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Lesart | Beitrag vom 18.12.2019

Neue Bücher über ParisStadt der Liebe? Stadt der Literatur!

Von Dirk Fuhrig

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Das Bild zeigt Paris um 1900 mit dem Eiffelturm im Zentrum. (picture alliance / Photosvintages / Neurdin)
Weltausstellung 1900 in Paris. Panoramaansicht mit dem Eiffel-Turm. (picture alliance / Photosvintages / Neurdin)

Die Kathedrale Notre-Dame in Flammen, Groß-Demonstrationen gegen Macrons Renten-Reform – Paris ist aus den Schlagzeilen nicht wegzudenken. Aber nicht nur die Presse, auch auffallend viele neue Bücher widmen sich der französischen Hauptstadt.

Über Paris wurde immer schon viel geschrieben und veröffentlicht. Bemerkenswert ist jedoch die Vielzahl der Bücher, die in den vergangenen Monaten auf Deutsch erschienen sind und sich mit der französischen Hauptstadt beschäftigen.

Ihren Aufstieg zur Kulturmetropole im 19. Jahrhundert und die imperiale Pariser Architektur feiert die Literaturwissenschaftlerin Walburga Hülk in ihrem herausragenden Buch "Der Rausch der Jahre". Darin erfährt man auch, was literarische Größen wie die Brüder Goncourt, Gustave Flaubert und George Sand in Paris bewegte.

Rückblick und Ausblick

Die visuelle Ergänzung dazu liefert "Frankreich um 1900", ein mehr als 600 Seiten dicker Fotoband mit Farbaufnahmen aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Nicht nur in der Schönheit von Paris kann man darin schwelgen, sondern auch entdecken, wie die französische Provinz damals aussah. Ein großformatiger, schwerer Prachtband für Frankophile, die bereit sind, 150 Euro für ein Buch auszugeben.

Ins Auge fällt neben Neu-Übersetzungen von Klassikern wie Baudelaires "Der Spleen von Paris" ein Sachbuch, das Christos Kunstaktionen in Paris dokumentiert: Nach dem Pont Neuf plant er, 2020 den zuletzt von Gelbwesten beschädigten Arc de Triomphe zu verhüllen.

Einen düsteren Blick in die Zukunft wirft der beklemmende Comic "Paris 2119". Die Métro gibt es noch, aber dort wird man per Gesichtserkennung kontrolliert – Houellebecqs Dystopien lassen in dieser Bande Dessinée grüßen.

Sabine Arqué & Marc Walter: "Frankreich um 1900. Ein Porträt in Farbe"
Taschen-Verlag, 2019
636 Seiten, 150 Euro

Charles Baudelaire: "Der Spleen von Paris"
Aus dem Französischen von Simon Werle
Rowohlt, Hamburg 2019
510 Seiten, 40 Euro

Rétif de la Bretonne: "Die Nächte von Paris"
Aus dem Französischen von Reinhard Kaiser
Galiani, Berlin 2019,
530 Seiten, 28 Euro

Christo, Jeanne-Claude & Sophie Dupleix: "Paris!"
Sieveking Verlag, 256 Seiten
39,90 Euro. (Erscheint am 1. März 2020)

Éric Hazan: "Die Erfindung von Paris"
Matthes & Seitz, Berlin 2020
400 Seiten, 38 Euro. (erscheint am 31. Januar 2020)

Walburga Hülk: Der Rausch der Jahre
Hoffmann & Campe, Hamburg 2019
416 Seiten, 26 Euro

Frédéric Lourmand: "Schöner sterben in Paris"
Dumont, Köln 2019
304 Seiten, 10 Euro

Raymond Queneau: "Zazie in der Metro"
Aus dem Französischen von Frank Heibert
Suhrkamp, Berlin 2019
239 Seiten, 22 Euro

Bernd Wegner: Das deutsche Paris. Der Blick der Besatzer 1940-1944.
Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2019
271 Seiten, 39,90 Euro

Zep & Dominique Bertail: "Paris 2119"
Schreiber & Leser, Hamburg 2019
88 Seiten, 19,80 Euro

Mehr zum Thema

Walburga Hülk: "Der Rausch der Jahre" - Ein Leben zwischen Exzentrik und Diplomatie
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 15.08.2019)

Ausstellung "Die Erfindung von Paris" - Erweckungserlebnisse in der Hauptstadt der Welt
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 14.06.2018)

Schrecken der Urbanisierung
(Deutschlandfunk Kultur, Kalenderblatt, 20.08.2007)

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