. Er war dabei auch auf mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Politikern und Regierungsmitarbeitern gestoßen. Madaric galt schon seit Monaten als parteiinterner Kritiker eben dieser Verfilzung.

Erika Steinbach gibt Spitze der Vertriebenen-Stiftung ab

Nach 18 Jahren übernimmt Christian Wagner

Auf eigenen Wunsch gibt Erika Steinbach ihren Vorsitz der Stiftung "Zentrum gegen Vertreibung" auf. Nachfolger wird der frühere hessische Kultus- und Justizminister Christian Wagner (CDU), wie die Stiftung in Bonn mitteilte. Wagner dankte seiner Vorgängerin für ihren unermüdlichen Einsatz. "Durch gute Argumente und Beharrlichkeit wurde das Zentrum zur Initialzündung für die Bundesstiftung 'Flucht, Vertreibung, Versöhnung!'", erklärte er. Er wolle die Stiftung in Steinbachs Kontinuität, im Geiste der Versöhnung und der Bewusstseinsschärfung gegen Menschenrechtsverletzungen durch Vertreibung und Deportation fortführen. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete und mittlerweile aus der CDU ausgetretene Politikerin Erika Steinbach war seit der Gründung der Stiftung im Jahr 2000 an der Spitze des "Zentrum gegen Vertreibung". Aufgabe der Stiftung ist in einem Gesamtüberblick das Schicksal der mehr als 15 Millionen deutschen Deportations- und Vertreibungsopfer aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa genauso erfahrbar zu machen, wie das Schicksal der vier Millionen deutschen Spätaussiedler.

"Venus von Willendorf" von Facebook zensiert

Wiener Museum protestiert gegen Verbot der prähistorischen Figur

Facebook hat eine Abbildung der altsteinzeitlichen Statuette "Venus von Willendorf" als "gefährlich pornografisch" zensiert. Das Naturhistorische Museum in Wien, in dem die etwa 30.000 Jahre alte Figur ausgestellt ist, verurteilte das Vorgehen des Internetunternehmens. Es gebe keinen Grund, die Venus von Willendorf zu bedecken und ihre Nacktheit zu verstecken, weder im Museum noch in den sozialen Medien, sagte Museumschef Christian Köberl der Zeitung "Art Newspaper". Die elf Zentimeter kleine Figur zeigt eine üppige nackte Frau. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im österreichischen Ort Willendorf entdeckt und gilt als das wichtigste Ausstellungsstück des Wiener Museums. Laut Köberl handelt es sich um die bekannteste prähistorische Darstellung einer Frau weltweit. Die Kontroverse begann im Dezember, als die italienische Kunstaktivistin Laura Ghianda ein Foto des Kunstwerks auf ihrer Facebook-Seite teilte.

Deutscher Filmpreis für Hark Bohm

Besondere Verdienste als Regisseur und Film-Lehrer

Der Regisseur, Autor und Drehbuchautor Hark Bohm (78) wird beim Deutschen Filmpreis mit einer Lola-Trophäe für seine herausragenden Verdienste geehrt. "Der deutsche Film und auch die Deutsche Filmakademie haben Hark Bohm als Filmemacher, als Filmlehrer und als filmpolitischem Gestalter immens viel zu verdanken", erklärte Akademie-Präsidentin Iris Berben. Von Bohm stammen Klassiker wie "Nordsee ist Mordsee" und "Moritz, lieber Moritz". Sein Drama "Yasemin" (1988) gewann den Bundesfilmpreis in Gold. Als Ko-Autor war er bei Fatih Akins Filmen "Tschick" und "Aus dem Nichts" beteiligt. Als Darsteller spielte Bohm in mehreren Filmen von Rainer Werner Fassbinder mit und war in rund 80 Kino- und Fernsehproduktionen als Nebendarsteller zu sehen. Hark Bohm ist Mitinitiator des Filmfests Hamburg sowie des Instituts für Theater, Musiktheater und Film an der Universität Hamburg. Die Lola-Auszeichnung ist der wichtigste nationale Preis für Filmschaffende. Am 27. April findet die Verleihung in Berlin statt.

Längste Bibel der Welt jetzt als Buch

3333 Farbtafeln sollen Menschen mit Lern- und Leseschwäche ansprechen

Die möglicherweise längste Bibel der Welt gibt es jetzt auch als insgesamt fast 1750-seitigen Doppelband für das heimische Bücherregal. Die Deutsche Bibelgesellschaft präsentierte sie in Stuttgart. Sie zeigt Farbtafeln von 3333 Bildern des Künstlers Willy Wiedmann (1929-2013), die als Original-Leporello 1,2 Kilometer lang sind und als längste Bibel der Welt gelten. Die Texte dazu sind der Lutherbibel 2017 entnommen. Nach Angaben seines Sohnes hat Wiedmann einst 16 Jahre lang an seiner Bilder-Bibel gearbeitet. Sein Ziel sei es gewesen, auch Menschen mit Lern- und Leseschwäche Zugang zur Heiligen Schrift zu bieten. Komplett ausgelegt wurde sie beim Kirchentag 2016 in Stuttgart.

