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Kulturnachrichten

Freitag, 23. April 2021

Neue Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau

Die promovierte Kunsthistorikerin Barbara Steiner aus Österreich ist neue Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau. Sie wurden aus 32 internationalen Bewerberinnen und Bewerbern vom Stiftungsrat ausgewählt, teilte der Stiftungsratsvorsitzende, Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU), mit. Steiner, 1964 geboren, tritt die Stelle zum 1. September 2021 an. Sie folgt auf Claudia Perren. Die Architektin hatte die Stiftung Bauhaus Dessau zum 31. Juli 2020 auf eigenen Wunsch verlassen. Sie wurde Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK FHNW) in Basel.

Britische Kultur hofft auf Neustart mit Impfpässen

Die britische Regierung hat für die Einführung von Corona-Impfzertifikaten Rückenwind aus der Konzert- und Event-Branche bekommen. Mehr als 50 große Häuser und Veranstalter sprachen sich für solche Nachweise aus, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Dazu gehören etwa die O2-Arena in London, die Royal Albert Hall sowie die British Athletics. Die Regierung will im Laufe der kommenden Monate digitale Impfpässe nach israelischem Vorbild einführen, mit denen man seine Corona-Impfung, einen negativen Test oder eine überstandene Infektion nachweisen können soll. Diese sollen Großveranstaltungen wieder ermöglichen sowie internationales Reisen erleichtern.

EU-Kommission startet Preisausschreiben

Die Europäische Kommission will nachhaltige Ideen fördern und vergibt im Rahmen ihrer Initiative "Neues Europäisches Bauhaus" Preise im Gesamtwert von 450.000 Euro. Prämiert werden Konzepte, die die Werte des neuen Europäischen Bauhauses repräsentieren: Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion. Dabei könne es sich ebenso um Möbel oder Mode handeln wie auch Lebensmittel oder Kunst, sagte die zuständige EU-Kommissarin Elisa Ferreira. Mit dem Preis werden bestehende Beispiele oder neue Ideen in zehn verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Jede von ihnen ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert.

Kulturrat: #allesdichtmachen ist "nicht hilfreich"

Der Deutsche Kulturrat hält die satirische Protest-Aktion #allesdichtmachen gegen die verschärften Corona-Schutzmaßnahmen für "nicht hilfreich". Die Schauspieler hätten mit ihren ironisch überspitzten Videos eine große Irritation ausgelöst, sagte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann dem Evangelischen Pressedienst. "Natürlich dürfen die das sagen, keine Frage", aber das Anliegen der Kulturwirtschaft, etwa Veranstaltungen im Freien zu ermöglichen, bekomme jetzt einen "Zungenschlag". Bei der Aktion protestierten 53 Schauspielerinnen und Schauspieler mit Videos etwa gegen die aktuelle "Notbremse" - darunter Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Ulrike Folkerts, Volker Bruch und Meret Becker. In den sozialen Netzwerken war die Empörung darüber groß. Aber es gab auch Unterstützung für die Kampagne, unter anderem von Vertretern der AfD. Liefers distanzierte sich von AfD und "Querdenkern", nicht aber von der Aktion. Die Schauspielerin Heike Makatsch löschte dagegen ihr Video und bat um Verzeihung.

Rheingau-Musik-Preis für Posaunist Nils Landgren

Der schwedische Posaunist und Sänger Nils Landgren wird mit dem Rheingau-Musik-Preis 2021 ausgezeichnet. Der 65-Jährige gehöre zu den bedeutendsten Jazzmusikern Europas, teilte die Jury mit. Er begeistere und bezaubere die Menschen nicht alleine mit seinem musikalischen Können und seinem Engagement, "sondern vor allem auch mit seiner Herzlichkeit, Wärme und Offenheit". Die Auszeichnung wird Landgren am 11. Dezember bei einem Konzert in Wiesbaden überreicht. Der Preis wird zum 28. Mal vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisträger der vergangenen drei Jahre waren Yannick Nézet-Séguin (2018), Paavo Järvi mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (2019) und Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra (2020). Das diesjährige Rheingau-Musik-Festival findet vom 26. Juni bis zum 5. September statt.

