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Frühkritik | Beitrag vom 01.09.2016

Neu im Kino: "Mein ziemlich kleiner Freund"Über die Größe kleiner Männer

Von Jörg Taszman

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Der Film kommt am 01.09.2016 in die deutschen Kinos.  (Concorde Filmverleih GmbH / dpa)
Jean Dujardin als Alexandre und Virginie Efira als Diane in einer Szene des Film "Mein ziemlich kleiner Freund". (Concorde Filmverleih GmbH / dpa)

Alexandre hat viele Qualitäten. Doch um Diane wirklich zu gefallen, fehlt ihm mindestens ein halber Meter. Ob Liebe eine Frage der Körpergröße ist, fragt die gelungene französische Komödie "Mein ziemlich kleiner Freund".

Er ist charmant, dieser Alexandre, der die Powerfrau Diane von ihrem eigenen Handy anruft, das sie nach einem Streit in einem Restaurant liegen ließ. Schon bei diesem langen Telefonat knistert es ein wenig, so dass einem ersten Treffen - offiziell als Handyübergabe getarnt -  nichts im Wege steht. Aber dann ist dieser Alexandre nur 1,36 Meter groß und damit ist Diane doch überfordert. Die aufkeimende Liebe wird von der Umwelt entweder argwöhnisch oder spöttisch zur Kenntnis genommen. Und so trennt sich das Paar eigentlich schon, bevor es ein Paar ist. Aber sollte die Liebe nicht alle Körpergrößen überwinden?

Gute Darsteller, kein billiger Klamauk

Dieses Remake eines erfolgreichen argentinischen Films bringt ein neues Traumpaar des französischen Kinos zusammen. Neben der burschikosen Belgierin Virginie Efira (sehr erfolgreich im deutschen Kino mit Birnenkuchen und Lavendel) sieht man in der Rolle des kleinwüchsigen Charmeurs Oscarpreisträger und Frauenschwarm Jean Dujardin (The Artist). So ganz hundertprozentig funktioniert das nicht immer, weil die Special Effects zwar den Körper aber nie das Gesicht von Dujardin "reduzieren". Außerdem könnte man die Konstruktion als solche kritisieren, in der Alexandre reich, mutig und gutaussehend ist, es also den Frauen eher leicht macht.
 
Aber trotz dieser Defizite kann "Mein ziemlich kleiner Freund" (Im Original: "Un homme à la hauteur" - Ein Mann auf der Höhe) durchaus punkten. Die Darsteller sind gut und die Handlung kippt nie in billigen Klamauk, trotz gewisser Klischees. Gerade wenn Dujardins Figur melancholischer wird, vermag der Film sogar zu berühren und ist so mehr als nur einen klassische, französische Feelgood-Komödie. 

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(Deutschlandradio Kultur, Filme der Woche, 25.01.2012)

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