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Fazit | Beitrag vom 01.05.2019

Neu im Kino: "Liebesfilm" Willst Du eigentlich Kinder?

Von Anke Leweke

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Ira (Lana Cooper) und Lenz (Eric Klotzsch) halten ihre Hände. Lenz presst angestrengt die Augen zusammen und fletscht die Zähne.  (Grandfilm / Sina Eslami)
Ira (Lana Cooper) und Lenz (Eric Klotzsch) führen eine komplizierte Liebesbeziehung. (Grandfilm / Sina Eslami)

Lenz ist verliebt. Ira ist verliebt. Dann fragt sie ihn, ob er ein Kind möchte. Und es wird kompliziert. Auf leichte und ironische Weise erzählt dieser Film von der Liebe. So leicht wie das erste Verliebtheitsgefühl ist auch "Liebesfilm" inszeniert.

Worum geht es?

Es geht um die Liebe und die Wege, die sie nimmt. Um die Frage, ob man lieben kann, ohne eine wahre Bindung einzugehen? Und was ist das überhaupt, eine wahre Bindung? Gehört man wirklich mehr und auf andere Weise zusammen, wenn man plötzlich ein gemeinsames Kind hat? Die Frage, ob er ein Kind möchte, verstört den 30-jährigen Lenz, der seinem frühlingshaften Namen alle Ehre macht und in Berlin-Kreuzberg in den Tag hineinlebt. Eigentlich möchte er mit der etwas älteren Ira einfach nur eine gute Zeit verbringen, schauen, was die nächsten Stunden für das junge, aber auch nicht mehr ganz junge Paar bereithalten.

Was ist das Besondere?

So leicht wie das erste Verliebtheitsgefühl ist auch dieser Film inszeniert. Man streift mit dem Paar durch den Görlitzer Bahnhof, reiht sich in die Schlange vor einem Club ein, fährt zum Campen ins Umland. Dabei gibt Lenz seine Weltsichten und kuriose Geschichten zum Besten. Dieser Film gibt dem Kind im Manne viel Raum und Zeit. Wenn Ira nicht dabei ist, führt Lenz Zwiegespräche mit sich selbst. Auch hat er seltsame Erscheinungen.

Plötzlich steht etwa der Kapitän der Costa Concordia im Badezimmer und konfrontiert Lenz mit seinem Macho-Männerbild. Lenz scheint sich über dessen Besuch nicht weiter zu wundern. In schöner Selbstverständlichkeit kommen und gehen noch weitere Männer, die nur Lenz und das Publikum sehen können. Stets verkörpern sie ein anderen Typus von Mann.

Wertung

"Liebesfilm" ist ein etwas anderer Liebesfilm. In seiner eher episodischen Form passt er sich den Effekten und Affekten der Gefühle an. Seine Dramaturgie verläuft so wenig linear wie die Liebe selbst. Der leicht ironische und amüsierte Tonfall bringt die nötige Distanz mit sich. Zwei Menschen suchen sich ihre Entwürfe, um das, was sie verbindet, zu leben. 

"Liebesfilm"
Deutschland 2018, Regie: Robert Bohrer und Emma Rosa Simon 
Darsteller: Eric Klotzsch, Lana Cooper 
Länge: 82 Minuten, FSK: ab 12

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