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Tonart | Beitrag vom 12.12.2018

Neue Jazz-AlbenDrei Bandleaderinnen mit Klasse

Von Ulrich Habersetzer

Robin Rudel Jazzkeller: Karin Hammar Quartett 28.09.2012 Photo Robin Rudel  Karin Hammar Quartet (Robin Rudel  / imago stock&people)
Karin Hammar: Zieht einen rein. Druckvoll, knackig, mitreißend. (Robin Rudel / imago stock&people)

Aus England, Island und Schweden kommen drei Bandleaderinnen: Saxophonistin Josephine Davies, Pianistin Sunna Gunnlaugs und Posaunistin Karin Hammar. Alle drei haben sehr persönliche und ausdrucksstarke Alben aufgenommen. Alben, die man gehört haben muss.

Karin Hammar Fab 4: "Circles"

"Circles" heißt das neue Album der schwedischen Musikerin, es ist das zweite der Formation "Fab 4" und das vierte von Hammar als Bandleaderin.

Ungemein farben- und facettenreich. Bossa, Salsa, Bebop, aber auch Pop- und Rockmusik stecken drin, aber nie als erwartbare Genreklischees.

Überraschend und trotzdem eingängig sind Hammars Kompositionen und ihre drei ebenfalls aus Schweden stammenden Kollegen Schlagzeuger Fredrik Rundqvist, Bassist Niklas Fernqvist und vor allem Gitarrist Andreas Hourdakis bekommen auf "Circles" viel Raum und nutzen ihn äußerst gelungen.

Das zieht einen rein. Druckvoll, knackig, mitreißend. Posaunistin Karin Hammar und ihre Fab 4.

Sunna Gunnlaugs Trio & Verneri Pohjola: "Ancestry"

Kraftvolle Kälte und eisige Energie – das Lied "Emu". Aus Island kommt die Komponistin, Pianistin und Bandleaderin Sunna Gunnlaugs. "Ancestry", "Herkunft", so heißt ihr aktuelles Album mit ihrer langjährigen Band. Als Gast ist der finnische Trompeter Verneri Pohjola mit dabei. Er ist ein Meister der sperrigen Tiefgründigkeit.

Düster und beklemmend, aber immer wieder von harmonischen Sonnenstrahlen durchzogen. Eindringlich und intim, expressiv und aufbrechend. Auf Sunna Gunnlaugs Album "Ancestry" findet sich eine Musik der Gegensätze, die trotzdem wie aus einem Guss wirkt.

Satori: "In the Corner of Clouds"

"Lazy", faul, so heißt dieses Stück. Aber die Musik ist alles andere als das. Ich würde eher "lässig" sagen und "knisternd". Josephine Davies, Tenorsaxophon, hier sogar zweistimmig, Dave Whitford, Kontrabass, und James Maddren, Schlagzeug, alle drei feste Größen der englischen Szene. "Satori" heißt Josephine Davies' Trio. Im Zen-Buddhismus wird so der Moment der Erleuchtung und Klarheit bezeichnet.

Erleuchtung, Klarheit, Spannung, Sinnlichkeit, Freiheit, Spontanität. Josephine Davies hat all das in ihre Kompositionen einfließen lassen und schafft mit ihren Mitmusikern ein kantiges und zugleich groovendes Album: "In the corner of clouds".

Bezüge zu John Coltrane, fernöstlicher Philosophie oder südafrikanischer Leichtigkeit. In der Tradition verwurzelt, in die Zukunft weisend: Josephine Davies' "In the corner of clouds" hat durchaus Potenzial zum Album des Jahres 2018.

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