GEMA ehrt Jazzmusiker Klaus Doldinger für Lebenswerk

Er komponierte auch Filmmusik zu "Das Boot" und "Tatort"-Krimis

Klaus Doldinger wird beim Deutschen Musikautorenpreis 2018 für sein Lebenswerk geehrt. Als einer der erfolgreichsten und renommiertesten Komponisten Deutschlands präge er wie kein anderer die Jazzszene, begründete die Musikverwertungsgesellschaft GEMA ihre Entscheidung. Doldinger gründete mehrere Bands, darunter das Klaus Doldinger Quartett und 1971 die besonders erfolgreiche Gruppe Passport. Diese vereint Jazz, Rock, Blues und Soul - Udo Lindenberg war einige Zeit der Schlagzeuger der Formation. Als international erfolgreiche Saxophonist schrieb Doldinger auch die Musik zum legendären Kriegsfilm "Das Boot" und die Titelmusik zur ARD-Krimireihe "Tatort". Doldinger wurde 1936 in Berlin geboren und lebt bei München. Der Preis für Komponisten und Textdichter wird am 15. März in Berlin verliehen.

Politik würdigt Grafiker und Satiriker Klaus Staeck

Streben nach sozialer Gerechtigkeit Kern seines Wirkens

Zum 80.Geburtstag von Klaus Staeck haben mehrere Politiker den Künstler gewürdigt. Staeck sei als Grafiker und Verleger mit teils sehr provokanten und mutigen Arbeiten für demokratische Ziele eingetreten, betonte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in einem Glückwunschschreiben. Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), sagte, Staeck habe eine "radikale persönliche und geistige Unabhängigkeit", die ihn stets davor bewahrt habe, sich vereinnahmen zu lassen. "Will man den Kern seines gesellschaftlichen Engagements mit einem Wort beschreiben, dann ist es Gerechtigkeit, die Klaus Staeck immer als vor allem soziale Gerechtigkeit begriffen hat und begreift", so Müller. Zudem sei er ein "begnadeter multimedialer Satiriker". Staeck ist ausgebildeter Jurist und arbeitet seit den 70er Jahren als Grafiker. Bekannt wurde er für seine Politsatire mit mehr als 300 Plakaten und Postkartenserien. Klaus Staeck war langjähriger Präsident der Akademie der Künste in Berlin und wird heute 80 Jahre alt.

"Batman"-Produzent Benjamin Melniker gestorben

Er sei der "letzte Mogul" des Goldenen Zeitalters in Hollywood gewesen

Benjamin Melniker, Produzent hinter den Projekten um Superheld Batman beim Studio Warner Bros., ist im Alter von 104 gestorben. Melniker sei der "letzte Mogul" des Goldenen Zeitalters in Hollywood gewesen, schrieb sein Produzenten-Kollege Michael Uslan auf Facebook. Laut einem Bericht des "Hollywood Reporter" starb Melniker in einer Kleinstadt nahe New York. Der 1913 geborene Melniker begann seine Karriere beim Filmstuido Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) und war dort an wichtigen Film-Deals beteiligt, darunter am epischen Historienfilm "Ben Hur" (1959) und "2001: Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick. Nach seinem Abschied von MGM kaufte er mit Uslan die Filmrechte an der Comicfigur Batman, weshalb er in allen großen Batman-Produktionen der letzten drei Jahrzehnte erwähnt wird. Darunter sind etwa Tim Burtons "Batman" (1989) sowie "Batman Begins" (2005) und "The Dark Knight" (2008) von Christopher Nolan, aber auch der animierte "LEGO Batman Movie" vom vergangenen Jahr.

Jürgen Prochnow Star bei Wormser Nibelungen-Festspielen

Stück erzählt die Geschichte der Nibelungen weiter

Der Schauspieler Jürgen Prochnow ("Das Boot") übernimmt im Sommer die Hauptrolle bei den Nibelungen-Festspielen in Worms. Der einstige Hollywoodstar soll in der Uraufführung von "Siegfrieds Erben" den Part des Hunnenkönigs Etzel spielen, wie die Kultur und Veranstaltungs Gesellschaft der Stadt mitteilte. Das Stück des Autorenduos Feridun Zaimoglu und Günter Senkel erzählt die Geschichte der Nibelungen weiter: Der Hunnenkönig reist darin nach dem Tod von Kriemhild und den Burgundern nach Worms, um sein Erbe einzufordern. Die Inszenierung von Roger Vontobel ist von 20. Juli bis zum 5. August auf der Freiluftbühne vor dem Dom zu sehen. Wer neben Prochnow auf der Bühne steht, soll im April bekanntgegeben werden.