Deutscher Musikrat legt Öffnungsplan vor

Der Deutsche Musikrat hat einen Stufenplan zur Wiedereröffnung des musikalischen Betriebs im Amateur- und Profibereich erarbeitet. Dieser basiere auf Erkenntnissen aus aktuellen Studien etwa zum Aerosol-Ausstoß und zur Bedeutung von Lüftungsanlagen, Masken und Testungen, teilte der Musikrat mit. Er beinhalte auch einen Maßnahmenkatalog zum Schutz der Musizierenden. "Das mehrstufige, an der Entwicklung der Pandemie orientierte Öffnungsszenario von Bund und Ländern berücksichtigt zwar die Sportausübung, nicht aber Singen und Musizieren", kritisierte der Präsident des Deutschen Musikrates, Martin Maria Krüger. In Deutschland singen und musizieren demnach fast 15 Millionen Menschen, darunter 14,3 Millionen Amateurinnen und Amateure sowie 600.000 Profis. Die Politik schulde diesen Menschen eine klare Öffnungsperspektive.

Science-Fiction-Wesen Blob auf dem Weg zur ISS

Eine Falcon-9-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX ist mit einer Raumkapsel zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. An Bord sind nicht nur vier Astronauten, sondern auch ein geheimnisvolles Wesen: Der französische Astronaut Thomas Pesquet hat mehrere Exemplare des sogenannten Blob, eines gehirnlosen Einzellers mit erstaunlichen Fähigkeiten, mit im Gepäck, um ihr Verhalten in der Schwerelosigkeit zu erforschen. Seinen Namen hat der Blob von dem Science-Fiction Horrorfilm "Blob - Schrecken ohne Namen" von 1958, in dem ein außerirdisches Wesen die Erde heimsucht und Menschen verschlingt. Wissenschaftler nennen das sonderbare Wesen Physarum polycephalum oder "vielköpfiger Schleim". Es ist die dritte bemannte SpaceX-Mission seit der Wiederaufnahme der bemannten Raumfahrt in den Vereinigten Staaten.

Doch keine deutsche-chinesische Internatsschule

Das Projekt einer internationalen Internatsschule im Malteserschloss im baden-württembergischen Heitersheim ist gescheitert. Die deutsch-chinesische Investorengruppe erklärte ihren Rückzug. Hauptgrund für die Entscheidung sei die Corona-Pandemie. "Die Landschaft der internationalen Schulausbildung hat sich in den vergangenen Monaten enorm verändert. Es ist aktuell höchst fraglich, ob es überhaupt wieder einen Weg zurück in die Normalität geben wird", heißt es. Eine Rolle hätten auch der anhaltende Widerstand in Teilen der Bürgerschaft Heitersheims sowie zeitliche Verzögerungen für die Umbauplanungen gespielt. Das Projekt war lange umstritten. Im Februar 2020 sprach sich eine Mehrheit in einem Bürgerentscheid für die Schulpläne aus. Das geschichtsträchtige Schloss gehört dem katholischen Frauenorden der Vinzentinerinnen. Die älter und kleiner werdende Gemeinschaft wollte verkaufen und die Verantwortung für das historische Gebäudeensemble abgeben.

Bundesgartenschau in Erfurt für Besucher eröffnet

Mitten in der Corona-Krise hat in Erfurt die Bundesgartenschau ihre Tore geöffnet. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) empfingen am Freitagmorgen im Erfurter Egapark die ersten Besucher. Es gilt ein umfassendes Hygiene- und Schutzkonzept, mit dem auch die Besucherströme gelenkt werden sollen. Die Gartenschau dauert bis Anfang Oktober. Wegen der Corona-Lage bleiben zunächst zahlreiche Attraktionen und die Gastronomie geschlossen, auch Veranstaltungen und Konzerte wurden verschoben. Neben der Blütenpracht gibt es unter anderem auch Ausstellungsbereiche mit Arznei- und Gewürzpflanzen sowie Färbe- und Faserpflanzen. Mit einem großen Gemüsebereich soll auch an die Erfurter Gartenbautradition angeknüpft werden.

Bund unterstützt Kinder- und Jugendtheater

Der Bund unterstützt professionelle Kinder- und Jugendtheater in Deutschland mit bis zu 15 Millionen Euro aus dem Zukunftsprogramm Neustart Kultur. Bühnen und Ensembles in freier Trägerschaft können je zwischen 5.000 Euro und 200.000 Euro erhalten, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag in Berlin mitteilte. Damit soll es Theatern ermöglicht werden, ihren Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, Gastspiele durchzuführen und neue Konzepte für Kunstvermittlung und Partizipation zu entwickeln. "Gerade in den jungen Altersgruppen können zwischenmenschliche Begegnungen aber nicht allein durch digitale Angebote ersetzt werden. Deshalb brauchen die Kinder- und Jugendtheater jetzt unsere Unterstützung, damit sie ihre wertvolle Arbeit fortsetzen können", betonte Grütters.

Land startet Online-Befragung zu Kultureinrichtungen

Mit einer Online-Befragung will sich die schleswig-holsteinische Landesregierung einen möglichst vollständigen Überblick über die Kulturlandschaft verschaffen. Die zuständige Ministerin Karin Prien (CDU) rief Kultureinrichtungen, Künstler, Initiativen und Interessenvertretungen sowie die Träger der kulturellen Infrastruktur zur Beteiligung auf. Auch Unternehmen der Kreativwirtschaft, regionale Netzwerke und Bildungseinrichtungen seien zur Teilnahme aufgerufen, hieß es. Mit der Befragung solle eine Datengrundlage geschaffen werden, um mit den Kommunen die kulturelle Infrastruktur zu sichern, zu stärken und weiterzuentwickeln. Auch könne durch das "Cultural Mapping" die Sichtbarkeit von Kulturangeboten und Kulturakteuren erhöht werden. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie werde somit eine Bestandsaufnahme der Kulturlandschaft eines Bundeslandes ermöglicht.

Oscar-Anwärter "Nomadland" siegt bei Spirit Awards

Das Road-Movie "Nomadland" von Regisseurin Chloé Zhao hat bei der Vergabe der "Independent Spirit Awards" vier Auszeichnungen bekommen. Bei der virtuellen Show gewann Zhao für Regie, Schnitt und als Produzentin in der Top-Sparte "Bester Film". Dazu gab es auch den Preis für die beste Kamera. "Nomadland" mit der Hauptdarstellerin Frances McDormand gehört mit sechs Nominierungen auch bei der Oscar-Verleihung am Sonntag zu den Favoriten. Die "Spirit Awards" zeichnen Film-Produktionen aus, die nicht mehr als 22,5 Millionen Dollar gekostet haben. In der Sparte "Bester Internationaler Film" setzte sich das Drama "Quo Vadis, Aida?" der in Berlin lebenden Regisseurin Jasmila Zbanic durch. Erstmals wurden in diesem Jahr Fernsehproduktionen ausgezeichnet. Die Netflix-Serie "Unorthodox" der deutschen Regisseurin Maria Schrader ging in der Sparte Miniserie leer aus, aber Shira Haas und Amit Rahav aus Israel gewannen als Hauptdarsteller.

Friedrich Merz für Verbot von Gendersprache

In der Debatte um eine faire Gender-Sprache hat der CDU-Politiker Friedrich Merz ein Verbot nach französischem Vorbild ins Spiel gebracht. Dem "Spiegel" sagte Merz, er halte den wachsenden Zwang zum Gebrauch von geschlechter-gerechter Sprache für rechtlich angreifbar. Nach seiner Einschätzung lehnt die überwiegende Mehrheit der Deutschen die Gender-Sprache ab. Merz kritisierte Universitäten und TV-Moderatoren für ihre sprachlichen Regeln. Er erinnerte daran, dass Frankreich allen staatlichen Institutionen untersagt habe, geschlechter-gerechte Sprache zu verwenden. Die Franzosen hätten offenbar ein besseres Feingefühl für den kulturellen Wert ihrer sehr schönen Sprache, betonte Merz. Gerade in gesellschaftlich verantwortungsvollen Positionen "kann das nicht jeder so machen, wie er das vielleicht gerne hätte".

Offener Brief gegen Preis der Leipziger Buchmesse

Ein offener Brief kritisiert die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse und bezeichnet die Entscheidung der Jury als problematisch, da sich keine schwarzen Autoren darauf befänden. Im deutschen Literaturbetrieb gäbe es eine institutionelle Struktur, die Schwarze Schriftsteller und Schriftsteller of Colour ausschließe, heißt es in dem Brief, den rund 120 Personen aus dem Literatur-, Kultur- und Universitätsbetrieb unterschrieben haben. Die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen des Briefes fordern eine Kultur, in der eine Vielheit an Stimmen und Perspektiven Normalität ist. Die Nominiertenliste für den Preis der Leipziger Buchmesse wurde am 13. April veröffentlicht. Der Preis ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert und soll Ende Mai vergeben werden.

Bay-City-Rollers-Sänger Les McKeown stirbt mit 65

Mit seiner Pop-Band Bay City Rollers begeisterte er vor allem junge Frauen - nun ist der einstige Mädchenschwarm und Sänger Les McKeown im Alter von 65 Jahren überraschend gestorben. Das bestätigte seine Familie am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in London. Einer Mitteilung auf Facebook zufolge starb McKeown am 20. April. "Mit großer Trauer müssen wir den Tod unseres geliebten Mannes und Vaters Leslie Richard McKeown bekanntgeben", hieß es darin. Woran der Sänger starb, wurde nicht bekannt. Die Bay City Rollers feierten in den 1970er Jahren weltweit Erfolge mit Songs wie "Bye Bye Baby" und "Shang-a-Lang". Laut BBC verkauften die "Rollers" rund 120 Millionen Tonträger.

Verlag stoppt Auslieferung von Roth-Biografie

Nach Vorwürfen sexueller Belästigung gegen den Biografen hat ein US-Verlag die Auslieferung eines vor kurzem erschienenen Werks über den 2018 gestorbenen US-Autor Philip Roth vorerst ausgesetzt. Mehrere Frauen hätten dem Biografen Blake Bailey sexuelle Belästigung vorgeworfen, berichteten US-Medien am Donnerstag. Daraufhin setzte der US-Verlag W.W. Norton die Auslieferung und Bewerbung der rund 900 Seiten dicken Autobiografie "Philip Roth. The Biography" vorerst aus, zudem beendete die Literaturagentur The Story Factory die Zusammenarbeit mit Bailey.

Deutsch-russische Romantik-Ausstellung eröffnet

Im Beisein von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist in der Moskauer Tretjakow-Galerie die deutsch-russische Ausstellung "Träume von Freiheit" eröffnet worden. Sie gilt als der Höhepunkt des laufenden Deutschland-Jahres in Russland.
Unter dem Titel "Träume von Freiheit. Romantik in Russland und Deutschland" werden bis Anfang August mehr als 300 Exponate aus der Zeit der Romantik gezeigt. Darunter sind etliche aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Zum ersten Mal könnten diese Bilder unter einer gesamteuropäischen Perspektive gesehen werden, erklärte Generaldirektorin Marion Ackermann. Als russisch-deutsches Kooperationsprojekt, bei dem die Zusammenarbeit nicht enger hätte sein können, sei die Ausstellung zudem ein wichtiges Signal für die Stabilität des kulturellen Dialogs zwischen Russland und Deutschland.

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