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Frühkritik | Beitrag vom 29.11.2016

Neue TV-Serie "Tempel"Altenpfleger mit zwei Fäusten

Hendrik Efert im Gespräch mit Nana Brink

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ZDFneo-Dramaserie "Tempel" (obs/ZDFneo/Oliver Betke)
Ex-Boxer Mark Tempel (Ken Duken) gerät in der ZDFneo-Dramaserie "Tempel" in einen Strudel aus Lügen und Gewalt. (obs/ZDFneo/Oliver Betke)

Gentrifizierung, Verarmung der Mittelschicht, Prostitution und Sterbehilfe: Das alles packt ZDFneo in die neue Serie "Tempel". Als ehemaliger Boxer hat sich Mark Tempel einst von der Berliner Unterwelt verabschiedet. Jetzt kehrt er dorthin zurück.

Mark Tempel (Ken Duken) ist Altenpfleger und lebt mit Frau und Tochter im Berliner Wedding. Wie die Nachbarn sollen auch sie aus der Wohnung geschmissen werden – auch mit radikalen Mitteln: Seine Frau und Tochter werden in der Wohnung überfallen und bedroht.

Fasziniert von der Berliner Unterwelt

Tempel, eigentlich ein fürsorglicher Altenpfleger, Ehemann und Vater, will sich das nicht gefallen lassen. Immerhin war er mal Boxer und selbst Teil der Berliner Unterwelt. Er kontaktiert seinen alten Mentor Jakob (Thomas Thieme), eine Kiezgröße und Bordellbesitzer.

Tempel ist immer noch fasziniert von dieser Welt, verstrickt sich wieder in das Milieu, und es stellen sich Fragen von Recht und Unrecht, Ehrlichkeit und Lüge. Seiner Frau hatte er einst versprochen, diesem Milieu fernzubleiben.

Ausstattung der Serie ist ein Highlight

Für den Spartensender ZDFneo ist das die erste selbstproduzierte Drama-Serie. Es ist an realen Schauplätzen gedreht worden, mit Handkamera und die Ausstattung der Serie sei ein absolutes Highlight im deutschen Serienfernsehen, sagte Kritiker Hendrik Efert im Deutschlandradio Kultur

Aber auch wenn das Budget von ZDFneo gering sei, wolle die Serie zu viel in zu kurzer Zeit, kritisierte Efert.

"Der Serie fehlt einfach die Zeit, sich zu entfalten. Wir nehmen sofort Teil an einer Achterbahnfahrt, aber nicht aus dramaturgischen Gründen, sondern weil wir uns beeilen müssen."

So ist jede Folge nur 30 Minuten lang. Das funktioniere bei Comedy-Formaten, aber für Dramaserien sei das zu wenig, sagte Hendrik Efert. Dennoch traue sich ZDFneo für Deutsche Verhältnisse auch etwas und versuche etwas Neues.

Die sechsteilige Serie "Tempel" läuft ab dem 29. November um 21.45 Uhr auf ZDFneo.

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