DJV fordert Aufklärung nach Mord in Slowakei

Der Fall zeige wie wichtig es sei, Journalisten bei ihrer Arbeit zu schützen

Nach dem Mord an dem slowakischen Enthüllungsreporter Jan Kuciak fordert der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) eine umfassende Ermittlung der Hintergründe. "Der Fall muss umgehend und rückhaltlos aufgeklärt werden - auch, ob die vorher bekannten Bedrohungen von den Behörden ernst genommen wurden und was sie unternommen haben, um den Kollegen zu schützen", sagte DJV-Chef Frank Überall der "Heilbronner Stimme". Der Fall zeige auch, wie wichtig es sei, Journalisten in Europa bei ihrer Arbeit - und damit letztlich die Pressefreiheit - zu schützen. "Das sollten sich auch Politiker bewusst machen." Kuciak und seine Verlobte waren in ihrem Privathaus erschossen worden. Wahrscheinlichstes Motiv sei die Tätigkeit des Mannes gewesen, sagte Polizeipräsident Tibor Gaspar. Der 27-jährige Kuciak hatte im Internetportal Aktuality.sk regelmäßig über Fälle von mutmaßlichem Steuerbetrug berichtet.

Regisseur Lewis Gilbert gestorben

Gilbert führte bei drei James-Bond-Filmen Regie

Der britische James-Bond-Regisseur Lewis Gilbert ("Der Spion, der mich liebte") ist tot. Das teilten die 007-Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli auf der offiziellen Website der Filmreihe mit. Gilbert wurde 97 Jahre alt. "Mit großer Trauer haben wir vom Tod unseres lieben Freundes Lewis Gilbert erfahren", hieß es in der Mitteilung. Gilbert sei ein "echter Gentleman" gewesen, der "einen enormen Beitrag" für die britische Filmindustrie geleistet habe. Seine 007-Filme seien "Klassiker der Serie". Gilbert führte bei drei Bond-Filmen die Regie, darunter auch "Man lebt nur zweimal" (1967) mit Sean Connery und "Moonraker - Streng geheim" (1977) mit Roger Moore. Zu seinen größten Erfolgen zählte außerdem der Filmklassiker "Alfie" (1966) mit Michael Caine in der Hauptrolle.

Louvre gibt Monet-Gemälde an Japan zurück

"Seerosen - Spiegelung eines Weidenbaums" wieder in Tokio

Ein seit 1945 vermisstes Ölgemälde des französischen Impressionisten Claude Monet ist im Pariser Louvre wiedergefunden und nach Japan zurückgegeben worden. Das Bild "Seerosen - Spiegelung eines Weidenbaums" hatte sich vor Kriegsbeginn im Besitz des japanischen Geschäftsmanns Kojiro Matsukata befunden und sei "kürzlich" dem Nationalmuseum für Westliche Kunst in Tokio übergeben worden, sagte ein Sprecher des Museums. Der Louvre hatte das Gemälde nach Angaben des Nationalmuseums in Tokio schon im Jahr 2016 entdeckt, doch erst jetzt wurde der Fund öffentlich gemacht. Das Gemälde wird auf das Jahr 1916 datiert und zeigt schwimmende Blumen auf einem See. Der Kunstsammler Matsukata hatte das Bild 1921 offenbar persönlich bei Monet in dessen Atelier gekauft, hieß es. Während des Zweiten Weltkriegs wurden demnach rund 400 Gemälde aus der Sammlung Matsukatas nach Paris gebracht, um sie dort vor Beschädigungen zu schützen. Nach Kriegsende beschlagnahmte die französische Regierung die Kunstwerke.

Trauer um Elfriede Irrall

Österreichische Schauspielerin starb mit 80 Jahren

Die österreichische Theater- und Fernsehschauspielerin Elfriede Irrall ist kurz nach ihrem 80. Geburtstag in einem Wiener Krankenhaus gestorben. Ihre Schauspielkarriere begann in jungen Jahren: bereits mit vierzehn Jahren konnte Irrall dank einer Ausnahmegenehmigung die Schauspielschule besuchen, ihr Bühnendebüt gab sie als 17-Jährige. Sie spielte an Theatern in Wien (Theater in der Josefstadt, Wiener Volkstheater) und Berlin (Renaissance-Theater, Freie Volksbühne und Schaubühne). Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verließ sie das Schaubühnen-Ensemble und gründete die Vagantenbühne "Theaterspielwerk". Auch im Fernsehen ("Tatort") und Radio war Elfriede Irrall zu erleben.

Kulturnachrichten hören

Februar 2018
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur