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Frühkritik | Beitrag vom 21.01.2016

Neu im Kino: "Valley of Love"Ein sehr körperlicher Film

Von Anke Leweke

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(picture alliance / dpa / Concorde Filmverleih)
Gerard Depardieu und Isabelle Huppert in einer Szene aus dem Film "Valley of Love" (picture alliance / dpa / Concorde Filmverleih)

Isabelle Huppert und Gérard Depardieu spielen in "Valley of Love" ein einstiges Paar, das sich durch den Selbstmord ihres Sohnes wieder näher kommt. Unsere Kritikerin meint: Man muss gesehen haben, mit welcher Sanftheit Depardieu über Hupperts Gesicht streichelt.

Diese beiden Stars des französischen Kinos lassen schnell die Schwächen des Drehbuchs vergessen. Man bekommt es hier mit einer ziemlich esoterischen Geschichte zu tun. Es ist der Tod ihres gemeinsamen Sohnes, der das schon lange geschiedene Paar wieder zusammenbringt. Denn er hat ihnen einen Abschiedsbrief mit einem letzten Willen hinterlassen: Die beiden sollen gemeinsam ins kalifornische Death Valley reisen und seinen Anweisungen folgen, dann könnte etwas Besonderes passieren.

"Schau an, was aus mir geworden ist"

So bemüht und weit hergeholt die Handlung klingt, immerhin bringt sie die beiden Stars, die das letzte Mal 1980 in "Loulou" von Maurice Pialat vor der Kamera standen, wieder zusammen. Und das in existenzialistischen Situationen. In der brütenden Hitze müssen sie manchmal mehrere Stunden verharren. Er sitzt auf einem Campingstühlchen, das unter seine Masse fast zu zerbrechen droht, isst ein Sandwich nach dem nächsten. Sie kann keine Sekunde still sitzen. Er schwitzt und bekommt rote Füße, überhaupt ist es ein sehr körperlicher Film.

Mit seinem gigantischem Körper schiebt sich Depardieu regelrecht raumfüllend durchs Bild. Es ist wiederum Hupperts eigenwillige physische Präsenz, die sich von seiner Körperfülle nicht dominieren lässt, die eben auf ihre Weise das Bild füllt. Und man muss einfach gesehen haben, mit welcher Sanftheit Depardieu mit seiner Pranke über ihr sommersprossiges Gesicht streichelt.

Übrigens spielen die beiden auch im Film Schauspieler. Einmal wird er von einem anderen Touristen auf seine Rolle in der Komödie "Greencard" angesprochen. Natürlich spielen die beiden mit ihrem Leinwandimage, zitieren aus ihrer gemeinsamen Filmografie. In manchen Momenten scheinen sie aber auch ganz bei sich zu sein. Etwa wenn Depardieu sie achselzuckend anschaut und sagt: "Schau an, was aus mir geworden ist. Ein fettes Monster."

"Valley of Love" von Guillaume Nicloux
Mit: Isabelle Huppert, Gérard Depardieu
Frankreich, 2015

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