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Tonart | Beitrag vom 31.07.2015

Neue Platten in der KurzkritikDas muss man gehört haben oder auch nicht

Von Martin Böttcher

 A picture dated 19 July 2014 shows British singer Joss Stone performing during a concert at the Mares Vivas music festival 2014, in Vila nova de Gaia, Portugal. The festival ran from 17 to 19 July. (picture alliance / dpa / Estela Silva)
Die britische Sängerin Joss Stone bei einem Konzert (picture alliance / dpa / Estela Silva)

Drei Neuerscheinungen von heute muss man unbedingt gehört haben, meint Martin Böttcher: Die neuen Alben von Joss Stone, Lianne Le Havas und den Maccabbees. Auf die neue Platte von Albert Hammond jr. könne man getrost verzichten, meint Böttcher.

Um nicht nur einfach eine Platte zu sein, sondern eine herausragende Platte, braucht eine Platte nur drei Dinge! Nämlich gute Songs, guten Sound und zumindest ansatzweise eine Verbindung zum Zeitgeist.

Und damit hätten wir schon den gemeinsamen Nenner der drei Neuerscheinungen, an denen in dieser Woche kein Weg vorbeiführen sollte. Sommerplatten, die luftig und leicht klingen, aber eben nicht offensichtlich nach Sommerplatte. Joss Stone, Lianne La Havas und die Maccabees erreichen das auf ganz unterschiedlichen Wegen.

Joss Stone muss sich zunächst freikaufen

Joss Stone musste sich vor Jahren ja erst einmal mit viel Geld von ihrer Plattenfirma freikaufen. Aber Freiheit im Kopf ... das dauert ein bisschen. Jetzt ist sie offensichtlich da und spiegelt sich auf Joss Stones siebtem Studioalbum wider. "Water For Your Soul" heißt es und es hat den Dreh raus: der Soul-Rock von früher, mit dem Joss Stone Millionen von Platten verkaufte, ist immer noch da – und lässt sich von Reggae-Rhythmen tüchtig den Marsch blasen. Kein Wunder, das alles entstand auf Jamaica.

Lianne Le Havas – Von Reggae keine Spur

Sommerplatte Zwei hat ebenfalls etwas mit Jamaica zu tun. Die junge Londonerin Lianne Le Havas ließ sich hier für ihr neues Album "Blood" inspirieren. Von Reggae keine Spur, dafür mächtig produziert, um die perfekte Mischung aus Pop und Soul hinzubekommen. Die Bässe bassen, die Melodien klingen – und Lianne Le Havas Stimme nimmt es mit all den großen englischen weiblichen Popstimmen der letzten Jahre auf: mit Adele, Katy Perry, Laura Mvula, Amy Winehouse und und und.

Die Maccabbees: Vorlaut, energisch mit Bauchgefühl

Anders und überraschend gut das neue Album der Indie-Rocker The Maccabees, Marks To Prove It. Die Maccabees – hatte die noch jemand auf dem Schirm? Ich nicht. Aber ihr viertes Album klingt nicht nur nach einem unterhaltsamen Sommer in der Großstadt – London zum Beispiel, da wohnen sie ja -, sondern es klingt auch so, als hätten wir 2005 und die Maccabees würden sich gerade das erste Mal der Öffentlichkeit präsentieren: vorlaut, energisch, spielfreudig, bauchgefühlig. Bauchgefühlig, dieses Wort gibt es gar nicht? Egal, die Maccabees kümmern sich ja auch nicht darum, dass der Indie-Rock eigentlich tot ist.

Albert Hammond jr. mit mopsig-faden Songs

Apropos tot: auf eine Platte kann in dieser Woche komplett verzichtet werden: Momentary Masters von Albert Hammond jr. Albert Hammond jr. mag ja mit seiner Band, den Strokes, Rockgeschichte geschrieben haben. Aber erstens hört man das nicht in seinen wirklich sehr uninspirierten, ideenlosen und irgendwie mopsig-faden Songs. Und zweitens fehlt da jede Spur von Sommer. Mensch, Albert, wir haben Juli! Und nicht März oder so.

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